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BUND-Jahresversammlung: Klimakrise macht schnelles Handeln der Bundesregierung unverzichtbar

18. November 2018 | BUND, Kohle, Klimawandel, Energiewende, Grünes Band, Landwirtschaft, Naturschutz, Ressourcen & Technik, TTIP / CETA

Bad Hersfeld. Rund 140 Vertreterinnen und Vertreter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben bei ihrer dreitägigen Jahresversammlung in Bad Hersfeld den Rahmen für die Arbeit des BUND im Jahr 2019 festgelegt. Kerndebatte der Beratungen war die Klimapolitik. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte dazu: "2018 hat die Bundesregierung bisher nichts getan, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. Dass muss sich dringend ändern."

Einstimmig beschlossen die Delegierten den Antrag "Aufbruch Klimaschutz – Kohleausstieg jetzt!", in dem der Verband von der Bundesregierung fordert, alles dafür zu tun, den Kohleausstieg im Einklang mit den Pariser Klimazielen umzusetzen. "Die Klimakrise ist Realität. Es ist die Aufgabe der Bundesregierung, das Ende der Kohleverstromung jetzt einzuläuten. Wir brauchen den Kohleausstieg und einen damit verbundenen Strukturwandel, der sozial gerecht organisiert und langfristig von Bund unterstützt wird", sagte Hubert Weiger.

Ebenfalls einstimmig beschlossen die BUND-Delegierten eine Resolution zur Europawahl 2019. Darin unterstreicht der BUND, dass ein vereinigtes Europa heute wichtiger denn je ist. In diesem Beschluss appelliert der BUND an die Parteien in der EU, sich für eine sozial-ökologische Transformation in der kommenden Wahlperiode einzusetzen. "Bei der Europawahl 2019 entscheidet sich, wer die Europäische Union zukunftsfähig formen wird. Deshalb rufen wir die Bürgerinnen und Bürger auf, zur Wahl zu gehen und demokratische Parteien zu wählen", so der BUND-Vorsitzende.

In der Resolution spricht sich der BUND unter anderem für ein Europa mit einer lebendigen Demokratie aus, fordert eine nachhaltige Agrarreform und einen offensiven Natur-und Artenschutz, wie auch eine nachhaltige Energiewende und die Umsetzung der Klimaziele von Paris. Die Entschließung endet mit der Forderung nach einer grundlegend anderen Wirtschaftspolitik, die sich unter anderem für eine absolute Reduktion des Rohstoffverbrauchs in der EU einsetzt.

Die Bundesdelegierten beschlossen weiterhin, dass sich der Verband in Bezug auf elektromagnetische Felder für das Vorsorgeprinzip stark macht und sich für eine Verringerung der Strahlungsbelastung einsetzt.

Mit Blick auf die Gleichstellung im Verband und im Bundesvorstand haben die Delegierten zudem satzungsändernde Maßnahmen beschlossen. So wird die BUND-Satzung unter anderem in einem Punkt ergänzt, wonach unter dem Vorstandsvorsitz und den zwei stellvertretenden Posten mindestens eine Frau und ein Mann sein sollten. "Der BUND ist ein Verband, der von vielen Frauen und Männern getragen wird. Die jetzt beschlossene Satzungsänderung ist ein längst notwendiger Schritt, diese Tatsache auch strukturell im Verband zu verankern", so Weiger.

Zum Ende der Delegiertenversammlung zog der BUND-Vorsitzende eine positive Bilanz der Verbandsarbeit der vergangenen Monate. "Der Verband blickt auf ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr zurück", erklärte Weiger. "Dank des unermüdlichen Einsatzes unserer Haupt- und Ehrenamtlichen waren wir als großer Umweltverband mit inzwischen über 600.000 Mitgliedern gemeinsam präsent und haben sichtbar für unsere Anliegen gekämpft."

Für die BUND-Delegierten aus ganz Deutschland war der am 9. November im Thüringer Landtag gefallene Beschluss, das gesamte grüne Band in Thüringen auf einer Länge von 763 Kilometern als Nationales Naturmonument rechtlich zu sichern, sehr motivierend für ihr Engagement. Die Delegiertenversammlung dankte vor allem auch der thüringischen Umweltministerin Anja Siegesmund und dem BUND-Vorstandsmitglied und Mitglied des thüringischen Landtags, Dagmar Becker, für ihren großen Einsatz zur erfolgreichen Durchsetzung dieses Zieles. "Der BUND hofft, dass auch andere Bundesländer diesem Beispiel folgen und das Grüne Band bundesweit als Nationales Naturmonument ausgewiesen wird. Im nächsten Jahr feiert das Grüne Band sein 30-jähriges Jubiläum. Dies wäre ein passendes Geburtstagsgeschenk", so Weiger.

Als einer der größten föderal strukturierten deutschen Umweltverbände hat der BUND 16 Landesverbände und rund 2.000 Kreis- und Ortsgruppen. Der BUND ist Mitglied des internationalen Netzwerks Friends of the Earth International (FoEI) und hat Partnerorganisationen in rund 70 Ländern.

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