Chance für ein sozial-ökologisches Europa: Die Europäische Union braucht ein neues Fundament

07. Mai 2021 | BUND, Bundestagswahl, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Kohle, Energiewende, Ressourcen & Technik

Berlin. Zum Europatag am 9. Mai spricht sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dafür aus, die Fördermittel aus dem Europäischen Corona-Aufbaufonds konsequent für den ökologischen Wandel zu nutzen. Die Umsetzung des europäischen Green Deals muss dem sozial-ökologischen Umbau Europas dienen. 

Seit der Erklärung des französischen Außenministers Schuman am 9. Mai 1950 zur Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl sind nicht nur 21 neue Länder dazugekommen, auch die Bedeutung der europäischen Institutionen hat sich gewandelt. Noch von den verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs gezeichnet, machten sich sechs Länder daran, gemeinsam ein friedvolles Europa aufzubauen. Nach einer Zeit der wirtschaftlichen Entwicklung stehen wir Europäer*innen aktuell vor gigantischen ökologischen Problemen. 

Antje von Broock, BUND-Geschäftsführerin: "Heute erleben wir die Folgen der wirtschaftlichen Aufbauphase Nachkriegseuropas, die auf fossilen Brennstoffen basierte: Die Klimakrise auf der einen Seite und der rasante und unumkehrbare Verlust von Arten und Lebensräumen. Europa muss nun einen zukunftsorientierten Pfad der sozialen und ökologischen Entwicklung einschlagen."

Am 9. Mai 2021 gibt sich die Europäische Union erneut eine Chance zum Wandel: Mit dem Beginn der "Konferenz zur Zukunft Europas" startet die EU eine Debatte über zentrale Themen wie Klimawandel und Umwelt, Gesundheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Umfang und Zeitpunkt der Konferenz im Gefolge der massiven Veränderungen durch die Corona-Pandemie bedeuten, dass die Ergebnisse weitreichend und entscheidend für die erfolgreiche Eindämmung des Klimawandels und Verlusts der biologischen Vielfalt sein könnten.

Gleichzeitig werden über den EU-Haushalt und den europäischen Aufbaufonds enorme Mengen an Geldern freigesetzt, fast zwei Billionen Euro. Von Broock: "Wenn die EU es ernst damit meint, den Schutz unserer Umwelt, unseres Klimas und der biologischen Vielfalt als zentrale Aufgabe dieses Jahrzehnts wahrzunehmen, dann müssen diese Gelder für einen echten sozialen und ökologischen Umbau genutzt werden."

Eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft, eine stärkere Förderung von Natur- und Umweltschutz, Investitionen in naturverträgliche Bürger*innen-Energie, ein umweltfreundlicher Bausektor und eine ressourcenschonende Industrie: Europa muss den dringenden Handlungsbedarf in diesen Bereichen erkennen. Daraus folgert Antje von Broock: "Als Friedensunion gilt es, den sozial-ökologischen Frieden zu bewahren und die Bürger*innen Europas vor den dramatischen Folgen der Klima-, Arten und Umweltkrise zu schützen."

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