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Die drei Typen des Moores

In Deutschland gibt es Nieder-, Hoch- und Übergangsmoore.

Ewiges Meer: Hochmoor bei Aurich, Ostfriesland; Foto: Wolfgang Willner / BUND Das Ewige Meer in Ostfriesland ist der größte Hochmoorsee Deutschlands.  (Wolfgang Willner / BUND)

Moore gibt es überall dort, wo ausreichend Wasser vorhanden ist. Auf Wiesen, in Wäldern, auf Bergkämmen und in tiefen Tälern. Sie entstehen durch Ablagerungen organischen Materials, das durch ein Überangebot an Wasser nicht abgebaut wird. Die überschüssige Biomasse wird als Torf eingelagert. Moore wachsen sehr langsam. Nur einen Millimeter pro Jahr nimmt die Torfschicht in einem lebenden Hochmoor zu.

Was kennzeichnet die einzelnen Moortypen?

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Niedermoore

Niedermoore bzw. grundwasserernährte Moore entstanden in feuchten Senken, Mulden oder in Flussniederungen sowie an Hängen im Bereich von Quellwasseraustritten. Auch verlandende Seen werden als Niedermoore bezeichnet. Sie sind abhängig vom mehr oder weniger nährstoffreichem Grund-, Quell- oder Sickerwasser.

Aufgrund des hohen Wasserstandes und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel werden die Abbauprozesse der abgestorbenen Pflanzen gehemmt, dadurch ist die Stoffproduktion der Pflanzen höher als die Zersetzung. Die unvollständig abgebauten Pflanzenreste sammeln sich am Gewässergrund, daraus entstehen mit der Zeit Torfe. Die Torfschicht ist meistens dünn und liegt direkt auf dem Mineralboden auf, sie kann zeitweise auch trockenfallen. Diese Torflager werden unter Zufuhr von Mineralstoffen mit dem Grund- oder Oberflächenwasser gebildet. Das Niedermoor wächst nur geringfügig in die Höhe, es bleibt in Kontakt mit dem nährstoffreichen Grundwasser. Die Niedermooroberfläche folgt der des Grundwassers, d.h. sie ist eben und erhebt sich kaum über den Grundwasserspiegel. Der pH-Wert eines Niedermoores liegt zwischen 3,5 und 7,0.

Aufgrund ihres vergleichweise hohen Nährstoffgehaltes ist in Niedermooren die Tier- und Pflanzenwelt artenreicher als in Hochmooren, wobei die Anzahl der Arten je nach Kalkgehalt variiert. 

Hochmoore

In kühl-feuchten Gebieten, in denen weniger Wasser verdunstet und abfließt, als es in Summe regnet, entwickeln sich sogenannte Regenwasser- oder Hochmoore. Sie sind im Grunde über das Grundwasserniveau hinaus gewachsene Niedermoore bzw. wurzelten direkt auf mineralischem Untergrund. Diese über Jahrhunderte bis Jahrtausende gewachsenen Moore decken ihren Nährstoffbedarf ausschließlich über die nährstoffarmen Niederschläge. Sie besitzen keinen Kontakt mehr zum Grundwasser und zum Mineralboden.

Typisch für Hochmoore sind die sogenannten Torfmoose (Sphagnum), die große und schwammartige Polster bilden, die über das allgemeine Grundwasserniveau empor wuchern. Charakteristisch für ein Regenwassermoor ist ein sehr niedriger pH-Wert, fast wie Essigwasser. Dieser ergibt sich durch die geringe Mineralstoffversorgung und die Stickstoffarmut. Aufgrund dieser lebensunfreundlichen Bedingungen kommen in Hochmooren nur wenige spezialisierte Tier- und Pflanzenarten vor. 

Übergangsmoore (Zwischenmoore)

Das Übergangsstadium in der Entwicklung vom Nieder- zum Hochmoor wird als Übergangsmoor bezeichnet. Es wird sowohl über Grundwasser als auch über Regenwasser gespeist. Gibt es genug Niederschläge, kann es sich zum Hochmoor entwickeln.

Die Vegetation setzt sich aus typischen Nieder- und Hochmoorarten zusammen, die auch mosaikartig gemischt vorkommen können. Um die vegetationsökologische Zwischenstellung dieser Moore zu betonen, wird auch der Begriff Zwischenmoor verwendet.

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Nicola Uhde

BUND-Moorexpertin
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