06. Juli 2023 | Pressemitteilung
Der BUND fordert
- Wir brauchen eine grüne Infrastruktur! Nationales Biotopverbundsystem schaffen!
- Mehr Wildnis wagen! Zwei Prozent der deutschen Landesfläche bis 2020 zu Wildnisgebieten machen!
- Flächenverbrauch begrenzen! Bodenschutz per Gesetz!
- Moore, Gewässer und Auen renaturieren!
Aktuelles
05. Juli 2023 | Meldung
Neue Gentechnik-Regeln der EU opfern Wahlfreiheit und Vorsorgeprinzip
05. Juli 2023 | Tipp
Statt Pestizide: Mit tierischen Helfern Schädlinge im Garten reduzieren
28. Juni 2023 | Tipp
Gesund essen ohne Pestizide
22. Juni 2023 | Meldung
Luchs in Thüringen erschossen
15. Juni 2023 | Pressemitteilung
EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur: Unwürdige Hängepartie um den europäischen Naturschutz
15. Juni 2023 | Pressemitteilung
Welt-Dürre-Tag: Nationale Wasserstrategie jetzt umsetzen
15. Juni 2023 | Pressemitteilung
Deutschland muss Ziele der Weltnaturschutzkonferenz umsetzen
11. Juni 2023 | Tipp
Glühwürmchen beobachten und schützen
09. Juni 2023 | Pressemitteilung
Gesetz zur Wiederherstellung der Natur auf EU-Ebene muss kommen
09. Juni 2023 | Pressemitteilung
BUND-Zierpflanzentest: Giftfalle im Blumentopf
08. Juni 2023 | Pressemitteilung
Pestizide vergiften Gartenschläfer
Im Fokus
Flächenverbrauch
Der Neubau von Straßen und Häusern zerstört enorme Flächen in der Natur. Tiere und Pflanzen verlieren dadurch ihre Lebensräume. Der BUND will den Flächenverbrauch stoppen.
Zerschneidung
Straßen, Siedlungen und Agrarwüsten zerschneiden unsere Landschaft. Die Folge: Wildtiere können nicht mehr wandern und neue Lebensräume besiedeln.
Handbuch Biotopverbund
Um der Zerschneidung zu begegnen, muss eine "grüne Infrastruktur" geschaffen werden, die Lebensräume wieder miteinander verbindet. Das "Handbuch Biotopverbund" zeigt, wie das geht.
Hier schützt der BUND Lebensräume
Der Gartenschläfer
Wo ist sein Lebensraum geblieben? Die einst üppigen Bestände des Gartenschläfers gehen drastisch zurück. Der BUND begibt sich auf Spurensuche nach der Schlafmaus ...
Goitzsche-Wildnis
Aus einer ehemaligen Tagebaulandschaft hat der BUND durch Flächenkäufe ein Naturrefugium gemacht: In der Goitzsche bei Bitterfeld kann sich die Natur wieder ungestört entfalten.
Blaues Band
Der BUND engagiert sich seit Jahrzehnten für lebendige Flüsse und Auen. Das 2017 aufgelegte Bundesprogramm "Blaues Band" ist eine große Chance für die Renaturierung unserer Gewässer.
Gerettete Landschaften
Hier hat der BUND Erfolge erzielt
(zum Vergrößern Bilder anklicken)
In den 1930er Jahren sollte der Mindelsee (unweit des Bodensees) ganz oder teilweise abgelassen werden, um Ackerland zu gewinnen. Engagierte Naturschützer und Botaniker konnten dies verhindern. 1938 wurden See und Umgebung gesichert, als zweites Naturschutzgebiet Baden-Württembergs. Seit 1972 betreut der BUND das Gebiet, koordiniert nun seit Jahrzehnten die Pflege und untersucht die reiche Tier- und Pflanzenwelt. Dank diesem Einsatz konnte sich ein Mosaik seltener Lebensräume erhalten, mit Raritäten wie der Sommerdrehwurz – einer von 20 Orchideenarten – oder der global gefährdeten Moorente, die jetzt im Herbst auf dem See rastet
(Heidi Witzmann)
Schon 1989, drei Jahre vor Abzug der belgischen Streitkräfte, beantragte der BUND Köln (mit einigen Verbündeten) die Dellbrücker Heide unter Naturschutz zu stellen. Doch sehr viel ehrenamtliches Engagement war nötig, um eine Bebauung des 40 Hektar großen Areals zu verhindern. Seit 2009 ist die Heide endlich Naturschutzgebiet. Der BUND betreut sie und sorgt für die Pflege der artenreichen Sandtrockenrasen, Zwergstrauchheiden und Hutewälder.
(Dirk Jansen)
Waldwege verkehrssicher zu machen, kostet Geld. Die sächsische Kleinstadt Lichtenstein bei Zwickau wollte daher im geschützten "Schubertgrund" jeden fünften Baum fällen und das Holz verkaufen. Daraufhin sammelte die BUND-Ortsgruppe erfolgreich Spenden und konnte so den Aderlass verhindern. Der Schubertgrund bleibt damit ein prächtiger und totholzreicher Lebensraum für viele Käfer, Vögel etc.
(Andreas Tittmann)
Das "granitene Hufeisen" des Fichtelgebirges sollte mit einer Autobahn zerschnitten werden. Doch die Fichtelgebirgler setzten sich – in einer Allianz von BUND Naturschutz, Bürgerinitiative, Kommunen und Landwirten – zäh und ausdauernd zur Wehr. Deshalb können Einheimische wie auch Besucher heute noch in unberührten Landschaften wie dieser wandern.
(Karl Paulus)
2006 wollte der damalige Landkreis Demmin 146 Alleebäume fällen, darunter 90 alte Linden. Die Allee zwischen Gessin und Basedow prägt das Landschaftsbild, ihre Bäume bieten auch geschützten Tieren wie dem Eremit-Käfer einen Lebensraum. Mit engagierten Menschen vor Ort konnte der BUND die Allee retten – ein erster Schritt, um die Basedower Parklandschaft zu bewahren.
(Katharina Brückmann)
Ein ehemaliger Kalksteinbruch im Landkreis Alzey-Worms sollte zur Mülldeponie werden. Nach heftigem Widerstand gelang es dem BUND Rheinland-Pfalz 1978, den "Rosengarten" zu kaufen. Seither pflegt die Kreisgruppe des BUND das wertvolle Refugium und Naturschutzgebiet.
(Daniel Steffen)
Seit fast 35 Jahren entwickelt und erhält der BUND über 10000 Hektar in der Diepholzer Moorniederung (Niedersachsen). In den Hochmooren, Heiden und Feuchtwiesen brüten mehr als 30 gefährdete Vogelarten – darunter Bekassine und Großer Brachvogel, Kiebitz und Uferschnepfe, Raubwürger und Ziegenmelker. Die Moorniederung zählt auch zu den wichtigsten Rastplätzen des Kranichs in Deutschland.
(Friedhelm Niemeyer)
Die Kreisgruppe Traunstein konnte den Bau einer Skischaukel und Sommerrodelbahn am "Blumenberg" Geigelstein verhindern. 1991 wurde er daraufhin unter Schutz gestellt – nicht zuletzt dank des Alpenplans. Der BUND setzt sich nachhaltig für diesen Plan ein, der auf eine nachhaltige Entwicklung des bayerischen Alpenraums zielt.
(Klaus Leidorf)
Dieser Uferstreifen des Sacrow-Paretzer Kanals bei Potsdam sollte einer geplanten Verbreiterung weichen. Der BUND klagte erfolgreich dagegen. So wurde der Kanal nur vertieft und nicht verbreitert. Dies rettete wertvolle Feuchtgebiete und viele alte Bäume – Lebensraum bedrohter Tiere wie Elbebiber und Turteltaube.
(Wolfgang Ewert)
Weltkulturerbe statt Mülldeponie: Die für ihre Fossilienfunde berühmte Grube Messel bei Darmstadt sollte in den 1980er Jahren mit Müll verfüllt werden. Der BUND konnte dies gemeinsam mit vielen Verbündeten verhindern – und damit auch die reiche Tier- und Pflanzenwelt des einstigen Schiefertagebaus erhalten.
(Andreas Kelm)
Seit 1989 setzt sich der BUND für das Grüne Band ein. Der Todesstreifen an der einstigen innerdeutschen Grenze wurde zu einer Achse des Lebens.
An der thüringisch-bayerischen Grenze ging jüngst das Naturschutzprojekt »Grünes Band Rodachtal – Lange Berge – Steinachtal« an den Start. Sein Ziel: 127 Kilometer der Lebenslinie für die Zukunft zu sichern.
(Otmar Fugmann)
Seit rund 25 Jahren betreut der BUND den geschützten Dannauer See in der Holsteinischen Schweiz – gemeinsam mit der angrenzenden Ortschaft Dannau und dem örtlichen Naturschutzverein. Ein ursprünglich abgetrennter Zulauf liefert dem flachen See wieder frisches Wasser, so dass der Seeadler hier auf Jagd gehen kann. Und der invasive Riesen-Bärenklau konnte so weit zurückgedrängt werden, dass in den Uferwiesen heute wieder Sumpfdotterblumen, Primeln und Knabenkräuter blühen.
(Florian Liedl)
Seit über 30 Jahren kämpft der BUND NRW gegen den BraunkohleTagebau Garzweiler II bei Köln. Nach der vom BUND gewonnenen Verfassungsbeschwerde beschloss die Landesregierung den Tagebau zu verkleinern. Den Einwohnern des 1200 Jahre alten Dorfs Holzweiler bleibt damit die Zwangsumsiedlung erspart.
Vor 30 Jahren rief der BUND Naturschutz das Rhönschaf-Projekt ins Leben. Damit bewahrte er eine alte Nutztierrasse vor dem Aussterben – und machte außerdem eine schonende Landschaftspflege möglich. Die "offenen Fernen", das Markenzeichen der Rhön, sind nur durch Beweidung oder Mahd zu erhalten.
(Josef Kolb)
Die Hohe Schrecke ist ein Thüringer Buchenmischwald, reich an seltenen Tieren, Pflanzen und Pilzen. Der BUND fördert hier seit 2014 ein Naturschutzgroßprojekt. Eine naturverträgliche Nutzung und Wildnisgebiete sollen den Wald für die Zukunft sichern.
(Thomas Stephan)
Die Vulkanlandschaft Hegau unweit des Bodensees ist von besonderem Reiz. Erfolgreich setzte sich der BUND dafür ein, Bergkegel wie den Hewenegg, Hohenhewen oder Hohenkrähen unter Naturschutz zu stellen. Andernfalls wären ihre Hänge heute bebaut oder Schauplätze der Freizeitindustrie.
(Heiner Werner)
Die Heide- und Magerrasen des Hürs-Nück bei Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) konnte der BUND vor vielen Jahren vor dem Bau einer Motocrossstrecke bewahren. Heute steht die artenreiche Kulturlandschaft unter Naturschutz.
(Ulrich Vogel)
Seit seiner Gründung setzt sich der BUND für natürliche Vielfalt ein. So auch auf der Insel Rügen: An der Neuendorfer Wiek bewahrte der BUND das malerische Hügelland vor einem drohenden Kiesabbau. Bunte Magerrasen und stille Meeresufer bleiben nun auf Dauer erhalten.
(Jörg Schmiedel)
Tag für Tag verschwindet mehr Natur unter Asphalt und Beton. Seit seiner Gründung wehrt sich der BUND gegen den stetigen Flächenfraß, vielfach mit Erfolg. Im Bremer Niedervieland, einer reichhaltigen Marschlandschaft, rettete der BUND rund 1000 Hektar vor der Bebauung.
(Karin Menke)
Der BUND in Bayern trug dazu bei, den letzten frei fließenden Abschnitt der deutschen Donau vor dem Ausbau mit Staustufe und Kanal zu bewahren.
(Wolfgang Willner)
Der BUND Lübeck übernahm vor dreißig Jahren eine brach gefallene Nasswiese bei Bliestorf im Südosten der Hansestadt. Hier blühten auf etwa einem Hektar nur noch weniger als zwanzig Exemplare des Breitblättrigen Knabenkrauts. Durch jährliche Mahd gelang es der Kreisgruppe, die einst artenreiche Orchideenwiese zu neuem Leben zu erwecken. In einigen Wochen werden hier wieder ein- bis dreitausend Knabenkräuter blühen, mit weiteren gefährdeten Arten wie Fieberklee oder Kleiner Baldrian.
(Reinhard Degener)
Um der Natur bei Bitterfeld eine zweite Chance zu geben, erwarb der BUND 1300 Hektar einstige Tagebauflächen, die heute im Besitz der BUNDstiftung sind. Seit knapp 20 Jahren erobern viele Arten das Mosaik neuer Lebensräume in der "Goitzsche"-Wildnis zurück. Ein besonderes Kleinod ist der Zöckeritzer See. Die Kreisgruppe Anhalt-Bitterfeld unterstützt die Stiftung hier dabei, Amphibien, Schmetterlinge und Pflanzen zu dokumentieren. In und um den See lassen sich Moorfrosch, Eisvogel, Fisch- und Seeadler, Kranich und Schwarzstorch sowie Biber und Fischotter beobachten.
(Frank Koch)
Der BUND-Biohof Wendbüdel bei Oldenburg pflegt seit Jahren die weitläufigen Wiesen im Naturschutzgebiet "Bornhorster Huntewiesen". Die Feuchtwiesen entlang der Hunte bilden auf 360 Hektar ein wichtiges Brutgebiet für gefährdete Vögel wie Kiebitz und Bekassine. Zudem sind sie ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung. Dank der extensiven Bewirtschaftung sind auch seltene Pflanzen wie das Graben-Veilchen zurückgekehrt.
(BUND Overesch)
Das Beeder Biotop in der Bliesaue bei Homburg wird mit Wasserbüffeln und Koniks beweidet. Dieser Lebensraum für 150 Vogelarten gehört zur geschützten Kulturlandschaft des Bliesgaus – was auch dem BUND zu verdanken ist. Viele Jahre warben wir dafür, im Südosten des Saarlands ein Biosphärenreservat auszuweisen. 2006 war es dann so weit. Mit einer eigenen Regionalgruppe setzt sich der BUND Saar dafür ein, den Umwelt- und Naturschutz im Bliesgau voranzubringen. Übrigens: Als »Fahrtziel Natur« ist die Modellregion – auch auf Initiative des BUND – bestens per Bahn erreichbar, siehe: www.fahrtziel-natur.de
(Daniel Spohn
/
www.danielspohn.de)
Das Riedberger Horn im Allgäu ist ein ganz besonderes Naturjuwel: Dieses Mosaik aus Trocken- und Feuchtbiotopen schafft eine hohe Artenvielfalt. Das Birkhuhn hat hier einen seiner letzten Rückzugsorte. Doch ein Zusammenschluss von Skigebieten drohte den beliebten Wanderberg zu zerstören. Über zehn Jahre kämpfte der BUND Naturschutz, um den Berg zu retten – mit Erfolg: Jetzt soll hier eine Vorbildregion für naturnahen Tourismus entstehen.
(Eberhard Pfeuffer)
Gemeinsam mit engagierten Anwohner*innen konnte der BUND Kassel den Neubau eines Lebensmitteldiscounters am Ortsrand von Dörnberg verhindern. Dank guter Öffentlichkeitsarbeit und erfolgreicher politischer Einflussnahme gelang es damit eine vielfältige Kulturlandschaft im Naturpark Habichtswald zu retten. Ein kleiner Markt im Ortskern versorgt Dörnberg bis heute in fußläufiger Entfernung. Fazit: Ein Stopp des Flächenfraßes ist durchaus möglich!
(Jann Hellmuth)