Trocken durch die kalte Jahreszeit – Regenkleidung ohne giftige Chemikalien

25. Januar 2021 | Chemie, Umweltgifte, Ressourcen & Technik

Regenjacken aus gewachster Baumwolle oder Materialien wie Polyethylen oder Polyester sind ökologisch unbedenklicher.  (Lucie Capkova / Unsplash)

In der kalten und nassen Jahreszeit brauchen wir Menschen wetterfeste Kleidung. Winterjacken, Gummistiefel und Matschhosen gehören in diesen Tagen einfach dazu, wenn unsere Kinder vor die Tür gehen. Denn warme und trockene Kleider sind bei nasskaltem Wetter die beste Vorsorge gegen Krankheiten.

Wetterfeste Bekleidung kann jedoch der Gesundheit und der Umwelt schaden, wenn sie giftige Stoffe enthält. Bei Tests enthielten einige Regenjacken so viele giftige Chemikalien, dass sie eigentlich als Sondermüll gekennzeichnet werden müssten. Sehr verbreitet sind zum Beispiel zinnorganische Verbindungen, die die feuchten Jacken vor Schimmel schützen sollen. Diese Schadstoffe haben jedoch auch eine hormonelle Wirkung.

Regenbekleidung aus PVC enthält oft Weichmacher. Diese dünsten während des Tragens aus und werden vom menschlichen Körper aufgenommen. Schon in geringen Mengen können sie den Hormonhaushalt des Menschen und seine Fortpflanzung stören.

Landen PVC-Stiefel am Ende im Müll, werden bei ihrer Ver­bren­nung sowohl stark ätzender gas­för­miger Chlor­was­serstoff sowie giftige Dioxine und Furane freigesetzt. Kommunale Recyclinghöfe nehmen PVC-Produkte wie Türen und Fenster als Sondermüll an. Alte Stiefel aus PVC sollten besser dort als in der Hausmülltonne entsorgt werden.

Auch polyaromatische Kohlen­was­serstoffe (PAK) verstecken sich häufig in Regensachen. Diese Chemikalien können durch Schwitzen und Reibung freigesetzt werden. PAK sind sehr langlebig, reichern sich in Lebewesen an und sind deshalb ein großes Umweltproblem.

Naturkautschuk statt PVC

Der BUND empfiehlt deshalb bei Wetterkleidung Produkte aus gewachster Baumwolle. Damit sind Sie gut angezogen und weder unsere Gesundheit noch die Umwelt werden durch giftige Chemikalien belastet. Bei Kunststoffmaterialien sind Polyethylen oder Polyester die besseren, weil unschädlicheren Alternativen.

Bei Gummistiefeln sind Sie mit Produkten aus Naturkautschuk auf der sicheren Seite. Dieser ist ein nachwachsender Rohstoff, der umweltschonend geerntet wird, extrem langlebig ist und keine Probleme beim Gebrauch und der Entsorgung verursacht. Zwar haben Stiefel aus Naturkautschuk anfangs einen starken Eigengeruch, der auch nie ganz verschwindet. Das bedeutet jedoch keinerlei Gefahren für Gesundheit oder Umwelt, ausgiebiges Lüften schafft hier Abhilfe.

Ökologisch unbedenkliche Kleidung gibt es im Fachhandel sowie in Öko-Versandhäusern. Aber auch in anderen Geschäften können Sie fündig werden und giftfreie Kleidung kaufen. Dabei hilft Ihnen die ToxFox-App des BUND, Alltagsprodukte auf Schadstoffe zu überprüfen.

Schützen Sie sich und andere: Stellen Sie die Giftfrage an Hersteller mit der ToxFox-App, um sich schon vor dem Kauf zu informieren, ob Produkte gefährliche Chemikalien enthalten.

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