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Neuland und Trägerverbände fordern ein wirkliches Mehr für Tierschutz und Bauern bei einer staatlichen Tierwohlkennzeichnung

17. September 2018 | Massentierhaltung, Landwirtschaft

Hannover. Der Neuland-Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung und seine Trägerverbände begrüßen grundsätzlich die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, eine staatliche Tierwohlkennzeichnung einzuführen. Gleichzeitig machen die Verbände deutlich, dass die Kriterien für eine solche Kennzeichnung klar über dem gesetzlichen Standard liegen und Landwirte, die deutlich mehr in Tierwohl investieren, finanziell gefördert werden müssen. Außerdem reicht eine freiwillige Kennzeichnung aus Sicht der Verbände nicht aus – sie muss verpflichtend sein.

"Eine Tierwohlkennzeichnung bietet die Chance, die dringend notwendige Verbesserung in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in Deutschland voranzutreiben. Weiterhin erfüllt sie den Wunsch der Verbraucher nach mehr Transparenz und mehr Tierschutz und kann den Landwirten neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen", so die drei Neuland-Trägerverbände Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Deutscher Tierschutzbund und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Verbände sprechen sich für eine verpflichtende staatliche Kennzeichnung über die gesamte Kette der Fleisch- und Milcherzeugung aus – von der Zucht der Tiere, über ihre Haltung bis hin zu Transport und Schlachtung. Dabei müsse die Kennzeichnung ein Bestandteil einer übergeordneten und umfassenden Nutztierstrategie sein. "Unabhängig von einer Tierwohlkennzeichnung müssen auch die gesetzlichen Vorgaben angehoben werden", so die Verbände.

Voraussetzung für eine Tierwohlkennzeichnung sind den Verbänden zufolge klare Kriterien und deutliche Verbesserungen im Tierschutz. Dafür müsse bereits die unterste Stufe einer Tierwohlkennzeichnung deutlich über dem gesetzlichen Standard liegen. Das Kriterien-Niveau der Initiative Tierwohl (ITW) lehnen die Verbände als nicht ausreichend ab, da es kaum über den gesetzlichen Standard hinausgehe. Das gefährde die Glaubwürdigkeit bei den Kunden und verringere damit auch die wirtschaftlichen Chancen, die eine überzeugende Kennzeichnung für landwirtschaftliche Betriebe brächte. "Auch der neue Vorschlag 'ITW-Plus' bringt kaum Verbesserungen und muss als Provokation aufgefasst werden. Ministerin Klöckner muss sich für glaubwürdigen Tierschutz entscheiden und damit die Basis für eine vielleicht etwas langsamere, aber dafür stetig wachsende Marktdurchdringung legen. Bei einer Tierwohlkennzeichnung muss es – wie der Name schon sagt – in erster Linie um Tierwohl gehen", so die Verbände.

Wichtig ist dabei: Landwirte dürfen mit den Investitions- und anderen Mehrkosten, die durch eine bessere Tierhaltung entstehen, nicht alleine gelassen werden. Dies bedeutet, dass die Wertschöpfungskette in allen drei Stufen der Tierwohlkennzeichnung einen höheren Preis liefern muss. Die Verbände fordern zudem, dass durch Bundesmittel und über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) die notwendigen öffentlichen Fördergelder für den Umbau in eine tier- und auch umweltgerechtere Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden. Dies hat auch der Wissenschaftliche Beirat des Bundeslandwirtschaftsministeriums bereits mehrfach gefordert. "Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die Bund und Länder ebenso wie der Handel, die Landwirte und die Verbraucher in die Pflicht genommen werden müssen", so die Verbände.

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