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BUND fordert schnelle Überprüfung des Konzepts für Atommüll-Zwischenlager und mehr Problembewusstsein

16. Januar 2018 | Atomkraft

Berlin: Anlässlich der Veröffentlichung zweier Gutachten zur Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle durch das Nationale Begleitgremium (NBG) zur Atommüll-Lagersuche fordert der BUND eine schnelle Überprüfung des Konzepts für Atommüll-Zwischenlager. Auch die durch das NBG beauftragten Gutachter Hans Hagedorn und Hartmut Gaßner vom Öko-Institut mahnen eine schnelle Bearbeitung konzeptioneller Fragen an, um bei auslaufenden Genehmigungen für Zwischenlager rechtzeitig reagieren zu können. Eine Zwischenlagerung über die bislang genehmigten Zeiträume hinaus sei "mit Herausforderungen sowohl sicherheitstechnischer als auch konzeptioneller Art verbunden". Konzeptionell sei etwa zu entscheiden, "ob alle derzeitigen Standorte für Zwischenlager erhalten bleiben oder ob eine teilweise oder vollständige Zentralisierung angestrebt wird".

Der BUND fordert aus diesem Anlass von den zuständigen Politikern in Bund und Ländern, die Probleme der Atommüll-Zwischenlagerung endlich offen zu thematisieren. "Das Zwischenlager-Konzept muss dringend und unter Beteiligung der betroffenen Menschen vor Ort überprüft werden. Die Zwischenlagerung wird deutlich länger erforderlich sein als bisher gesetzlich geregelt", sagte der BUND-Atomexperte Thorben Becker. Daher müsse die neue Bundesregierung sich auch in ihrem Koalitionsvertrag auf eine rasche und noch im laufenden Jahr beginnende Überprüfung der Zwischenlager einigen.

Der BUND hatte bereits im Oktober 2017 eine Studie zu den wachsenden Sicherheitsproblemen der Atommüllzwischenlagerung präsentiert. Darin kommt die Atomsicherheitsexpertin Oda Becker zu dem Ergebnis, dass die Sicherheit der Atommüllzwischenlager problematisch ist. Defizite sieht die Studienautorin unter anderem bei fehlenden Reparatur- und Inspektionsmöglichkeiten und bei dem unzureichenden Schutz gegen potenzielle Terroranschläge. Weil mit der Einlagerung des Atommülls in ein tiefengeologisches Lager erst ab dem Jahr 2050 oder deutlich später begonnen werden könne, müssten die Zwischenlager zudem deutlich länger als geplant und bisher genehmigt in Betrieb bleiben. Dies berge neue Risiken.

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