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Elbe: Aus für Staustufenplanungen? Ökologische Schäden durch Staustufenbau bei Děčín (Tschechien) können nicht kompensiert werden

20. November 2018 | Flüsse & Gewässer

Die Verwaltung des Nationalparks Böhmische Schweiz gab am Freitag den 16. November bekannt, dass die Schäden, die durch den Bau der geplanten Elbe-Staustufe nahe der deutsch-tschechischen Grenze entstünden, nicht durch andere ökologische Maßnahmen kompensiert werden können. Die tschechische Nationalparkverwaltung hatte dazu mehrere unabhängige Studien und Stellungnahmen ausgewertet. Der BUND fordert die Bundesregierung auf, sich in Prag für den Stopp der Staustufenplanungen einzusetzen.

"Jetzt ist eine gute Gelegenheit für die Regierung in Prag, aus den desaströsen Staustufen-Planungen auszusteigen", sagt Iris Brunar vom BUND-Elbeprojekt. "Der Bau von Staustufen an der Elbe würde diese Flusslandschaft grundlegend zerstören – das verstößt gegen EU-Recht." Erhebliche negative Auswirklungen wären auch auf deutsche Schutzgebiete zu erwarten. Zu dem Schluss seien schon frühere Stellungnahmen der Bundesregierung und der sächsischen Staatsregierung gekommen.

Überdies erschließe sich die verkehrliche Notwendigkeit der in Tschechien geplanten Elbe-Staustufe nicht. "Selbst, wenn die tschechische Elbe ganzjährig schiffbar wäre, ist es die deutsche Elbe bei weitem nicht. Hier steht die Güterschifffahrt nahezu jedes Jahr zwischen zwei und sechs Monaten still. Die häufigen und lang anhaltenden Niedrigwasser wie dieses Jahr mit Fahrrinnentiefen um 50 Zentimeter ignoriert die Prager Regierung bei ihren Planungen", so Brunar.

Der BUND fordert die Bundesregierung auf, sich für den Stopp der Staustufen-Planungen in Prag einzusetzen, um diese einmalige Flusslandschaft auch für die Zukunft zu sichern. Eine Verlagerung von der Straße aufs Elbeschiff würde auch nach einem Staustufenbau nicht in nennenswertem Umfang stattfinden. Die marginale Frachtschifffahrt auf der Elbe rechtfertige nicht die Schädigung von Schutzgebieten.

Mehr Informationen

Pressekontakt: Iris Brunar, BUND-Elbeprojekt, Mobil: 01 78 / 1 63 02 04, iris.brunar(at)bund.net

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