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Kommentar: Mängel bei Betrugsdieseln auf Kosten der Konzerne beheben

25. September 2018 | Mobilität

Zu den jetzt bekannt gewordenen Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, dass Kunden sich an den Kosten für Hardware-Nachrüstungen beteiligen sollen, erklärte BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg:

BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg  (Sebastian Hennigs)

"Bundesminister Andreas Scheuer gibt seine Blockadehaltung gegen Hardware-Nachrüstungen auf, grundsätzlich ist das erstmal eine gute Nachricht. Angesichts der Größe des Problems, reicht die Entscheidung des Verkehrsministers aber nicht aus. Sollten tatsächlich nur drei Modelle nachgerüstet werden, zementiert sich damit eine 'Zweiklassengesellschaft' bei  älteren Dieseln. Das dürfte zur Folge haben, dass alle anderen Modelle noch stärker an Wert verlieren. Mit dem Resultat, dass Haushalte mit geringerem Einkommen dreifach benachteiligt werden: Ihr Fahrzeug verliert an Wert, sie können sich kein neueres Modell leisten und sind immer noch von Fahrverboten bedroht. Dass sich zudem die privaten Gebrauchtwagenkunden ehemaliger Dienstwagenflotten an Kosten beteiligen sollen, wird vom BUND vehement  abgelehnt. Für die Behebung der Mängel bei Betrugsdiesel müssen die Konzerne aufkommen, zu 100 Prozent und für alle Modelle.

Zudem spricht sich der BUND gegen jegliche Art von Verkaufsförderprogrammen aus, die in erster Linie dazu dienen, jetzt noch schnell Diesel der Abgasnorm Euro 6c auf die Straße zu bringen. Diese Fahrzeuge, die eben nicht der neuesten Abgasnorm (Euro 6d) entsprechen, bleiben einen Nachweis über die Wirksamkeit ihrer Abgasnachbehandlung immer noch schuldig. Mit dem Ergebnis, dass die Stickoxidemissionen der neuen Fahrzeuge im Realbetrieb höher liegen können, als die der zu ersetzenden Euro 4 oder Euro 5 Diesel-Pkw.  Mit diesem Vorgehen löst die Bundesregierung das Problem von Dieselfahrverboten nicht, sondern betätigt sich wieder einmal als Erfüllungsgehilfe für die Automobilindustrie."

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