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Kommentar zum Bundesnaturschutzgesetz: Ein folgenreicher Beschluss für Wölfe und geschützte Tiere

20. Dezember 2019 | Naturschutz, Lebensräume

Gestern hat der Bundestag auf Empfehlung des Umweltausschusses die vieldiskutierte Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes beschlossen, die den Abschuss von Wölfen und allen anderen geschützten Arten erleichtern soll. Hierzu kommentiert Friederike Scholz, Expertin für Wildtiere und Artenschutz beim BUND:

Friederike Scholz, Expertin für Wildtiere und Artenschutz beim BUND  (Simone Neumann)

"Wir begrüßen, dass die Vorlage des Bundesnaturschutzgesetzes in letzter Minute noch leicht abgewandelt wurde. Als Abschussvoraussetzung können auch künftig nur wirtschaftliche Schäden geltend gemacht werden. Naturschutzverbände haben für diesen Kompromiss lange gekämpft. Damit wird eine Beliebigkeit in der Schadensbeurteilung verhindert. 

Trotzdem kann von einer Entwarnung keine Rede sein. Wölfe und alle anderen geschützten Arten wie Fischotter, Seeadler oder Kranich können nun leichter getötet werden als vorher. In Kombination mit dem undefinierten Begriff  'ernste […] Schäden' zur Erteilung einer Abschussgenehmigung birgt das eine große Rechtsunsicherheit, um die sich künftig Gerichte kümmern müssen. Genauso beurteilen wir nach wie vor sehr kritisch, dass nun im Schadensfall auch ganze Rudel ohne genaue Zuordnung der Schäden zu bestimmten Wölfen geschossen werden dürfen. 

Die Alternative zum vorschnellen Abschuss von Wölfen muss auch weiterhin ein durchdachter Herdenschutz sein. Die konsequente Förderung des Herdenschutzes und die Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Weidetierhaltung müssen nach wie vor im Fokus der Bemühungen stehen."

Mehr Informationen 

  • Kontakt: Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin, Tel. (030) 2 75 86-566, friederike.scholz(at)bund.net 
  • BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net

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