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Natur braucht eigenen "Verkehrswegeplan". Das Beispiel Wildkatze zeigt, dass die Vernetzung von Wäldern wirkt

09. Dezember 2016 | Wildkatze, Lebensräume

Erfurt/Berlin: Um die Artenvielfalt in Deutschland zu retten, muss ein bundesweiter Ansatz zur Vernetzung der Natur-Lebensräume entwickelt werden – ein "Bundeskonzept Biotopverbund" analog zum kürzlich beschlossenen Bundesverkehrswegeplan. Das forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gestern beim international besetzten "Wildkatzen-Symposium" in Erfurt. "Für die Europäische Wildkatze als Schirmart für den Lebensraum Wald liegt bereits ein nationaler Wegeplan vor. Dieser steht bereit, um auf Bundes-, Landes- und lokaler Ebene in die Raumplanung integriert zu werden", erläutert Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND. "Wir brauchen endlich eine grüne Infrastruktur anstatt einer grauen. Das Straßennetz in Deutschland wird immer weiter ausgebaut und die Natur fällt immer wieder hinten runter. Die Vernetzung von Waldbiotopen ist längst überfällig. Wenn wir jetzt nicht handeln, sterben noch weitere Arten aus."

Dr. Carsten Nowak von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die als wissenschaftlicher Partner das Rettungsnetz Wildkatze des BUND seit vielen Jahren begleitet, betont: "Wir können anhand der umfangreichen Untersuchungen sehen, dass die Wildkatze sich derzeit ausbreitet und neue Lebensräume u.a. in Bayern und Sachsen erobert. Doch das ist nur eine Momentaufnahme ist. Der weitere Ausbau von Straßen und Autobahnen, die fortgesetzte Flächenversiegelung von täglich 74ha in Deutschland sowie einige harte Winter in Folge können die Bestände der Wildkatze wieder deutlich zurückgehen lassen. Die Vernetzung der Natur ist deshalb auch aus Sicht der Wissenschaft ein langfristig sehr sinnvoller Ansatz für den Schutz gefährdeter Arten wie der Wildkatze."

Mit der Veranstaltungsreihe "Wildkatzen-Symposium" hat der BUND ein Forum geschaffen, bei dem Akteure aus Politik, Forschung, Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft zusammenkommen und gemeinsam Naturschutzmaßnahmen diskutieren. Thomas Mölich, BUND: "Am Anfang unserer Arbeit stand die Vision, dass Wildkatzen wieder frei durch unsere Wälder streifen können. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet der BUND daran, dass Wildkatzen und andere bedrohte Arten sich wieder über alle Bundesländer-Grenzen hinweg ausbreiten können. Der große Zuspruch beim Wildkatzen-Symposium zeigt, dass die Arbeit am Projekt Waldverbund weitergehen kann und muss. Damit sich die Tierart wieder ausbreiten kann, brauchen wir jetzt starke rechtsverbindliche Garantien für einen Wildkatzenwegeplan."

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