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Männchen in Gefahr

Jede vierte Säugetierart ist vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Auch für viele Fische, Vögel und Reptilien sieht die Zukunft nicht gut aus. Natürliche Lebensräume werden vielerorts zerstört – und die Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere ist durch hormonelle Schadstoffe bedroht.

Hormonelle Schadstoffe können zur Verweiblichung führen

Altlasten wie das mittlerweile verbotene Insektengift DDT und weiterhin genutzte Stoffe wie Phthalat-Weichmacher haben eine verweiblichende Wirkung. Zwitterbildung, verkleinerte Penisse und Hoden und eine Abnahme der Spermienqualität sind die Folge. Dies führt zu einer Verringerung der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit. Eine ausreichende Zahl uneingeschränkt befruchtungsfähiger Männchen ist aber notwendig, um die Fortpflanzung und damit das Überleben einer Art zu sichern.

Viele synthetische Chemikalien mit hormoneller Wirkung werden in Flüssen und im Meer nachgewiesen. So sind Fische, Reptilien und Meeressäuger besonders von der Verschmutzung ihrer Lebensräume betroffen. Aber auch bei Vögeln und Landtieren konnten Schädigungen festgestellt werden. Eindrückliche Belege für den Effekt von hormonellen Stoffen auf Wildtierpopulationen liefern vor allem Langzeitbeobachtungen: So stiegen etwa die Bestände von Vögeln und Weichtieren deutlich an, als die Belastung mit Chemikalien (dem Pestizid DDT bzw. dem Bewuchshemmer TBT) verringert wurde.

Beispiele für Wildtierpopulationen, bei denen sich Schäden durch hormonelle Stoffe gezeigt haben

  • Britische Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Geschlechtsorgane von Ottern schrumpfen.
  • Bei Aga-Kröten in den Everglades Floridas führt der Pestizideinsatz zu niedrigeren Testosteronwerten der Männchen. Folge: Beeinträchtigung der Hodenfunktion und Zwitterbildung.
  • Vor allem in England, aber auch in anderen Ländern sind Fische über das Abwasser aus Kläranlagen mit verweiblichenden Stoffen belastet. Folge: Vorkommen von weiblichen Eiern in den Hoden.
  • Bei den Schwarzwedelhirschen aus Alaska weisen 68 Prozent der Männchen Hodenhochstand auf.
  • Die Belastung mit dem Insektengift DDT führte bei Wanderfalken zu zerbrechlichen Eierschalen; die Fortpflanzung der Stare leidet unter östrogenähnlichen Stoffen, die das Immunsystem schädigen und das Gesangsverhalten der Männchen verändern.
  • Bei Eisbären gehören zwittrige Tiere und missgebildete Geschlechtsorgane zu den Folgen der hohen Schadstoffbelastung in Spitzbergen und Ost-Grönland.

Hormonelle Schadstoffe gelangen über die Landwirtschaft, Abwässer aus Kläranlagen, Müllverbrennung- und deponierung sowie dem Einsatz in Alltagsprodukten in die Umwelt. Häufig sind Raubtiere am Ende der Nahrungskette besonders hoch belastet, da sich langlebige Stoffe im Fett von Beutetieren anreichern.

Faltblatt "Männchen in Gefahr – Wie hormonelle Schadstoffe zum Aussterben der Arten führen können" (PDF) runterladen

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