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BUND fordert von der Bundesregierung eine Ackerbaustrategie

09. April 2019 | Landwirtschaft, Umweltgifte, Lebensräume, Naturschutz, Flüsse & Gewässer, Wildbienen, Schmetterlinge

Berlin. Anlässlich der am Mittwoch beginnenden Agrarministerkonferenz stellt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Anforderungen an eine Ackerbaustrategie vor und fordert die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Ackerbaustrategie der Regierung schnell vorzulegen. Eine repräsentative Emnid-Umfrage für den BUND zeigt zudem, dass eine Kernforderung des Umweltverbandes zum frühzeitigen Ausstieg aus der Nutzung von Glyphosat von der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger geteilt wird.

"Die Bundesregierung muss verbindliche Ziele und konkrete Maßnahmen zur Lösung der Probleme im Ackerbau vorlegen", erklärt Tilman Uhlenhaut, Sprecher des BUND-Arbeitskreises Landwirtschaft. "Die Versäumnisse in der Landwirtschaftspolitik sind immens. Ohne eine solche Strategie wird die notwendige Agrarwende weiter verzögert, eine Vielzahl von Insekten sterben und unsere Gewässer und Böden werden geschädigt." Aus Sicht des BUND sei es unverzichtbar, diese Strategie mit Vertretern von bäuerlichen Betrieben, Ökoanbauverbänden und anerkannten Umweltvereinigungen zu erarbeiten. "Nur eine gemeinsame Anstrengung kann die notwendige Akzeptanz und Wirksamkeit entfalten, die eine Veränderung der Landwirtschaft möglich macht", so Uhlenhaut.

Die zukünftige Ackerbaustrategie muss dem BUND zufolge darlegen, wie die Produktion von Nahrungsmitteln mit der größtmöglichen Schonung von Böden, Wasser und Artenvielfalt gestaltet werden kann. "Die humusaufbauende Bodenbearbeitung und der ökologische Pflanzenschutz müssen Schwerpunkt der Agrarpolitik werden", erläutert Uhlenhaut die von den Arbeitskreisen Landwirtschaft und Naturschutz erstellte BUND-Strategie. "Zudem muss der Ackerbau die Biodiversität in der Agrarlandschaft fördern, zum Beispiel durch eine vielfältige Fruchtfolge, durch den Erhalt und die Neuanlage von Strukturelementen wie Hecken und Randstreifen, aber auch durch Minimierung von Dünger- und Pestizid-Einsatz."

Mit Blick auf das Thema Pestizide betont Uhlenhaut: "Wir sehen uns in unserem Engagement gegen den ungebremsten Einsatz von Ackergiften und für einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung des Totalherbizids Glyphosat bestätigt: 81 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sprechen sich für den schrittweisen Ausstieg aus der Nutzung des Totalherbizids bis 2021 aus. Wieder einmal sind die Menschen weiter als die Politik. Hier muss Julia Klöckner endlich handeln."

In Deutschland wird mehr als die Hälfte der Gesamtfläche – insgesamt 16,7 Millionen Hektar – landwirtschaftlich genutzt. Davon sind knapp 71 Prozent Ackerland und 28 Prozent Dauergrünland. Wobei die konventionelle Landwirtschaft überwiegend durch einen sehr hohen Chemikalien- und Düngemittel-Einsatz geprägt ist. "Die intensive, konventionelle Landwirtschaft mit dem hohen Einsatz an Pestiziden in ausgeräumten Landschaften gehört zu den Hauptverursachern des Insektensterbens. Insbesondere in Ackerbau-, aber auch in den Grünlandregionen ist die biologische Vielfalt bedroht", so der BUND-Experte weiter. "Grundsätzlich muss die Menge an Pestiziden deutlich reduziert und wieder Landschaftsstrukturen als Lebensräume geschaffen werden, um Wildbienen und andere Insekten zu schützen. Notwendig ist aber auch der Umbau der Landwirtschaft, denn die massiven Umweltprobleme lassen sich nicht mit ein paar Blühstreifen alleine lösen."

Mehr Informationen

  • Umfrage zu Insektensterben und Glyphosat (PDF)
  • zum Insektenschutz
  • BUND-Ackerbaustrategie (PDF)
  • Pressekontakt: Tilman Uhlenhaut, stellv. Landesgeschäftsführer Niedersachsen und Sprecher des BUND-Bundesarbeitskreises Landwirtschaft, Tel.: (05 11) 9 65 69-13, Mobil: 0 15 77 / 44 99 120, tilman.uhlenhaut(at)nds.bund.net, Katrin Wenz, BUND-Agrarexpertin, Tel.: (030) 2 75 86-549, katrin.wenz(at)bund.net bzw. Sigrid Wolff, BUND-Pressesprecherin, Tel.: (030) 2 75 86-425, presse(at)bund.net

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