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30 Jahre Grünes Band: Grenzen trennen, Natur verbindet

05. Juni 2019 | BUND, Grünes Band

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) feiert im Rahmen eines Sommerfestes das 30-jährige Bestehen des "Grünen Bandes" und zieht mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze, der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund und dem BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger ein Zwischenfazit des vom BUND initiierten, ersten gesamtdeutschen Naturschutzprojektes. Dass das Grüne Band von Thüringen zum Nationalen Naturmonument erklärt wurde, sieht der BUND als richtigen Weg und hofft, dass auch andere Bundesländer diesem Vorbild folgen. Ziel ist es, die noch bestehenden Lücken im Grünen Band – also Flächen, die noch nicht naturnah bewirtschaftet werden oder unter Naturschutz stehen – zu schließen, um einen durchgehenden Biotopverbund zu schaffen.

Dabei sprachen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussionsrunde durchweg für den weiteren Schutz aus und wiesen auf die Bedeutung des Grünen Bandes hin. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, kommentiert: "Das Grüne Band ist lebendiges Symbol der jüngeren deutschen Zeitgeschichte. Seit dem Fall der Mauer vor 30 Jahren setzt sich der BUND engagiert dafür ein, diesen 1.400 Kilometer langen Streifen als Rückzugsraum für bedrohte Tiere und Pflanzen zu erhalten." Weiger weiter: "Naturschutz ist angesichts des dramatischen Artensterbens wichtiger denn je. Um den Schatz unserer biologischen Vielfalt zu erhalten, müssen wir die Schutzstandards auch im Grünen Band dauerhaft sichern. Gleichzeitig müssen Land- und Forstwirtschaft naturverträglicher gestaltet werden. So sollte beispielsweise der Einsatz von Pestiziden in Schutzgebieten untersagt und auf allen Flächen deutlich reduziert werden." 

Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, erklärt im Rahmen der Diskussionsrunde: "Seit 30 Jahren gilt die einst trennende Grenze als Ort der Erinnerung und des Gedenkens und als Mahnmal dafür, wie wenig selbstverständlich einerseits und wie kostbar andererseits ein friedliches Miteinander in Deutschland und in Europa ist. Gleichzeitig entwickeln wir ein Landschaftsband, das der Natur und somit der Zukunft gewidmet ist: Das Grüne Band ist der längste Verbund von Lebensräumen der Natur in Deutschland und ein Querschnitt durch fast alle deutschen Landschaften; von norddeutschen Niederungsgebieten bis zu den Mittelgebirgen. Diese Entwicklung, vom Todesstreifen hin zum Lebensraum für Mensch und Natur, bietet eine große Chance für die Natur und ist eine Bereicherung für alle, die hier leben."

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU, sagt: "Seit 30 Jahren ist das Grüne Band Mahnung und Verpflichtung: Wo einst Grenzen trennten, verbindet uns heute die Natur. Aus Stacheldraht und Sperrzone entstand dank dem großen Engagement von Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie der Länder nicht nur ein Biotopverbund mit einzigartigen Lebensräumen und außergewöhnlicher Artenvielfalt, sondern ein einzigartiges Symbol: Für die Überwindung eines geteilten Deutschlands, für eine länderübergreifende Zusammenarbeit beim Natur- und Artenschutz und für den europäischen Gedanken."

Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz, erklärt: "Mit der Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument geht von Thüringen ein starkes Signal aus. Es geht an alle anderen Bundesländer am Grünen Band und hat europäische Tragweite. Wir bewahren die einmalige Verbindung von Geschichte und Natur für künftige Generationen. Wir brauchen diese Strahlkraft für ein geeintes und friedliches Europa."

30 Jahre Grünes Band –  vom Todesstreifen zur Lebenslinie für die Natur: Seit dem Fall der Mauer hat der BUND entlang der innerdeutschen Grenze auf rund 1.400 Kilometern eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte geschaffen – vom Ostseestrand bis ins sächsisch-bayerische Vogtland. Der ehemalige Grenzstreifen wurde zu einem Refugium für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten, wie Fischotter, Schwarzstorche oder Arnika. 

Der BUND fordert gerade im Jubiläumsjahr den Lückenschluss des Grünen Bandes entlang der gesamten ehemaligen innerdeutschen Grenze. Dazu sollte die Fläche auf seiner ganzen Länge als Nationales Naturmonument ausgewiesen werden und das Grüne Band Deutschland mit dem Grünen Band Europa als UNESCO-Weltnatur und Kulturerbe gesichert werden. 

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