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Klimafreundlicher Lieferverkehr für saubere und lebenswerte Städte

Der Lieferverkehr in den Städten nimmt zu – und das bedeutet: Verkehrschaos, schlechte Luft, weniger Lebensqualität. Im Rahmen des Projekts "Klimafreundlicher Lieferverkehr für saubere und lebenswerte Städte" sucht der BUND nach Lösungen, um dem Wachstum des Lieferverkehrs und dessen negativen Folgen auf Mensch und Umwelt entgegenzuwirken. Das Projekt ist Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) und wird vom Bundesumweltministerium finanziert.

Darum geht es

Lieferfahrzeuge in der Stadt Elektrofahrzeuge – wie hier von UPS – können helfen, den Lieferverkehr in der Stadt klimafreundlicher zu machen. Zugleich sollten innerstädtische Transporte aber auch gebündelt werden, so dass nicht jedes Unternehmen eigene Fahrzeuge (wie hier UPS und DHL) unterhalten muss.  (Jens Hilgenberg / BUND)

Der Verkehr in der Stadt ist vielerorts ein Problem: Verstopfte Straßen, zugeparkte Fahrrad- und Fußwege, Parken in zweiter Reihe, schlechte Luft und nicht zuletzt: CO2-Emissionen.

Der Lieferverkehr spielt hierbei eine große und immer größer werdende Rolle: Waren sollen den Einzelhandel erreichen, immer mehr Pakete wollen direkt zu den Kund*innen, kommunale Unternehmen beliefern ihre Standorte und und und … ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Gerade für den Onlinehandel wird weiterhin ein deutliches Wachstum prognostiziert. Neue Geschäftsfelder werden erschlossen und zusätzliche, neue Akteure wie der Lebensmittelhandel drängen auf den Markt.

Aktuell wird rund ein Drittel des Verkehrsaufkommens in Städten durch den Güter- bzw. Lieferverkehr verursacht. Das ist viel Verkehr, der zudem nach wie vor fast vollständig auf Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor basiert, sprich auf fossilen Brennstoffen beruht – mit all den damit verbundenen Nachteilen.

Deshalb ist der Lieferverkehr ein wichtiger Ansatzpunkt, um die Lebensqualität in den Städten zu verbessern und das Klima zu schützen: Urbaner Lieferverkehr kann und muss stadtverträglich werden! Gerade auf der "letzten Meile", also auf dem Weg zu den Endverbraucher*innen, können Transporte bedeutend klimafreundlicher, effizienter und sauberer werden. Dafür möchte der BUND in dem von der "Nationalen Klimaschutzinitiative" (NKI) geförderten Projekt "Klimafreundlicher Lieferverkehr für saubere und lebenswerte Städte" Lösungen finden.  

Das machen wir

Schild: Ladezone; Foto: Jens Hilgenberg / BUND In der Stadt sind zukünftig v.a. kleine, emissionsfreie Lieferfahrzeuge wie z.B. E-Lastenräder gefragt. Aber auch bei leichten Nutzfahrzeuge unter fünf Tonnen gibt es Innovationen.  (Jens Hilgenberg / BUND)

Gemeinsam mit Kommunen und interessierten Unternehmen vor Ort wird der BUND in dem Projekt Maßnahmen für eine klimafreundliche Lieferlogistik entwickeln und umsetzen. Nicht zuletzt geht es darum, die Kommunen und Unternehmen in die Lage zu versetzen, selbst entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Im Vordergrund stehen dabei:

  • Die Verkehrsvermeidung, also die Reduzierung von Fahrzeugkilometern durch Kooperation,
  • die Nutzung von Fahrzeugalternativen, also z.B. elektrisch angetriebene Lieferfahrzeuge, Lastenräder u.v.m. sowie
  • die allgemeine Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Transportmittel.
  • Die Maßnahmen zielen darauf ab,
  • den Ausstoß von verkehrsbedingten Treibhausgasen in den Städten zu verringern  (Beitrag zum Klimaschutz) und
  • die Luft- und Lebensqualität in den Städten zu verbessern, also u.a. den Ausstoß von Luftschadstoffen zu reduzieren.

Wir zeigen zudem, dass nahezu alle getroffenen Maßnahmen einen Mehrfachnutzen haben, der weit über das eigentliche Thema der CO2-Einsparung hinausstrahlt.

Das sind unsere Zielgruppen

Das Projekt richtet sich an:

  • Entscheider in Politik und Verwaltung der Städte und Kommunen: Denn diese können für die klimafreundliche, effiziente und saubere Ausgestaltung des innerstädtischen Lieferverkehrs einen Rahmen setzen. Im direkten Austausch mit  ihnen will der BUND über positive Beispiele aus der Praxis informieren und nützliche Tipps zur Umsetzung verschiedener Maßnahmen geben, die für die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten gut passen.
  • Private oder öffentliche Unternehmen: Während die Politik den Rahmen setzen muss, sind es die  Unternehmen, die die Einsparung von Treibhausgasen realisieren können.
  • Die Bundespolitik: Vielfach sind Städten und Kommunen bei der Umsetzung guter Ideen die Hände gebunden, weil die Bundesgesetzgebung lokale Entscheidungen erschwert. Auf Bundesebene müssen deshalb Grundlagen geschaffen werden, die Maßnahmen für klimafreundlichen Lieferverkehr auf kommunaler Ebene ermöglichen. 

Das sind unsere Lösungsansätze

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Alternative Lieferkonzepte

Ein Lösungsansatz liegt in der Bündelung der innerstädtischen Transporte. Also im Zusammenlegen von Fahrten, um insgesamt weniger Fahrzeuge im Einsatz zu haben und Emissionen zu vermeiden. Das kann klassisch durch eine bessere Auslastung der Fahrzeuge geschehen. Allerdings stoßen die Transportdienstleister hier oft schon an ihre Grenzen. Um wirksam zu bündeln, wäre es sinnvoll, die Auslieferungen auf der letzten Meile an ein unabhängiges Unternehmen zu übertragen, das alle Pakete gemeinsam befördert und zustellt.

Weiterhin ist die Einrichtung kleiner innerstädtischer Sammelstellen für Pakete sinnvoll, sogenannter Mikro-Depots, von denen aus die Transportdienstleister (oder im Idealfall der eine Transportdienstleister) an die umliegenden Empfänger*innen ausliefern bzw. ausliefert. Sind die Zustellgebiete kleiner, können alternative Lieferfahrzeuge wie z.B. Lastenräder genutzt werden, die den Ausstoß von CO2 und anderen Schadstoffen verringern.

Auch stellt sich die Frage, ob wirklich jedes Paket an die Wohnungstür gebracht werden muss: Kann es bei Mehrfamilienhäusern nicht auch einen sicheren Ort im Hauseingang geben, wo sie abgestellt werden? 

Alternative Lieferfahrzeuge

Als klimafreundliche Alternativen für Lieferfahrzeuge spielen elektrisch angetriebene Fahrzeuge jeglicher Art, gemeinsam mit der bereits existierenden Vielzahl verschiedener Lieferradkonzepte, eine große Rolle. In den vergangenen Jahren standen elektrische Lieferwagen und Lkw kaum zur Verfügung. Das ändert sich gerade: Hersteller weltweit und inzwischen auch in Deutschland beginnen mit der serienmäßigen Produktion von E-Lkws. Für das Jahr 2019 ist für einige Modelle die Serienproduktion angekündigt. Und in Sachen Fahrradlogistik ist die Vielfalt an Modellen kaum noch zu überblicken – sowohl mit als auch ohne Elektroantrieb ! Einen Überblick über die verschiedenen Fahrzeuge stellen wir im Rahmen des Projekts in Kürze zur Verfügung.

Es ist wichtig, Bündelung und Elektrifizierung zusammen zu denken und nicht einfach heutige Lieferwagen gegen elektrische Fahrzeuge auszutauschen.

Um in den Innenstädten stadtverträglich zu beliefern, sind kleine, emissionsfreie Fahrzeuge wie z.B. E-Lastenräder nötig. Damit diese effektiv eingesetzt werden können, müssen Sendungen sinnvoll nach kleineren Zustellgebieten gebündelt werden. Hierfür wiederum müssen sich die verschiedenen Anbieter, von Paketdiensten bis hin zum Lebensmittelhandel, gut vernetzen und zusammenarbeiten. 

Information

Ein weiterer wichtiger Lösungsansatz ist weit weniger technisch. Es geht um Kommunikation. Denn auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen ist ein wichtiges Instrument, um die Handlungsfähigkeit zu stärken. Es zeigt sich immer wieder, dass ein solcher Austausch nicht selbstverständlich ist.

Und natürlich wollen wir auch andere relevante Akteure, wie die Transportdienstleister und weitere Unternehmen, an einen Tisch holen und über Handlungsmöglichkeiten informieren bzw. solche erarbeiten.

Auch werden die beteiligten Akteure im Rahmen des Projekts über etwaige Fördermöglichkeiten auf dem Laufenden gehalten.

Rahmenbedingungen

Um Lieferfahrten zu reduzieren und verträglicher zu machen, braucht es starke und handlungsfähige Kommunen. Bislang können Kommunen den innerstädtischen Lieferverkehr z.B. durch Halteverbote, Halte- und Ladezonen, Umwelt- und Fußgängerzonen, für die dann spezielle Regeln für das Befahren und Beliefern gelten, lenken. Im Rahmen des Projekts haben wir die Möglichkeit, die Partner-Kommunen zusätzlich hinsichtlich ihrer Handlungsmöglichkeiten und öffentlicher Förderungen zu beraten.

Doch reichen diese bisherigen Maßnahmen bei weitem nicht aus. Die Kommunen brauchen mehr und stärkere Befugnisse, um den innerstädtischen Verkehr gestalten zu können. Die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen werden durch verschiedene Regelungen auf Bundesebene beschränkt. So liegt etwa die Weiterentwicklung der Umweltzone zur Blauen Plakette derzeit beim Bundesverkehrsministerium. 

Um es den Kommunen leichter zu machen, die Verkehrssituation zu verbessern, sind Änderungen der Straßenverkehrsordnung nötig. Zum Beispiel die Privilegierung emissionsfreier Lieferverkehre oder auch die Einrichtung von Parkplätzen/Ladezonen für emissionsfreie Lieferfahrzeuge. 

Zudem ist es unerlässlich, dass der Ordnungsrahmen so verändert wird, dass Länder, Städte und Kommunen in der Lage sind, verbindliche Vorgaben und Emissionsgrenzwerte für den gewerblichen Personenverkehr, also für Busse, Taxen, Mietwagen und Carsharing-Fahrzeuge sowie für Kurier-, Express- und Paketfahrzeuge zu erlassen. Dies ist im aktuellen Koalitionsvertrag festgehalten und muss dringend und zeitnah umgesetzt werden.

Publikationen zum Thema

Logo der Nationalen Klimaschutzinitiative Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium (BMU) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) im Bereich der innovativen Klimaschutzprojekte als Einzelprojekt im Bereich "Kommunen" gefördert.

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Förderprogramme

Sie sind ein Unternehmen oder eine Kommune und möchten Ihren Lieferverkehr klimafreundlicher gestalten? Hier finden Sie eine Übersicht, wo Sie Fördergelder beantragen können.

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