Kommentar: Bleimunition hat in der Natur nichts zu suchen

14. Juli 2020

Zu der sich abzeichnenden gemeinsamen Linie der Bundesregierung im Streit um ein EU-Verbot von Bleimunition erklärt Friederike Scholz, Wildtierexpertin beim BUND:

Friederike Scholz, Wildtierexpertin beim BUND  (Simone Neumann)

"Ein EU-weites Verbot von Bleischrot in Feuchtgebieten ist überfällig. Deshalb begrüßen wir, dass Deutschland dem Vorstoß zum Bleischrot-Verbot in letzter Sekunde doch noch zustimmen wird.

Der jetzt gefundene Kompromissvorschlag zwischen dem Umwelt- und Agrarministerium könnte jedoch die anstehende Abstimmung innerhalb der EU gefährden. Wir rufen die Bundesregierung auf, notfalls auf eine verlängerte Übergangsfrist zu verzichten und den anderen EU-Ländern entgegenzukommen, damit das Verbot schnell in Kraft treten kann.

Blei ist hochgiftig und hat in Natur und Umwelt nichts verloren. Deshalb muss das Ziel weiterhin sein, den Einsatz jeglicher Bleimunition, auch außerhalb von Feuchtgebieten, zu verbieten. Bleifreie Jagdmunition ist zuverlässig, das haben mittlerweile zahlreiche Studien bewiesen."

Mehr Informationen

  • Bis zum 14. Juli kann Deutschland schriftlich über das EU-weite Verbot von Bleischrot in Feuchtgebieten abstimmen. Zunächst wollte sich Deutschland enthalten, was das Verbot verhindert hätte. Der nun gefundene Kompromiss zwischen Umwelt- und Agrarministerium sieht eine Übergangsfrist von drei statt zwei Jahren vor. Dem Kompromissvorschlag müssen die anderen EU-Länder nun noch zustimmen. Falls die anderen Länder nicht zustimmen, kommt es möglicherweise zu einer erneuten Abstimmung im September. Auch mit einem Verbot bleibt die Verwendung von Bleimunition außerhalb von Feuchtgebieten fast überall erlaubt.
  • zum Bleiverbot und den BUND-Forderungen
  • Kontakt: Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin, Mobil: 01 60 / 3 06 49 31; friederike.scholz(at)bund.net, sowie BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel.: (030) 2 75 86-425/-531/-497/-464, presse(at)bund.net

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