Bilder digital bearbeiten

Nutzen Sie die Tipps auf dieser Seite, um die Qualität Ihrer Bilder mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen zu erhöhen.

Worum geht es?

Jeder kennt es: Sie haben ein schönes Motiv, gute Lichtverhältnisse und machen ein tolles Foto – glauben Sie. Denn Zuhause müssen Sie feststellen, das Foto ist viel zu hell, hat einen Blaustich oder jemand ist Ihnen geradewegs ins Bild gelaufen und ist noch am linken Rand zu sehen. Zum Glück sind solche Bilder dank digitaler Bildbearbeitung oft noch zu retten. Dies ist meist weder schwer, noch zeitaufwendig.

Die folgenden sechs Arbeitsschritte sollten Sie bei jedem Foto, das Sie veröffentlichen, anwenden. Auch wenn das Ausgangsfoto schon nahezu perfekt ist.

Ansprechpartner

Felix Formanski


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Bearbeitungsprogramme

Es gibt viele Bildbearbeitungsprogramme, darunter kostenlose Freeware (z.B. GIMP), andere sind beim Kauf neuer Digitalkameras beigelegt und semiprofessionelle bzw. professionelle Programme (z.B. Adobe Photoshop Elements) müssen Sie extra kaufen.

Im Folgenden dient das Programm Adobe Photoshop CS6 als Anwenderbeispiel. Alle hier beschriebenen Funktionen sind so – oder in leicht abgewandelter Weise – Teil eines jeden guten Bildbearbeitungsprogramms.

Sechs wichtige Arbeitsschritte

1. Bild zuschneiden: Den passenden Bildausschnitt wählen

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Das Zurechtschneiden eines Fotos bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihr Motiv besser in Szene zu setzen. Schneiden Sie z.B. zu große Randbereiche ab oder stutzen Sie das Bild auf einen bestimmten Ausschnitt zurecht. So können Sie wenn nötig aus einem Hochformat ein Querformat machen oder die Horizontlinie verschieben.

Um ein Bild zuzuschneiden, wählen Sie die Funktion "Freistellen" und markieren Sie den gewünschten Ausschnitt des Bildes. Probieren Sie unterschiedliche Zuschnitte aus oder tasten Sie sich durch mehrmaliges Freistellen an den passenden Bildausschnitt heran. 

Oft sieht das Bild interessanter aus, wenn sich das Hauptmotiv nicht in der Mitte des Bildes befindet, sondern leicht nach rechts oder links versetzt ist.

Hinweis: Achten Sie beim Zuschneiden von Bildern auf die Bildauflösung. Je stärker Sie ein Bild zuschneiden, desto weniger Bildinformationen haben Sie. Besonders bei Bildern, die bereits vor der Bearbeitung eine geringe Auflösung aufweisen, sollten Sie beim Zuschneiden auf die Auflösung und Schärfe des verbleibenden Bildausschnittes achten. Grundsätzlich gilt: Bilder erst zuschneiden und danach ggf. in Größe, Qualität und Auflösung anpassen.

 

2. Tonwertkorrektur: Belichtung anpassen und Grauschleier entfernen

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Hauptzweck der Tonwertkorrektur ist es, unterbelichtete Bilder (zu dunkel) im Nachhinein aufzuhellen bzw. überbelichtete Bilder (zu hell) abzudunkeln.

Die Tonwertkorrektur ist ein hervorragendes Werkzeug, um die Kontraste und die Farbsättigung zu erhöhen. Viele Fotos haben vor der Bearbeitung mit dieser Funktion einen „Grauschleier“. Diesen entfernen Sie mit Hilfe der Tonwertkorrektur.

Sie finden die Funktion Tonwertkorrektur in Photoshop unter dem Menüpunkt „Bild/Korrekturen".

Ihnen wird ein Histogramm angezeigt, das die Verteilung von hellen und dunklen Flächen auf Ihrem Bild darstellt. Links wird die Häufigkeit von dunklen Tönen, Schatten und rechts die Häufigkeit von hellen Tönen, Lichtern angezeigt. Mit Hilfe der drei Schieber unter dem Histogramm können Sie diese verändern und das Bild so aufhellen bzw. abdunkeln. Aktivieren Sie die Vorschau, um direkt zu verfolgen, wie sich das Bild verändert. 

Wir empfehlen Ihnen die Tonwertkorrektur nur dezent einzusetzen, sonst erhalten Sie unnatürliche Kontraste und Farben.

Tipp: Alternativ oder ergänzend zur Tonwertkorrektur bieten nahezu alle Bildbearbeitungsprogramme eine gesonderte, einfachere Funktion zur Veränderung der Helligkeit und des Kontrasts eines Bildes. Das kann unter Umständen bereits zur Anpassung der Beleuchtung ausreichen. Allerdings sollten Sie auch hier nur geringfügige Veränderungen vornehmen. Wer im Nachhinein mehr Bearbeitungsmöglichkeiten hinsichtlich Beleuchtung und Kontrast haben möchte, der sollte zum Fotografieren standardmäßig das RAW-Format nutzen.

 

3. Farbtöne und Sättigung anpassen: Farbstiche entfernen

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Mit der Funktion „Farbton/Sättigung anpassen“ lassen sich zum einen Farbstiche oder Farbverschiebungen korrigieren. Zum anderen können Sie die allgemeine Farbsättigung oder die Sättigung einzelner Farben verstärken oder abschwächen. So färben Sie z.B. das Grün einer Wiese etwas kräftiger und ein rot verfärbtes Gesicht natürlicher. 

Sie finden die Funktion im Menüpunkt „Bild/Korrekturen“. Wählen Sie unter Bearbeiten „Standard“ aus, um das gesamte Farbspektrum zu bearbeiten oder nehmen Sie einen der anwählbaren Farbbereiche. Sie können auch einen Farbbereich wählen, indem Sie mit der Pipette auf den gewünschten Bildbereich klicken.

Mit dem Farbtonregler können Sie je nach o.g. Auswahl entweder das ganze Farbspektrum des Bildes verschieben oder einzelne Farbbereiche verändern. Mit dem Sättigungsregler regeln Sie die Intensität der Farben und mit dem Helligkeitsregler bestimmen Sie, wie hell oder dunkel das Farbspektrum oder einzelne Farbtöne sein sollen.

Hinweis: Veränderungen sollten Sie nur dezent vornehmen und die Bearbeitung immer mit dem Original vergleichen. Zu starke Eingriffe wirken schnell unnatürlich und unglaubwürdig.

 

4. Bildgröße verändern: Die richtige Größe für Ihren Verwendungszweck

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Am häufigsten werden Sie die Größe von Bildern dann verändern, wenn Sie diese für das Internet verkleinern wollen. Bei Printmedien sollten Sie die Verkleinerung des Bildes erst beim Gestalten der Drucksache vornehmen. Hier ist es gut, die höchstmögliche Auflösung zu haben.

Mit der Funktion „Bildgröße“ können Sie auch Bilder vergrößern. Dies funktioniert allerdings nur eingeschränkt. Vergrößern Sie Bilder zu stark, werden die vergrößerten Bildpunkte sichtbar, die das Auge sonst nicht wahrnimmt – das Bild wird pixlig.

Die Funktion „Bildgröße" befindet sich in Photoshop unter dem Menüpunkt „Bild“. Sie können entweder direkt die gewünschte Größe des Bildes in Pixeln (Bildpunkten) eingeben oder die Größe des Bildes in Zentimetern bzw. Millimetern angeben. Bei Letzterem müssen Sie dann die gewünschte Auflösung angeben, d.h. wie viele Bildpunkte pro Maßeinheit dargestellt werden sollen. Üblich ist die Angabe in dpi (Druckpunkte pro Zoll). Für Websites wird oft eine Auflösung von 72 bis 100 dpi verwendet. Für Ausdrucke sollten es mindestens 300 dpi sein.

Sie sollten standardmäßig die Optionen „Proportionen beibehalten“ und „Bild neu berechnen“ aktiviert haben. Die erste Option stellt sicher, dass das Seitenformat beibehalten wird und sich das Bild nicht verzerrt. Die zweite Option errechnet die Bildpunkte neu, um die Qualität zu optimieren.

Entscheidend für die Größe einer Bilddatei ist die Anzahl der Pixel (Bildpunkte). Reduzieren Sie die Anzahl der Pixel, erhalten Sie eine geringere Dateigröße.

Tipp: Wenn Sie ein Bild vergrößern, bearbeiten Sie das Bild vor dem nächsten Schritt „Scharfzeichnen“ mit der Filter-Funktion „Gaußscher Weichzeichner“, so können Sie dem „Pixeligwerden“ von Fotos etwas entgegenwirken.

 

5. Scharfzeichnen: Für klarere Konturen

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Sollten Ihre Bilder unscharf wirken, ist es mit dieser Funktion möglich, Bilder oder einzelne Bildausschnitte nachträglich zu schärfen.

Wir empfehlen Ihnen, Bilder mit der Filter-Funktion „Unscharf maskieren“ scharf zu zeichnen. Im Unterschied zu den Filtern „Scharfzeichnen“ und „Stark Scharfzeichnen“, die Fehler, Filmkörnung und Relikte der Bildbearbeitung auf dem Foto hervorheben, betont „Unscharf maskieren“ die Unterschiede an den Kanten, wo Farben, Farbschattierungen und Grautöne aneinanderstoßen – genau dort also, wo durch klarere Konturen Schärfe entsteht.

Die Funktion finden Sie in Photoshop unter dem Menüpunkt „Filter/Scharfzeichnungsfilter“. Den Filter steuern Sie über drei Regler: Stärke, Radius und Schwellenwert:

• Unter Stärke geben Sie an, wie groß die Verstärkung der Kante im Vergleich zum Original ausfallen soll.

• Unter Radius geben Sie die Anzahl der Pixel an, die um die Kante herumliegen und deren Kontrast verstärkt werden soll. (Bei hochauflösenden Bildern wählen Sie einen größeren Radius, als bei niedrigauflösenden Bildern)

• Beim Schwellenwert geben Sie an, wie groß der Unterschied zwischen den Farben auf beiden Seiten der Kante sein muss, damit der Filter die Kante erkennt und scharf zeichnet.

Das Scharfzeichnen von Bildern sollte immer Ihr letzter Arbeitsschritt vor dem Speichern sein, da dadurch „Artefakte“ entstehen können, die bei der Anwendung anderer Bildbearbeitungsfunktionen verstärkt werden.

Tipp: Verwenden Sie den Filter „Unscharf maskieren“ besser mehrmals mit geringer Stärke als einmal mit großer Stärke. So erreichen Sie eine sanftere Scharfzeichnung.

 

6. Bild speichern: Das richtige Format wählen

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„Bild speichern“ klingt zunächst banal, aber auch bei diesem Punkt gibt es Wichtiges zu beachten. Spätestens hier ist es entscheidend, für welchen Zweck Sie das Foto verwenden wollen, für das Internet oder für Drucksachen.

Internet: Photoshop bietet Ihnen eine spezielle Funktion für das Speichern von Internetgrafiken „Für Web speichern“. Diese finden Sie im Menü „Datei“.

Die zwei gängigsten Dateiformate für das Internet sind .jpg (oder .jpeg) und .png. Wir empfehlen Ihnen die Verwendung des .jpg-Formats. Es bietet immer eine gute Qualität und ist einfach zu bedienen. Zudem können Sie beim Speichern im .jpg-Format Qualitätsstufen von niedrig bis sehr hoch wählen und dadurch die Dateigröße maßgeblich bestimmen. Haben Sie in Photoshop die Darstellungsfunktion „2fach“ aktiviert, können Sie das Ergebnis der Komprimierung mit dem Original abgleichen.

Tipp: Wenn Sie ein Bild mit transparentem Hintergrund oder transparenten Elementen erstellt bzw. bearbeitet haben, müssen Sie das Bild im .png-Format speichern oder exportieren, da .jpg diese Funktion nicht unterstützt.

 

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Drucksachen: Wollen Sie Ihr Bild für eine Drucksache verwenden, ist es entscheidend, eine möglichst hohe Auflösung und Qualität des Bildes zu erhalten. Deshalb sollten Sie auf komprimierende Dateiformate wie .jpg verzichten oder diese mit maximaler Qualität verwenden.

Wir empfehlen Ihnen für diesen Verwendungszweck das .tif-Format (oder .tiff). Achten Sie im .tif-Funktionsfenster darauf, dass Sie im Zweifel ohne Komprimierung speichern und wenn Sie mit mehreren Ebenen und Transparenz (hier nicht beschriebene Funktionen) arbeiten, diese mitsichern – Feld „Transparenz speichern“ aktivieren.

Tipp: Wissen Sie schon vor der Bildbearbeitung, dass Sie das bearbeitete Bild ausschließlich für Drucksachen benötigen, sollten Sie noch vor dem Zuschneiden des Bildes vom RGB- in den CMYK-Farbmodus wechseln. Bei Photoshop befindet sich diese Funktion im Menü „Bild/Modus“.

Bildnachweis für das in den Video-Clips verwendete Beispielfoto: Georg Wendt / BUND

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