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Giftfreie Grüße verschenken

08. Februar 2019 | Naturschutz, Umweltgifte

Als Geschenk sind Tulpen eine gute Wahl.  (Ludovic Gauthier / CC0 1.0 )

Ob zum Valentinstag, zum Muttertag oder  zum Geburtstag: Man denkt gern an seine Lieben und verschenkt oder verschickt Blumen. Aber wie umweltfreundlich ist der Blumengruß?

Die in Deutschland im Winter angebotenen Rosen sind oft mit Pestiziden belastet. Der Großteil dieser Blumen wird in Ostafrika und Südamerika gezüchtet, wo in der Rosenproduktion zahlreiche und zum Teil gefährliche Gifte gespritzt werden. Auf getesteten Rosen sind oftmals Rückstände mehrerer Pestizide nachweisbar. Diese Stoffe schädigen vor allem die Gesundheit der Arbeiter*innen im Rosenanbau, die zumeist unter schlechten Bedingungen tätig sind. Viele der eingesetzten Mittel gegen Pilzerkrankungen oder Schadinsekten sind krebserregend oder schädigen das Hormonsystem. Auch für Florist*innen können die oft hohen Rückstände in Rosen noch ein Gesundheitsproblem sein.

Als Geschenk eignen sich daher Tulpen besser als Rosen. Pestizidrückstände werden hier kaum festgestellt, zudem wachsen diese Blumen in Mitteleuropa und die Transportwege sind somit kürzer. Wunderschön sind auch Kirsch- oder Forsythienzweige, die in der warmen Wohnung vorzeitig zu blühen beginnen. Sie sind hierzulande heimisch, unbelastet und halten sogar länger als jede Schnittblume.

Blumen mit Siegel kaufen

Wenn das Siegel "Fairtrade" auf den Blumentopf oder -strauß erkennbar ist, so verläuft die Blumenzucht nach besseren sozialen und ökologischen Standards als bei herkömmlichen Produkten: Die Beschäftigten werden fair entlohnt, auch Regeln zum Gesundheits- und  Umweltschutz sind umfangreicher als bei "Standard-Blumen". Wer beim Blumenkauf auf dieses Siegel achtet, tut also auch den Arbeiter*innen und der Umwelt etwas Gutes.

Die beste Wahl sind Bio-Blumen oder –Pflanzen, die möglichst noch aus der Region stammen. Bio-Blumen werden ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und ohne Mineraldünger produziert. Auch chemische Hemmstoffe, die die Pflanzen klein halten, sind tabu ebenso wie Gentechnik. "Geht das überhaupt?", werden sich Einige fragen. Ja, im Bio-Zierpflanzenanbau werden Schadinsekten mit Nützlingen wie Schlupfwespen, Raubmilben oder Marienkäfern reduziert statt die bienengefährlichen Neonikotinoide einzusetzen. Der Abstand zwischen den Pflanzen ist oft etwas größer, so kann die Feuchtigkeit reduziert werden mit dem Vorteil, dass weniger Pilzkrankheiten auftreten. Um die Abwehrkräfte der Pflanzen zu stärken, erhalten sie Pflanzenstärkungsmittel auf biologischer Grundlage.

Bio-Blumen gibt’s von den bekannten Bio-Anbauverbänden Demeter, Bioland und Naturland oder mit dem EU-Biosiegel. Verkauft werden sie in Naturkostläden, in Bio-Gärtnereien, auf Märkten oder in Hofläden direkt vom Produzenten. Und auch das ganze Jahr über kann man Bio-Pflanzen erhalten: Die Saison startet im Frühjahr mit Ranunkeln, Anemonen, Narzissen und Tulpen. Im Sommer gibt es dann eine riesige Palette Sommerblüher wie Rosen, Lilien oder Sonnenblumen. Im Herbst blühen Dahlien, Astern, Chrysanthemen und Gräser, im Winter gibt es Christrosen und Weihnachtssterne im Angebot.

Für jeden Anlass von Valentinstag bis Weihnachten gibt es also Möglichkeiten, mit seinem Blumengruß nicht nur dem Empfänger oder der Empfängerin eine Freude zu machen sondern gleichzeitig auch Umwelt und Produzent*innen vor gefährlichen Giften zu schützen.

Eine Liste mit Bezugsquellen für Bio-Blumen: www.bio-zierpflanzen.de

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