Waldbrände vermeiden, Wälder schützen

07. August 2020 | Wälder, Naturschutz, Lebensräume

Bei Hitze und Trockenheit besonders gefährdet: der Wald.  (Oliver Graumnitz / pixabay.de)

Wälder beherbergen nicht nur komplexe Ökosysteme mit unzähligen Tier- und Pflanzenarten, sie sind auch schützenswerte Naherholungsgebiete und Orte der Entschleunigung. 

Durch die derzeitige Hitze und Trockenheit in immer mehr Regionen Deutschlands sind sie jedoch einer akuten Brandgefahr ausgesetzt. Im inzwischen dritten Jahr in Folge sind unsere Wälder extrem trocken, die Waldböden vielerorts ausgedorrt, der Grundwasserspiegel oftmals abgesunken. 

Lokal und regional auftretende ausgiebige Regengüsse dringen nicht in die tiefen Bodenschichten vor. Damit sich die Wasserspeicher in den Böden wieder füllen können, bräuchte es ein ganzes kühles, regenreiches Jahr. 

In dieser Situation reicht ein kleiner Funke, um einen Brand zu entfachen. Alarmierend ist, dass nahezu alle Waldbrände durch menschliche Unachtsamkeit verursacht werden, natürliche Ursachen wie etwa Blitzschläge spielen so gut wie keine Rolle.

Seien Sie achtsam im Wald!

Es braucht viele Jahrzehnte, einen abgebrannten Wald wieder aufzuforsten und das Leben in den Wald zurückzuholen. Seien Sie deshalb bitte besonders achtsam, wenn Sie sich in den Sommermonaten im Wald aufhalten. 

Informieren Sie sich am besten vor einem Ausflug in den Wald auf den Webseiten des Deutschen Wetterdienstes oder einer Wettergefahrenseite, welche Waldbrandstufe aktuell für Ihre Region ausgerufen ist. Achten Sie auch auf entsprechende Beschilderung im Wald.

Bitte nicht in der Wildnis parken 

Wenn Sie mit dem Auto anreisen, parken Sie in Waldnähe bitte nur auf ausgewiesenen Parkplätzen. Viele Menschen wissen nicht, dass sich unter geparkten Autos durch die im Betrieb sehr heißen Katalysatoren eine enorme Hitze entwickelt, die mit Leichtigkeit trockene Gräser und Gestrüpp auf dem Boden entzünden kann. Diese Bodenbrände breiten sich gerade in den Dürremonaten schnell aus und führen immer wieder zu verheerenden Waldbränden. 

Zugeparkte Waldwege sind zudem für Feuerwehren im Fall eines Waldbrandes ein echtes Problem, denn so kommen sie häufig nicht schnell genug zu den gefährlichen Brandherden. 

Ein "No Go": Rauchen im Wald

Rauchen Sie bitte nicht im Wald oder in Waldnähe. In vielen Wäldern ist das Rauchen verboten. In Berlin ist dies zum Beispiel ganzjährig der Fall. Denn: Schon winzige, glühende Ascheteilchen einer Zigarette können einen verheerenden Waldbrand auslösen. 

Für alle, die in der Natur rauchen, gilt bei Trockenheit ganz besonders: Nehmen Sie einen Taschenascher, eine kleine Metalldose oder ein leeres Marmeladenglas mit, schnippen Sie Ihre Asche beim Rauchen in dieses Gefäß und drücken Sie Ihre Zigaretten darin aus. 

Müll, egal welcher Art, hat grundsätzlich im Wald nichts verloren, sondern muss wieder mit nach Hause genommen werden. Wird Müll zurückgelassen, kann er sich zu einer Brandquelle entwickeln. 

Auch beim Grillen gilt: Vorsicht!

Natürlich können Sie auch außerhalb des eigenen Grundstücks im Sommer den Grill anwerfen. Achten Sie jedoch darauf, dass Grillen außerhalb von Privatgrundstücken nur dort erlaubt ist, wo ein entsprechendes Schild das Grillen gestattet. Abseits der ausgewiesenen Grillplätze darf nicht gegrillt werden. 

Wer den Rost auf einer Wiese oder im Wald anheizt, muss mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Bei hoher Brandgefahr ist das Grillen in der Landschaft oftmals gänzlich verboten. 

Wenn der Grillspaß vorbei ist, entsorgen Sie bitte die Asche in die auf Grillplätzen vorgesehenen Aschecontainer. Ist dies nicht möglich, löschen Sie die Glut mit viel Wasser und entsorgen Sie die kalte Asche in den Müll. Denn Grillasche enthält viele Schadstoffe, die der Natur schaden. Daher diese bitte nicht einfach liegen lassen. 

Schützen Sie beim Grillen den Regenwald

Und noch ein Extra-Tipp: Achten Sie bei der Wahl der Grillkohle auf eine regionale Herkunft des Holzes! Vor allem sollte kein Tropenholz in der Grillkohle sein. So können Sie mithelfen, Regenwälder vor der Abholzung zu bewahren.

Zusätzlich schonen Sie internationale Wälder, wenn Sie bei der Wahl Ihres Grillgutes mehr auf Gemüse und weniger auf Fleisch setzen. Wenn Sie doch gerne Fleisch grillen möchten, dann am besten Steaks und Würstchen aus regionaler Weide- oder Biohaltung. Bei der Fleischerzeugung aus Massentierhaltung wird Soja aus Übersee verfüttert, für dessen Anbau ebenfalls Regenwald gerodet wird. 

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