Art des Monats: Glattrochen – Verschollen oder ausgestorben?

26. November 2021 | Naturschutz, Lebensräume, Meere

 (Chris Rickard)

Berlin. Die biologische Vielfalt befindet sich in einer tiefen Krise. Viele Arten weltweit sind vom Aussterben bedroht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stellt in seiner Serie "Art des Monats" im November den Glattrochen (Dipturus batis) vor: Die Giganten der Meere sind vor deutschen Küsten bereits ausgestorben und weltweit vom Aussterben bedroht.

Mehr als zweieinhalb Meter lang, über hundert Kilogramm schwer und wohnorttreu. Erwachsene Glattrochen halten sich in einer Tiefe von 100 bis 600 Metern bevorzugt im gleichen Gebiet auf. Vor der nordfriesischen Insel Amrum wurden Mitte des 20. Jahrhunderts bei jeder Ebbe bis zu tausend Exemplare gesichtet. Das erklärt auch den englischen Namen des Fisches: "common skate" – "gewöhnlicher Rochen." Doch das war einmal, inzwischen sind die Bestände buchstäblich verspeist. Wissenschaftler*innen sind sich nicht einig, ob der Fisch ausgestorben oder nur verschollen ist. Aber ist ein so großer Fisch zu übersehen?

Nadja Ziebarth, Leiterin des BUND Meeresschutzbüros: "Glattrochen wurden lange Zeit gezielt gejagt und waren zusätzlich noch Beifang, vor allem in der Grundschleppnetzfischerei. Da Rochen erst sehr spät geschlechtsreif werden und nur wenige Nachkommen kriegen, sind sie besonders stark durch menschengemachte Störungen gefährdet. Aber auch der Klimawandel wirkt sich auf die Rochen aus. Für gesunde und vielfältige Meere müssen marine Arten und Lebensräume effektiv und umfassend geschützt sowie Nutzungen nachhaltig gemanagt werden."

Mehr Informationen

  • Hinweis an Redaktionen: Der BUND macht in seiner Serie "Art des Monats" auf zahlreiche Natur-Kleinode und die besondere internationale Verantwortung Deutschlands für heimische Arten aufmerksam: Jeden Monat veröffentlichen wir ein Porträt von in Deutschland vorkommenden und gefährdeten Arten. Neben Flora und Fauna aus der Wildbahn zählen dazu auch alte Kultursorten und -rassen. Die Porträts erzählen nicht nur die Geschichte einzelner Arten, sondern geben in ihrer Gänze einen guten Überblick über die Vielfalt an Arten, Lebensräumen aber auch Gefährdungsursachen. Gerne kommen wir mit Ihnen ins Gespräch über redaktionelle Anknüpfungspunkte und vermitteln Interviews mit unseren Expert*innen.
  • zum Glattrochen
  • Die bisher veröffentlichten BUND-Artensteckbriefe im Überblick:
  • BUND-Hintergrund zu Artenhilfsprogrammen (PDF)
  • Kontakt: BUND-Pressestelle (Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net

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