Kommentar zum Gebäude-Sofortprogramm: Bundesregierung verfehlt sogar Mindestmaß beim Klimaschutz – Nachbesserung dringend notwendig

25. August 2021

Der Expertenrat für Klimafragen hat heute seine Bewertung des Gebäude-Sofortprogramms von Bundesinnen- und Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht. Im Gebäudesektor muss eine Klimaschutzlücke für das Jahr 2020 in Höhe von zwei Millionen Tonnen CO2 geschlossen werden. Dazu erklärt BUND-Geschäftsführerin Antje von Broock:

 (Foto: Simone Neumann)

"Das Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung für den Gebäudesektor ist ein Witz, angesichts der Herausforderungen der Klimakrise. Wo sind die Fördergelder für den Bestand, um dort Anreize für Klimaschutz zu geben, wo sie am wirksamsten sind? Warum werden fossile Heizungsanlagen weiterhin gefördert und legen so Emissionsquellen für die nächsten Jahrzehnte fest? Wieso wurden die völlig veralteten gesetzlichen Energieeffizienzstandards nicht an das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes angepasst? Erneut wurde die Möglichkeit vertan, für Mietwohnungen eine faire Verteilung der Modernisierungskosten einzuführen. Nur, wenn der CO2-Preis vollständig von den Vermietenden getragen wird, entstehen starke Anreize für energetische Modernisierungen und den Wechsel zu klimafreundlichen Energieträgern.

Es ist Eile geboten. Der jüngst veröffentlichte IPCC-Bericht unterstreicht eindrücklich, dass beim Klimaschutz jede Minute zählt. Die CO2-Emissionen in Deutschland sind im ersten Halbjahr wieder gestiegen. Doch statt nach jahrelangem Versagen endlich nachzusteuern, verteilen Wirtschaftsminister Altmaier und Innenminister Seehofer lediglich Geld mit der Gießkanne. So erfüllt die Bundesregierung noch nicht einmal das gesetzliche Mindestmaß beim Klimaschutz." 

Mehr Informationen:

  • Kontakt: Caroline Gebauer, Leiterin Energie- und nationale Klimapolitik beim BUND; Tel. (030) 2 75 86-494, E-Mail: caroline.gebauer(at)bund.net sowie BUND-Pressestelle (Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net

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