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Genmais-Zulassung darf nicht kommen. EU-Kommission muss Anbau verhindern

27. März 2017 | Landwirtschaft, Chemie

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat davor gewarnt, dass nach dem heutigen Votum des zuständigen EU-Ausschusses erstmals seit 2010 wieder eine Anbauzulassung für Gentech-Pflanzen in der EU droht. Trotz der Ablehnung einer Zulassung durch eine Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten habe der Berufungsausschuss den Anbau der beantragten drei gentechnisch veränderten Maislinien nicht zurückgewiesen und damit die Entscheidung an die EU-Kommission zurückgespielt. Ein klares Nein zum Genmaisanbau in Europa wäre besser gewesen, kritisierte Heike Moldenhauer, Gentechnikexpertin beim BUND.

"Nun liegt es in der Hand der EU-Kommission, den drei Maislinien die Anbauzulassung zu verweigern. Kommissionspräsident Juncker muss jetzt Farbe bekennen, ob er die weitgehende Gentechnik-Freiheit auf den Äckern in der EU erhalten will oder nicht", sagte Moldenhauer.

Die meisten EU-Mitgliedstaaten lehnten den Anbau der Maislinien 1507 von DuPont, Bt 11 von Syngenta sowie eine Wiederzulassung von Mon 810 des Herstellers Monsanto ab. Weil sich jedoch unter anderem Deutschland bei den entsprechenden Abstimmungen enthalten habe, sei keine qualifizierte Mehrheit gegen den Anbau zustande gekommen. In Deutschland wiederum sei der Anbau dieser Maislinien verboten. Konsequent wäre es aus BUND-Sicht gewesen, wenn Deutschland in Brüssel mit Nein gestimmt hätte anstatt sich nach dem Sankt-Florians-Prinzip wegzuducken.

Moldenhauer: "Das auch an Christian Schmidt gescheiterte Nein zum Genmais-Anbau ist ein Beleg dafür, dass das Agrarministerium in vorauseilendem Gehorsam vor Bayer-Monsanto kuscht. Dieses Verhalten vergiftet das nicht erst seit der Glyphosat-Debatte angeknackste Vertrauen in das Bundeslandwirtschaftsministerium weiter."

Die Maislinien 1507 (DuPont) und Bt 11 (Syngenta) sind insektenresistent. Außerdem beinhalten sie eine Resistenz gegen das Totalherbizid Glufosinat von Bayer, das die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA als reproduktionstoxisch eingestuft hat. Mon 810 ist ebenfalls insektenresistent, in 17 EU-Ländern verboten und wird auf weniger als ein Prozent der EU-Ackerfläche hauptsächlich in Spanien angebaut.

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