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Aktionärsversammlung der Volkswagen AG: Neue Ehrlichkeit erforderlich

03. Mai 2018 | Mobilität, Nachhaltigkeit

Wolfsburg/Berlin: Seit nunmehr zweieinhalb Jahren dringen immer neue Aspekte des Dieselabgasskandals an die Öffentlichkeit. Zwei VW-Vorstandsvorsitzende wurden in dieser Zeit abgelöst und Änderungen in der Unternehmenskultur immer wieder öffentlich bekundet. Diese sind bislang jedoch nicht zu erkennen. Die zuletzt guten Verkaufszahlen können nicht darüber hinweg täuschen, dass das Image von VW angeknackst ist und Glaubwürdigkeit verspielt wurde. Die Vielzahl der Rechtsverfahren, Durchsuchungen und Rückrufaktionen lässt erahnen, dass nach wie vor hoher Aufklärungsbedarf im Konzern besteht. Für den BUND stehen Vorstand und Aufsichtsrat der Volkswagen AG weiterhin in der Pflicht, den Abgasskandal lückenlos aufzuklären und die durch Dieselabgase nach wie vor entstehenden Schäden für Mensch und Natur schnellstens zu minimieren.

Im Rahmen der Aktionärsversammlung sagt der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg in seiner Rede vor Ort: "Die Salamitaktik, immer nur die Vorgänge zuzugeben, die bereits gerichtsfest nachgewiesen wurden, wird auf Dauer weder für den Konzern noch für seine Kunden zielführend sein. Der neue Konzernchef Diess muss jetzt zeigen, dass mit ihm ein neuer Geist der Aufklärung und Ehrlichkeit einzieht. Die Fehler seiner Vorgänger müssen der Vergangenheit angehören und dürfen von ihm nicht wiederholt werden. Das Thema Schadstoffminderung muss ganz oben auf der Agenda des neuen Vorstandsvorsitzenden stehen. Es liegt in seiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass alle betroffenen Fahrzeuge aller Konzernmarken wirksam nachgerüstet werden, notfalls auch durch Einbau von zusätzlichen Hardware-Systemen. Das ist der VW-Konzern seinen Kunden und den unter hohen Schadstoffwerten leidenden Menschen schuldig." Hilgenberg bemängelt zudem, dass noch immer Neuwagen verkauft würden, die Aussagen über die Wirksamkeit ihrer Abgasnachbehandlung vermissen ließen: "Wer öffentlich über Diesel-Pkw der neuesten Abgasnorm als Lösung aller Stickoxidprobleme spricht, gleichzeitig aber vor allem Fahrzeuge verkauft, die eben dieser Norm Euro 6d nicht entsprechen, verkauft letztendlich seine Kunden für dumm."

Zudem müsse sich die vielbeschworene Nachhaltigkeit endlich auch in der Produktpalette des Konzerns widerspiegeln. Hilgenberg: "Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Wort mit dem sich Werbung machen lässt, sie muss im Konzern auch gelebt werden. Wenn die Autos immer größer, schwerer und leistungsstärker werden, steht das den VW-Zielen eines sorgsamen Umgangs mit Umwelt und Ressourcen direkt entgegen. Nachhaltigkeit bedeutet nicht Geländewagen und schwere Limousinen zukünftig einfach mit Strom statt mit Benzin oder Diesel anzutreiben. Nachhaltigkeit bedeutet den Rohstoff- und Energiebedarf für Produktion und Betrieb der Fahrzeuge zu minimieren. Dies ist das Gebot der Zukunft und daran wird sich der Konzern messen lassen müssen."

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