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Waldstrategie 2050: Ökologische Waldwende überfällig

16. Oktober 2019 | Wälder, Naturschutz, Klimawandel

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert anlässlich der heutigen Verbändeanhörung zur Waldstrategie 2050 eine ökologische Kehrtwende im Umgang mit dem deutschen Wald. "Die Waldstrategie 2050 muss die ökologische Waldwende einleiten", erklärt Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. "Ein Paradigmenwechsel in der Forstwirtschaft ist überfällig."

Aus Sicht des BUND ist es hierbei entscheidend, dass die Wälder schonender bewirtschaftet werden, um sie dauerhaft als CO2-Senke sowie als Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren, Pflanzen und Pilzen zu erhalten. Für die Forstwirtschaft bedeutet dies eine ökologisch verträgliche Waldbewirtschaftung. "Der Schutz der Waldökosysteme muss im Zentrum der neuen Waldstrategie stehen, nicht die Holzerzeugung. Dies ist in der neuen Waldstrategie mit konkreten Zielen und Maßnahmen zu unterlegen. Wir fordern die Forstwirtschaft zu weniger drastischen Eingriffen für die Holzernte auf. Die Entwässerung von Wäldern muss gestoppt und eine Verdichtung von Waldböden durch Befahrung vermieden werden", so der BUND-Vorsitzende. Nur so könnten Wälder weiterhin Trinkwasser und saubere Luft erzeugen, für Kühlung sorgen und Erosion Einhalt gebieten. "Angesichts des Absterbens ganzer Waldbestände durch Hitze, Dürre und Stürme in Folge der Klimakrise wird anders auch die Bereitstellung von Holz langfristig nicht gesichert sein", so Weiger weiter.

In der neuen Waldstrategie muss nach Ansicht des BUND die Definition einer "Guten forstlichen Praxis" als Grundlage der Waldwirtschaft im Bundeswaldgesetz festgelegt werden. Bei der Bewirtschaftung öffentlicher Wälder soll aufgrund ihrer Gemeinwohl- und Vorbildfunktion ihre Rolle für Klima, Biodiversität, Trinkwasser, Frischluft, Kühlung, Erosionsschutz und Erholung besonders in den Mittelpunkt gestellt werden. Um die Wälder zu schonen, solle die Holzerzeugung langfristig gesichert werden und sich nicht an kurzfristigen Zielen orientieren. Private Waldeigentümer, die in ihren Wäldern besondere Leistungen für das Gemeinwohl wie den vorrangigen Schutz der biologischen Vielfalt und des Klimas erbringen, sollen hierfür eine besondere staatliche, unbürokratische Förderung erhalten.

Bereits jetzt braucht es einen konkreten Fahrplan für den Waldumbau, weg von naturfernen Nadelforsten, hin zu klimastabilen und naturnahen Laubmischwäldern, der in der Strategie festgeschrieben wird. "Eine Neuanpflanzung von anfälligen Fichten- und Kiefernforsten oder das Einbringen exotischer Baumarten, die heimische Waldökosysteme gefährden, muss die neue Waldstrategie ausschließen", fordert der BUND-Vorsitzende.

"Der Anteil der Naturwälder in Deutschland muss bis 2050, auch aus Gründen der Glaubwürdigkeit im internationalen Kontext, deutlich erhöht werden. Viele Menschen hierzulande wünschen sich, dass zum Beispiel die Regenwälder mit ihrer enormen Artenvielfalt erhalten werden. Sie sorgen sich zu Recht um die grüne Lunge unseres Planeten und fordern Schutzgebiete, in denen die Motorsägen für immer schweigen. Hier können wir jedoch im internationalen Verhandlungen nur dann auf Augenhöhe mitreden, wenn wir auch bereit sind, einen Teil unserer eigenen Wälder unangetastet zu lassen. Bei uns sind die Rotbuchenwälder die kostbarsten Refugien der Artenvielfalt, für deren Erhalt wir eine weltweite Verantwortung tragen."

Mehr Informationen

  • zu Wäldern
  • zur Waldkrise
  • Kontakt: Nicola Uhde, BUND-Expertin für Waldpolitik und Internationale Biodiversitätspolitik, Tel. (030) 2 75 86-498, Mobil: 01 51 / 14 14 82 67, nicola.uhde(at)bund.net
  • BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net

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