Ostereier ohne Tierquälerei

03. April 2020 | Landwirtschaft, Massentierhaltung, Chemie, Nachhaltigkeit

Wer keine Eier aus Käfighaltung oder mit krebserregenden Farbstoffen im Osternest will, sollte genau hinschauen.  (Annie Spratt / CC0 1.0)

Zum Ende der Fastenzeit kommen wieder allerlei Leckereien auf den Tisch, allen voran bunt gefärbte Ostereier. Wenn Sie keine Eier aus Käfighaltung oder mit bedenklichen Farbstoffen im Osternest haben wollen, sollten Sie genau hinschauen.

Denn der Stempel, dessen erste Ziffer normalerweise Auskunft über die Tierhaltung gibt, ist bei gekochten und gefärbten Ostereiern keine gesetzliche Pflicht. Hersteller müssen hier keine Angaben über die Art der Tierhaltung machen.

Zwar setzt der Handel auf Druck von Verbraucher*innen verstärkt auf Transparenz, so dass inzwischen auf vielen Ostereier-Packungen freiwillige Siegel über die Haltung der Legehennen informieren. Doch der Großteil bleibt nach wie vor ohne Kennzeichnung und stammt in der Regel von Hühnern aus Käfighaltung.

Je höher die Zahl, desto geringer die Standards

Wir empfehlen daher, Bio-Eier zu kaufen und sie selbst zu färben. Nur mit der Ziffer "0" gestempelte Eier garantieren den meisten Platz und Auslauf für die Tiere. Je höher die Zahl auf dem Ei, desto geringer sind die Standards: Eier mit der Kennzeichnung 3 stammen aus der nicht tiergerechten Käfighaltung, Eier mit der Kennzeichnung 2 wiederum von Hühnern aus der Bodenhaltung. In der Bodenhaltung sind die Hennen zwar nicht im Käfig, aber es gibt nur sehr wenig Platz für die Tiere – der Auslauf fehlt. Deshalb sind Eier mit der Kennzeichnung 2 keine Alternative für Verbraucher*innen, die auf eine artgerechte Haltung der Tiere Wert legen.

Zweinutzungshühner

Am besten sind Eier vom Zweinutzungshuhn, denn bei Zweinutzungshühnern werden die Brüderhähne nicht nach dem Schlüpfen getötet. Unter dem sogenannten Zweinutzungshuhn versteht man eine Hühnerrasse, die sowohl zur Eier- als auch zu Fleischerzeugung von den Züchtern gehalten werden kann. Das heißt, die Henne eignet sich zur Eierproduktion und die Hähne gleichzeitig zur Mast. Die Vereinigung dieser beiden Eigenschaften in einer Rasse ist heute in der Landwirtschaft leider nicht mehr üblich. Fragen Sie in ihrem Bioladen nach Eiern vom Zweinutzungshuhn. Nicht nur im Biobereich gibt es Zweinutzungshühner: Auch aus besonders artgerechter Haltung, wie zum Beispiel von NEULAND-Bauern, gibt es Eier von diesen Hühnerrassen.

Auch Färben geht umweltverträglich

Auf Nummer sicher gehen Sie mit umweltverträglichen Farben. Diese sind im Bioladen und in Drogerien erhältlich, können aber auch einfach selbst zubereitet werden.

In Zeiten von Covid-19 lässt sich dies mit einem kleinen Ausflug in die Natur verbinden, denn die hält für das häusliche Eierfärben einiges bereit: Birkenblätter, Zwiebelschalen, Kurkuma oder Johanniskraut ergeben eine gelbe bis rot-braune Färbung, Gras oder Brennnesseln eine grüne. Für eine braune Färbung sind Zwiebelschalensud, Kaffee oder Schwarztee geeignet. Rotkohl sorgt für eine violette Färbung. Kleine Blätter und Blüten hinterlassen beim Färben kunstvolle Abdrücke auf den Eiern oder können im Anschluss um die Eier gewickelt werden. Nebenbei hilft das gemeinsame Sammeln und Eierfärben mit der engsten Familie gegen den drohenden Lagerkoller in der Selbstisolation.

Und so funktioniert es:

Die Pflanzenteile müssen etwa 30 bis 45 Minuten in circa einem Liter Wasser ausgekocht werden. Danach wird der Sud gefiltert. Ein Schuss Essig erhöht die Kraft und Brillanz der Farben. Nun noch die Eier hinzugeben: Nach zehn Minuten im kochenden Sud sind die Eier hart und gefärbt. Blätter und Blüten können vorher mit einem alten Strumpf an den Eiern fixiert werden. Wenn Sie eine intensivere Färbung erreichen wollen, sollten Sie die Eier nach dem Abschrecken zurück in die Farbe legen.

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