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Welttag der Flüsse: Gewässerschutz ambitioniert umsetzen

21. September 2018 | Flüsse & Gewässer

Berlin: Viele Flüsse in Deutschland fristen ein trauriges Dasein. Über 90 Prozent sind in einem besorgniserregenden Zustand. Ihre Ufer sind versteint, Staumauern verhindern das freie Fließen und ihr Wasser ist durch zu viel Nitrat und Pestizide aus der industriellen Landwirtschaft übermäßig belastet. Zum Internationalen Tag der Flüsse am 23. September fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) daher von Bund und Ländern, Flüsse und ihre Auen wieder in einen guten Status zu versetzen.

"Bund und Länder müssen endlich handeln und den Zustand unserer Gewässer verbessern", forderte Silvia Bender, Abteilungsleiterin Biodiversität beim BUND. Gemäß der EU-weit geltenden Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hätten schon 2015 alle Gewässer in Deutschland wieder in einem ökologisch guten Zustand sein sollen. "Davon sind wir meilenweit entfernt", so Bender. "Die Umsetzung wird verschleppt und blockiert, damit muss nun Schluss sein." Die im Rahmen des EU-Überprüfungsprozesses drohende Aufweichung der WRRL, der wichtigsten europäischen Schutzrichtlinie für unser Wasser, lehnt der BUND inhaltlich wie auch zeitlich ab. "Anstatt in Zeiten des Klimawandels darüber zu reden, ein so wichtiges Schutzgesetz zu schwächen und damit den Zustand der Flüsse und Gewässer noch weiter zu verschlechtern, muss das Gegenteil getan werden. Wir brauchen ein Mehr an Gewässerschutz, nicht weniger."  

"Dieser Sommer hat mit massiven Fischsterben, Blaualgenplagen und Nitratproblemen im Trinkwasser gezeigt, dass ein 'Weiter so' nicht nur der Natur, sondern auch den Menschen schadet", so Bender weiter. "Angesichts der in vielen Teilen Deutschlands anhaltenden Trockenheit wird deutlich, wie wichtig gerade naturnahe Flüsse und ihre Auen sind." Über zwei Drittel der natürlichen Auen in Deutschland sind bereits verschwunden und nur noch drei Prozent der ursprünglich vorhandenen Auen gelten als intakt. "Unseren Flüssen muss mehr Lebensraum gegeben werden", sagte die BUND-Expertin. "Naturnahe Auen sind die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas und tragen entscheidend zum Klima- und Hochwasserschutz bei. So speichern regelmäßig durchströmte Auen von frei fließenden Flüssen große Mengen an Wasser in ihren Böden, filtern dieses und geben es nach und nach an das Grundwasser ab."

Die Ursachen für den Rückgang der Auen sind vielfältig. "Die meisten Flüsse in Deutschland sind inzwischen künstlich vertieft, begradigt und kanalisiert. Buhnen und Deiche begrenzen zudem die Ufer, Wehre und Staustufen unterbrechen den Strom", erklärte Bender den jetzigen Zustand der Auen. Sandbänke, Steilufer, Tümpel, Wiesen und Auwälder könnten aber nur durch einen natürlichen Wechsel aus Hoch- und Niedrigwasser entstehen, wie er bei frei fließenden Flüssen möglich ist. "Vielen Menschen, die an unserer Wasserkampagne teilgenommen haben, wissen, wie wichtig der Schutz unserer Gewässer ist. Von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern erwarten wir, dass sie den Gewässerschutz noch ambitionierter angehen."

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