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Bleimunition vergiftet Seeadler

Die Zahl der durch Bleivergiftung jämmerlich krepierenden Seeadler nimmt nicht ab. Grund für die Vergiftungen ist die Jagd auf Wildtiere mit bleihaltiger Munition. Deshalb fordert der BUND, Bleimunition endlich zu verbieten.

Wie kommt es zu den Vergiftungen?

Die Seeadler fressen an Kadavern und den von den Jäger*innen im Wald zurückgelassenen Innereien der erlegten Tiere. So nehmen sie mit der Nahrung auch Munitionsteile und eben das Blei auf. Vor allem im Winter greifen die Tiere auf diese Nahrungsquellen zurück, da das Angebot an Fisch und Wasservögeln nur gering ist. Daher sind die Wintermonate auch die Hochzeit für Bleivergiftungen bei Seeadlern. Fast ein Drittel der verendeten Seeadler starb in den vergangenen Jahren an Bleivergiftungen.

Seeadler; Foto: dannymoore1973 / CC0 / pixabay.de Seeadler fressen die Überreste von mit Bleimunition erlegter Tiere – und verenden elendig daran

Blei kann auch beim Menschen die Nerven schädigen

Die Bestände dieser stolzen Greifvögel belaufen sich deutschlandweit auf etwa 600 Brutpaare und sind seit den 70-iger Jahren wegen des DDT-Verbots deutlich gestiegen. Die größten Vorkommen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Doch die Vergiftung durch Blei bleibt eine ernsthafte Bedrohung für unsere Seeadler.

Blei ist ein sehr giftiges Schwermetall. Es hat bereits in geringen Mengen schwerwiegende Auswirkung auf das zentrale Nervensystem. Daher sollte die Verwendung bleihaltiger Munition auch im Hinblick auf den Verbraucherschutz überdacht werden. Der Verzehr von Wild und eine damit verbundene mögliche Aufnahme von Blei können vor allem bei kleinen Kindern zu neuronalen Beeinträchtigungen führen.

In einem großen Versuch der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (DEVA) zeigte sich, dass bleifreie Geschosse genauso sicher eingesetzt werden können wie bleihaltige Munition. In anderen Ländern wie den USA und Japan ist bleihaltige Munition teilweise bereits untersagt.

Der BUND fordert ein schnelles Verbot von Bleimunition

Denn nicht nur Seeadler sterben insbesondere im Winter an Bleivergiftung, sondern auch dem Menschen droht zusätzliche Belastung durch belastetes Wildfleisch.

Für viele Menschen gehört der Verzehr von tierschutzgerecht erlegtem Wild wie Wildschwein, Reh oder Rothirsch zu einer nachhaltigen Ernährung. Studien des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigen, dass deren Fleisch, wenn mit Bleimunition erlegt wurde, mehr Blei enthält als Wildbret, das mit bleifreier Munition gewonnen wurde. Die höheren Bleigehalte sind auch in weiter entfernten Fleischstücken wie dem Rücken oder der Keule zu finden. Es ist also nicht das Futter der Tiere, dass das Essen belastet, sondern die falsche Munition.

Bei fehlenden Grenzwerten für Blei im Essen und fehlenden Qualitätssiegeln für bleifreies Wildfleisch bleibt den Verbraucher*innen zurzeit nur, die Wildhändler*innen oder Jäger*innen selbst zu fragen und unbelastetes Wild einzufordern.

Dabei wäre das Problem leicht zu lösen: Alternativen existieren bereits oder können zur Verfügung gestellt werden. Der BUND hat jetzt zusammen mit anderen Verbänden die Agrarminister*innen der Länder aufgefordert, Blei endlich in der Jagdmunition zu verbieten!

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Ihr Ansprechpartner

Magnus J.K. Wessel

Leiter Naturschutzpolitik und -koordination
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