Gute Fotos

Tipps und Tricks fürs Fotografieren und für die Auswahl und Nutzung von Bildern im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit

Gute Fotos für eine gute Öffentlichkeitsarbeit

Gute Fotos wecken Emotionen, ziehen Aufmerksamkeit auf sich und vermitteln in wenigen Sekunden, was nur schwer in Worte zu fassen ist. Sie dienen als Blickfang sowohl auf Handzetteln, Broschüren und Plakaten als auch auf Internetseiten, Newslettern und in Sozialen Medien. Ohne gute Fotos ist es fast unmöglich, die Aufmerksamkeit der eigenen Zielgruppe zu gewinnen und so zum Lesen von Texten, zum Besuch von Veranstaltungen oder zum Mitmachen zu motivieren.
 
Daher: Nutzen Sie gute Fotos in Ihrer Öffentlichkeitsarbeit! 

Stellen Sie Ihre BUND-Projekte und –Aktivtäten vor und stellen Sie sich und die Menschen im BUND vor! Menschen als Motiv sind elementar für gute BUND-Fotos. Der BUND ist ein Mitmachverband – das persönliche Engagement auf allen Ebenen ist eine Kernidentität unseres Verbands. 

Allgemein gilt: Nutzen Sie für Ihre Öffentlichkeitsarbeit einige wenige, dafür größere Fotos, um Interesse zu wecken. Achten Sie darauf, dass auf Ihren Fotos das BUND-Logo zu sehen ist.

Planen Sie Fotos bzw. Motive und Perspektiven bereits im Vorfeld von Fotoanlässen wie Aktionen, Veranstaltungen, Führungen, Pflegemaßnahmen.

Ansprechpartner

Felix Formanski


E-Mail schreiben Tel.: + 49 30 275 86-550

Checkliste

Das sollten Sie tun:

  • Wichtiges im Vordergrund, Unnötiges weglassen
  • Zeigen Sie entschlossene, mutige und freundliche Gesichter in Nahaufnahme, die idealerweise direkt in die Kamera schauen
  • Zeigen Sie Menschen in Aktion/ in aktiver Haltung
  • Fokussieren Sie auf eine klare Botschaft, Schild/ Banner sollte lesbar sein (Tipp: Arbeiten Sie mit Tiefenunschärfe)
  • Zeigen Sie einen bekannten Ort (Verortung, Wiedererkennung)
  • Nutzen Sie den Raum (arrangieren Sie Personen hintereinander, nicht nebeneinander)
  • Nutzen Sie nonverbale Symbole, die deutlich erkennbar sind (z.B. Kerze = Hoffnung, Stoppzeichen = aufhören)
  • Nutzen Sie BUND-Aktionsmaterial oder Kampagnensymbole (Wiedererkennung)

Das sollten Sie vermeiden:

  • Gesichter sind weit weg oder verdeckt oder gehen in der Masse der Personen unter (Banner, Fahnen, Schilder über Brusthöhe)
  • Menschen stehen „schlapp“ nebeneinander oder schauen in die Luft
  • Zu viele Banner und Schilder, deren Texte und Motive nicht lesbar sind
  • Das Foto könnte überall aufgenommen sein
  • Alle stehen in einer Reihe, weit weg von der Kamera
  • Immer gleiche Infostandbilder
  • Der Sinn der Aktivität, das Thema oder die Botschaft sind nicht zu erkennen 

Diese Fotos brauchen Sie von jedem Fototermin

Eine Veranstaltung steht bevor und Sie sind für die bildliche Dokumentation verantwortlich? Grundsätzlich sollten Sie versuchen, das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven einzufangen. Unabhängig von den lokalen Gegebenheiten brauchen Sie Aufnahmen aus drei Perspektiven: 

1. Totale – Alles auf einen Blick

Fangen Sie den gesamten Anlass auf einem Foto ein. Das Foto erzählt: Ort, alle/viele Menschen, Hauptbotschaft. Fotografiertipp: Aus weiter Entfernung, von oben, Weitwinkel

2. Halbtotale - Hauptmotiv im Anlass

Fokussieren Sie das Hauptmotiv mit Kernbotschaft im Anlass. Das Foto erzählt z.B. „Wir, mit unserer Botschaft in der Demo“, „Vorsitzende erläutert Forderung bei einer Veranstaltung“. Fotografiertipp: Auf Augenhöhe, Hauptmotiv schräg von vorn mit Fluchtlinie nach hinten

3. Detailaufnahme – Hauptmotiv ganz nah oder Nebenmotive

Zeigen Sie die Vielfalt des Anlasses, den zeitlichen Ablauf, das Hauptmotiv in verschiedenen Situationen, emotionale Details, Nebenbotschaften etc. Fotografiertipp: Tiefenunschärfe, ungewöhnliche Perspektiven/Standorte

Wichtige Aufnahmesituationen: Das sollten Sie beachten

Aktion/Lokaltermin

Jörg Farys / BUND

Motiv nicht mittig im Bild positionieren. Das wirkt oft langweilig. Nutzen Sie den Raum, um zusätzliche Informationen zu vermitteln. Ist im Hintergrund Ihres Bildes ein Wahrzeichen der Stadt zu erkennen, schaffen Sie eine Identifikationsmöglichkeit für die Betrachter*in. So erzeugen Sie mehr Spannung und Interesse.

Gesichter in Nahaufnahme zeigen. Gesichter sind für die Wirkung von Fotos entscheidend: Sie dienen nicht nur als Blickfang, sondern übermitteln auch Botschaften und rufen Emotionen hervor. Arbeiten Sie vorzugsweise mit Bildern, auf denen Gesichter gut zu sehen sind und vermeiden Sie klassische Gruppenfotos.

Räumliche Tiefe. Im Beispielfoto ist im Vordergrund ein Demonstrant in Aktion zu sehen und im Hintergrund weitere Demonstranten. Durch die diagonal verlaufende Häuserwand wird Tiefe erzeugt, die den Betrachter ins Bild hineinzieht und das Motiv deutlich vom Hintergrund abhebt. 

Im richtigen Moment fotografieren. Beobachten Sie das Aktionsgeschehen zunächst und warten Sie Momente ab, in denen viel passiert. Die besten Fotos werden Sie machen, wenn es gerade Mitmachaktionen, z.B. eine „la ola“ gibt oder wenn nach einem Redebeitrag gejubelt oder geklatscht wird. Aktive Menschen wirken auf Fotos fast immer besser.

Vogelperspektive für größere Menschenmengen Wenn Sie größere Menschenmengen aufnehmen, suchen Sie einen erhöhten Standpunkt, um von dort zu fotografieren (Tipp: Leiter mitnehmen). Achten Sie bei den Aufnahmen darauf, dass auf den Bildern ersichtlich ist, worum es den Agierenden geht.

 

Veranstaltung: Vorträge und Interviews

Toni Mader / BUND

Passenden Bildausschnitt wählen. Das Wichtigste beim Vortragsfoto ist das Abbilden von Gestik und Mimik der Vortragenden. Deshalb achten Sie darauf, nicht nur das Gesicht, sondern den gesamten Oberkörper der Person zu fotografieren. Denken Sie daran, nicht zu weit vom Motiv wegzustehen, um Ränder ohne Inhalt zu vermeiden.

Viele, schnelle Aufnahmen während des Sprechens. Vermeiden Sie, in Gesprächspausen zu knipsen. Stattdessen halten Sie den Finger auf dem Auslöser und warten, bis die Vortragenden die Hände ausbreiten, um eine Aussage zu unterstreichen. Da Sie die Vortragenden nicht unterbrechen können, um eine bestimmte Geste oder Position zu halten oder einzunehmen, sollten Sie möglichst viele, schnell hintereinander folgende Aufnahmen machen. So können Sie anschließend das beste Foto auswählen. 

Zuhörer und Diskutierende von der Seite. Vergessen Sie nicht, die Zuhörenden und Mitdiskutierenden abzulichten, sie sind ein wichtiger Teil des Events. Nehmen Sie sie von der Seite ggf. mit Tiefenunschärfe auf, um andere Teilnehmende mit einzufangen.

Rahmenprogramm: Personen in Aktion. Dokumentieren Sie für Teilnehmende und Interessierte Szenen aus dem Rahmenprogramm, z.B. Gesprächssituationen, Begrüßungen und Verabschiedungen. Damit wird die Dokumentation lebendig und Teilnehmende können sich selbst entdecken.

 

Gruppenfotos

Toni Mader / BUND

Gruppe positionieren und digerieren. Greifen Sie als Fotograf*in mit dem Blick durch das Objektiv in die Gruppenaufstellung ein: Hierhin stellen, zwei Reihen bilden, enger zusammenstehen, Positionen tauschen, in die Kamera schauen.

Eng zusammenstehen, keine Lücken. Wenn alle Beteiligten schon glauben, dicht beieinander zu stehen, bitten Sie die Gruppen noch etwas enger zu rücken. Die Lücken zwischen den Menschen machen viel aus.

Nah an die Gruppe herantreten. So vermeiden Sie Ränder um Ihr Motiv herum, die keinen Informationswert besitzen. Sollte es Ihnen nicht möglich sein, Ränder zu vermeiden, können Sie sich auf Teile der Gruppe beschränken.

Erhöhte Perspektive wählen. Gruppenfotos wirken von oben fotografiert oft dynamischer und ansprechender. Dabei stehen alle Fotografierten gerade und schauen ein klein wenig nach oben.

 

Portraitaufnahmen

Jakob Huber / BUND

Personen positionieren. Portraitaufnahmen sind Interviewaufnahmen sehr ähnlich. Mit dem großen Unterschied, dass Sie die Person meist selbst positionieren können. Nutzen Sie diese Möglichkeit und geben Sie als Fotograf*in entsprechende Anweisungen.

Reden Sie mit Ihrem Motiv. Bei Portraitaufnahmen liegt Ihre Aufgabe als Fotograf*in in erster Linie darin, die Nervosität zu verringern. Leiten Sie die Person an: Geben Sie ihr Anweisungen, wie Sie sich hinstellen, den Kopf halten und welchen Gesichtsausdruck sie zeigen soll. Geben Sie der Person Zeit, sich in die Situation der Portraitaufnahme einzufühlen, indem Sie viele Fotos machen und ab und an die Stellung wechseln. 

Nah an das Motiv herantreten. Nicht aber näher als 1,25 Meter, ansonsten schielt die Person.

Angemessenes Bildformat wählen. Klassische Portraits sind im Hochformat aufgenommen. Sie wirken seriöser. Das Querformat wirkt meist lebendiger. 

Nachschuss. Fotografieren Sie kurz nachdem die eigentliche Aufnahme beendet ist noch einmal. In diesem Moment fühlt sich die Person unbeobachtet. Diese Fotos wirken meist viel natürlicher als die normalen Aufnahmen. 

Neutralen Hintergrund wählen. Der Hintergrund ist häufig fast ebenso wichtig wie das Motiv selbst und wird leider oft vernachlässigt. Versuchen Sie einen ruhigen, möglichst einfarbigen Hintergrund zu finden. Vermeiden Sie bunte oder Hintergründe mit zu viel Struktur, wie z.B. Fensterreihen im Hintergrund, die den Betrachter ablenken. Des Weiteren empfehlen wir Ihnen, den Hintergrund bei Portraitaufnahmen unscharf zu stellen.

 

Landschaftsaufnahmen

Jörg Farys / BUND

Tiefe durch mehrere Ebenen. Schwierig wird dies, wenn die Landschaft nur wenig Kontraste bietet. Dadurch wirkt die Aufnahme schnell langweilig.

Betrachter*in einen Fixpunkt bieten. Bei Landschaftsaufnahmen braucht es Fixpunkte, da das Auge sonst abschweift und nicht auf dem Bild verweilt.

Gezielt Stimmungen hervorrufen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, unterschiedliche Stimmungen und Assoziationen bei Bildern zu erzeugen. Ganz unabhängig vom Motiv:

Unterschiedliche Lichtverhältnisse:

  • Bei indirektem Sonnenlicht sind Aufnahmen eher bläulich,
  • Bei direktem Sonnenlicht erscheinen sie gelblich.
  • Sonnenauf- und –untergang erzeugen gelb-rote Effekte.
  • Künstliches Licht sollte vermieden werden, da es Personen einen grün-gelblichen Hauch verleiht. 

Die Position der Horizontlinie hat auch Einfluss auf unsere Wahrnehmung des Bildes:

  • Ein hoher Horizont wirkt schwer und erzeugt Spannung.
  • Ein tiefliegender Horizont dagegen vermittelt Weite, Ruhe und Harmonie. Ist keine Horizontlinie vorhanden, bedarf es einer klaren Gliederung innerhalb der Landschaft.

     

Fotos und Recht

Wann immer Sie Fotos machen, die nicht für den privaten Gebrauch bestimmt sind oder wenn Sie ein Foto veröffentlichen, müssen Sie einige Gesetze einhalten. Im Folgenden geben wir Ihnen einen kleinen Überblick über die wichtigsten Vorschriften. 

Recht am eigenen Bild. Sobald Sie eine fremde Person fotografieren, müssen Sie deren Einverständnis dazu einholen. Lassen Sie sich dieses Einverständnis schriftlich geben. Die Einwilligung ist immer dann erforderlich, wenn die Abgebildeten individuell erkennbar sind. Ausgenommen vom Recht am eigenen Bild ist das Ablichten von Fremden bei öffentlichen Versammlungen, z. B. einer Demonstration, sowie das Fotografieren von „Personen der Zeitgeschichte“. Letztere sind Personen, die aufgrund ihrer Stellung, Taten oder Leistungen im besonderen Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, z. B. die Bundeskanzlerin.

Urheberrecht beim Fotografieren. Bereits die Herstellung eines Fotos von einem geschützten Werk ist eine Vervielfältigung im Sinne des Urheberrechts und bedarf der Zustimmung der Eigentümer*in. Dies gilt nicht für Werke wie z. B. Denkmäler oder Bauwerke, die sich dauerhaft an öffentlichen Wegen befinden ("Panoramafreiheit").

Fotografieren auf privatem Gelände. Wenn Sie sich auf einem Privatgrundstück befinden, müssen Sie sich beim Fotografieren an die Anordnung der Eigentümer*in halten. Wichtig: Auch Bahnhöfe, Flughäfen oder Shoppingmalls sind Privatgelände. Das Fotografieren einer Aktion vor einem Werkstor, welches von der Straße her einsehbar ist, ist allerdings ohne Erlaubnis der Eigentümer*in zulässig. 

Urheberrecht bei der Verwendung von Bildern anderer Fotograf*innen. Sie wollen Bilder verwenden, die Sie nicht selbst fotografiert oder anderweitig hergestellt haben? Dann benötigen Sie grundsätzlich das Einverständnis der Urheber*in bzw. Eigentümer*in. Egal ob Sie eine Lizenz für das Bild kaufen mussten (z. B. bei einer Onlinefotodatenbank), oder ob Ihnen eine Privatperson das Foto kostenlos zur Verfügung stellt, Sie sollten in jedem Fall die Bildquelle angeben (z. B. Name der Fotograf*in, Bildagentur). Onlinefotodatenbanken haben oft sehr genaue Verwendungs- und Verweisregeln, die Sie mit dem Erwerb des Bildes akzeptieren.

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