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Biotope am Grünen Band

Einzigartige Busch- und Waldparadiese, Sümpfe und Heiden bilden heute ein einzigartiges, länderübergreifendes "Verbundsystem" verschiedener Lebensräume – mit einer beeindruckenden Länge von rund 1.400 Kilometern.

Der Schaalsee. Foto: Kai Frobel Die ehemalige Grenze verlief mitten durch den Schaalsee.  (Kai Frobel)

Gewässer und Feuchtgebiete

Einige Bäche und Flüsse im Bereich der ehe­maligen Grenze wie Teile der Elbe, der Ohre, der Oker, der Saale oder der Föritz sind in natur­nahem Zustand erhalten geblieben. Hier wurden sie nicht zu Verkehrsgewässern oder Abwasserkanälen umfunktioniert, sind nicht begradigt und in ein Bett gepresst worden. Wo das Wasser noch unverschmutzt und klar ist, sind der Eisvogel und die Grüne Keiljungfer, eine extrem seltene Libellenart, zu Hause. In den Elbtalauen bei Schnackenburg tummeln sich Fischotter und Laubfrösche.

Vor allem im nördlichen Abschnitt des Grünen Bandes gibt es zahlreiche Seen. Besonders faszinierend ist die Schaalseelandschaft süd­lich von Lübeck, seit dem Jahr 2000 als Unes­co-Biosphärenreser­vat anerkannt. Wo die Seen verlanden, finden sich viele Großseg­genriede, von Sauergräsern (Seggen) beherrschte Nasswie­sen, die sich in unserer inten­­siv ge­nutzten Landschaft oft nur fragmentarisch an Gräben und in Wiesensenken erhalten. Besonders anmutig wirken die Großseggenriede aus der Ferne, wenn ihre vom Wind ausgerichteten Blätter wie weiches Fell erscheinen.

Abwechslungsreiche Grünlandbereiche

Im Grünen Band findet man eine Fülle unterschiedlicher Grünlandbereiche. Ruderalfluren, Magerrasen, Zwergstrauchheiden, Altgrasfluren, Feucht- und Nasswiesen, Bergwiesen, Weiden und halboffene Grünland-Brachen. Dies bedingt eine große Artenvielfalt und macht die Flächen deshalb besonders wertvoll. Auf den naturnahen Grünlandbereichen zieht der üppige Blütenreichtum Insekten aller Art an. Schmetterlinge und Heuschrecken sind wiederum Beute für Fledermäuse und insektenfressende Singvögel wie das Braunkehlchen. An trockenen und nährstoffarmen Standorten wachsen auf sogenannten Magerrasen zahlreiche vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten, darunter nahezu die Hälfte der heimischen Orchideen.

Im Drömling, einer seit Jahrhunderten kultivierten Niedermoorlandschaft der Aller, fanden die ebenfalls selten gewordenen Streuwiesen ein Refugium. Die Bauern früherer Zeiten verwendeten das Gras dieser sehr nassen Wiesen lediglich als Einstreu im Stall. Gemäht wurde nur einmal im Jahr im Herbst. Die Grenztruppen mähten ebenfalls, jedoch um das Sichtfeld freizuhalten und erwiesen sich damit unfreiwillig als Landschaftspfleger. Stellenweise entwickelten sich im Drömling sogar die besonders seltenen Pfeifengraswiesen, deren Halme sich im Herbst golden und kupferbraun verfärben.

Pionierwald und Wälder

Direkt auf den Flächen der ehemaligen Grenzanlagen oder dort, wo das Grüne Band durch Wälder läuft und nicht freigehalten wird, entwickelten sich nach der Wende Pionier­wälder. Anders als in Aufforstungsflächen findet hier eine natürliche Waldentwicklung statt.

Generell wurden die Wälder im Bereich der Grenze nur wenig forstwirtschaftlich genutzt. In einigen Bereichen entwickelte sich über die Jahrzehnte ein regelrechter Urwald.

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