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Umfrage: Bevölkerung erwartet von der nächsten Bundesregierung einen Fahrplan für den Kohleausstieg

24. August 2017 | Kohle, Klimawandel, Energiewende, Bundestagswahl

Berlin: Eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland befürwortet die baldige Stilllegung von Kohlekraftwerken und erwartet von der nächsten Bundesregierung einen Fahrplan für den Kohleausstieg. Das hat eine aktuelle repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergeben. Demnach sprachen sich knapp zwei Drittel (59 Prozent) der Befragten dafür aus, Kohlekraftwerke in Deutschland bald stillzulegen. Bei der Frage, ob die nächste Bundesregierung einen Fahrplan für den Kohleausstieg beschließen soll, stimmten 72 Prozent der Befragten zu.

Weiterhin befürworteten 73 Prozent der Befragten, dass Maßnahmen ergriffen werden, um das Klimaziel für das Jahr 2020 zur Begrenzung der Treibhausgase noch zu erreichen. Bisherige Prognosen deuten darauf hin, dass das Klimaziel für 2020 ohne zusätzliche Maßnahmen deutlich verfehlt wird.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sieht in den Ergebnissen der Umfrage einen klaren politischen Auftrag. "Die nächste Bundesregierung darf beim Thema Kohleausstieg nicht länger herumlavieren. Den Bürgerinnen und Bürgern ist es wichtig, dass das Klimaziel 2020 erreicht wird und sie erwarten, dass die Bundesregierung beim Kohleausstieg handelt. In den nächsten zwei bis drei Jahren müssen umfangreich Kohlekraftwerke stillgelegt werden", forderte Weiger. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens erforderten, dass Deutschland noch vor dem Jahr 2030 aus der Kohle aussteige.

Auch in Nordrhein-Westfalen, wo zurzeit Protestaktionen gegen die klimaschädliche Braunkohle stattfinden und wo Emnid einen repräsentativen Anteil der Bevölkerung befragt hatte, fiel das Ergebnis der Umfrage nahezu gleich aus wie bundesweit. In NRW werde ein Drittel der Treibhausgase Deutschlands emittiert, deshalb brauche es gerade hier den geordneten Abschied von der Kohle und den dynamischen Ausbau erneuerbarer Energien, sagte der BUND-Vorsitzende.

"Die Landesregierungen in den Braunkohle-Ländern hintertreiben mit ihrer rückwärtsgewandten Energiepolitik die notwendigen Klimaschutzanstrengungen. Dieses gefährliche Spiel auf Zeit muss die nächste Bundesregierung durch einen nationalen Kohleausstiegsplan beenden. Pro-Kohle-Politik ist Klientelpolitik zugunsten von Energiekonzernen, nicht im Sinne der Allgemeinheit. Die Wählerschaft ist beim Klimaschutz schon viel weiter als die meisten Politiker. Das muss endlich bei den Entscheidungsträgern im Bund, aber auch in den Kohle-Ländern NRW, Brandenburg und Sachsen ankommen", so Weiger.

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