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EU-Gesetzesinitiative gegen Einwegprodukte aus Plastik: BUND fordert verbindliche Vorgaben für weniger Plastikmüll

28. Mai 2018 | Chemie, Ressourcen & Technik, Nachhaltigkeit

Berlin. Die EU-Kommission hat heute in Brüssel einen neuen Gesetzentwurf für eine schärfere Regulierung von Konsumartikeln aus Plastik vorgelegt. Es gehe dabei in erster Linie um Einwegprodukte, die rund 86 Prozent des in den Meeren gefundenen Plastikmülls ausmachen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Kommission. Massenware wie Trinkhalme, Plastikgeschirr oder Wattestäbchen aus Kunststoff könnten verboten werden.

Das neue Gesetz sieht zudem die Möglichkeit vor, Hersteller finanziell in die Pflicht zu nehmen für das Einsammeln und Entsorgen von Abfall in der Umwelt. Dazu gehören Plastikflaschen, Plastiktüten sowie Einwegtrinkbecher und -verpackungen für Lebensmittel. Darüber hinaus sollen alle EU-Länder bis 2025 Sammelsysteme für mindestens 90 Prozent aller auf dem Markt befindlichen Plastikflaschen einrichten.

"Wir sind froh, dass die EU-Kommission endlich handelt und unterstützen alle geeigneten Maßnahmen zur Reduzierung des Plastikmülls", sagte Olaf Bandt, Geschäftsführer Politik und Kommunikation beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Das Abfallproblem ist längst außer Kontrolle. Wir hoffen deshalb sehr, dass die neuen Regelungen schnell umgesetzt und weitere verbindliche Vorgaben folgen werden." Allein aus EU-Ländern gelangen alljährlich mehr als 100.000 Tonnen Plastikabfälle in die Meere. Rund die Hälfte besteht aus Plastikflaschen und Einwegbecher, also Massenware für die es längst nachhaltige Alternativen gibt.

Der neue Gesetzentwurf muss vor Inkrafttreten noch vom EU-Parlament und dem Ausschuss der Mitgliedsstaaten bestätigt werden. Bereits im Januar hatte die EU-Kommission eine neue Plastikstrategie für eine Reduzierung des Plastikmülls in der Umwelt vorgestellt. Diese ist als Teil des sogenannten EU-Kreislaufwirtschaftspaketes für nachhaltiges Recycling gedacht, enthält jedoch keinerlei Vorgaben in Bezug auf in Plastikprodukten enthaltene Schadstoffe.

Dazu gehören hormonschädliche Chemikalien, wie Phthalat-Weichmacher, Flammschutzmittel oder Bisphenol A, die in unzähligen Kunststoffprodukten enthalten sind – von Spielzeug, über Bodenbeläge, Polstermöbel und Elektronikgeräte, bis hin zur Innenbeschichtung von Konservendosen. Diese Stoffe gelten als Mitverursacher von Diabetes, Brust- und Hodenkrebs, Immunschwäche, Unfruchtbarkeit oder Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern.

"Eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft kann es nur dann geben, wenn umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe nicht mehr in den Recyclingkreislauf gelangen", sagt Bandt. "Wenn wir unsere gesteckten Nachhaltigkeitsziele wirklich erreichen wollen, muss die EU-Plastikstrategie beides verbinden, Müll- UND Schadstoffproblematik."

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