Wilde Kätzchen im Wald lassen

05. Mai 2020 | Wildkatze, Naturschutz, Lebensräume

Junge Wildkatzen sollten weder berührt oder vom Fundort entfernt werden.  (Thomas Stephan)

Immer wieder kommt es zu Verwechslungen: Spaziergänger*innen finden im Wald ein kleines Kätzchen und nehmen es mit nach Hause. Dort zeigt sich, dass es sich nicht zähmen lässt.

Um Rat gefragte Tierärzt*innen sehen oftmals sofort: Das kleine getigerte Tierchen ist keine ausgesetzte Hauskatze, sondern eine echte Wildkatze.

Diese ähneln allerdings häufig den gräulich-braunen Hauskatzen. Wenn sie jedoch älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Schwanzspitze als Wildkatze erkennbar.

Im Frühling ist die Hauptwurfzeit

In den ersten Frühlingswochen ab April kommen die neuen Wildkätzchen zur Welt. In einem Wildkatzen-Wurf werden meist zwei bis vier Junge geboren. Die Kätzchen verbringen ihre ersten Lebenstage verborgen in Baumhöhlen oder im dichten Gebüsch. Nach etwa acht Wochen verlassen sie ihr Versteck und erkunden neugierig die Umgebung. Bei der Jagd nach Mäusen lässt ihre Mutter sie manchmal mehrere Stunden allein.

Genau dann werden sie manchmal von Spaziergänger*innen gefunden. Der BUND warnt davor, die Kätzchen zu berühren oder vom Fundort zu entfernen. Aufpassen sollten Sie vor allem in den Hauptver­breitungsgebieten der Wildkatze. Dazu gehören die Höhenzüge Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald, Taunus, Hessisches Bergland, Hainich und Harz.

Für mitgenommene Wildkätzchen besteht ein hohes Risiko, sich mit Hauskatzenkrankheiten anzustecken. Die Tiere wieder auszuwildern ist zudem sehr aufwendig und gelingt nicht immer. Wildkatzen sind grundsätzlich geschützte Wildtiere. Sie dürfen nicht ohne Not in menschliche Obhut genommen werden. Deshalb bittet der BUND um Vorsicht: Sollten Sie mutterlose Jungtiere gefunden haben, melden Sie das am besten unseren Wildkatzen-Expert*innen.

Hilfe für die bedrohte Wildkatze

Wildkatzen benötigen unseren besonderen Schutz, denn sie sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und die Landwirtschaft. Um zu überleben brauchen die scheuen Katzen jedoch große, zusammenhängende Laub- und Mischwälder. Diese vernetzt der BUND mit Wanderkorridoren für wildlebende Tierarten.

Da oftmals natürliche Wurf- und Ruheplätze fehlen, nutzen Wildkatzenmütter immer wieder auch Holzstapel, die sogenannten "Holzpolter", als Versteck für ihre Jungen. Wenn diese dann in der Aufzuchtzeit der Wildkätzchen abgeräumt werden, kommt es immer wieder zu Tötungen. Daher fordert der BUND Förster*innen und Waldbesitzer*innen auf, die Beräumung der Holzpolter erst im September zu starten, um dieses Risiko für die gefährdete Wildkatze zu verringern.

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