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Biologische Pflanzenschutzmittel

06. April 2015 | Umweltgifte, Naturschutz, Schmetterlinge, Wildbienen

Lassen Sie sich von einem geringen Befall nicht aus der Ruhe bringen, er geht in einem naturnahen Garten meist von selbst zurück. Bei länger anhaltendem, stärkerem Befall, der meist als Folge ungewöhnlicher Witterungsverhältnisse auftritt, sollten Sie nur auf biologische Pflanzenschutzmittel zurückgreifen, beispielsweise Extrakte aus bestimmten Pflanzen, oder mechanische Maßnahmen durchführen. Setzen Sie nie chemische Gifte in. Diese belasten die Selbstregulationskräfte der Natur nachhaltig.

Handarbeit

Das frühzeitige Absammeln von "Schädlingen" verhindert deren Vermehrung und beugt so größeren Schäden vor. Sinnvoll ist zum Beispiel, Kohlpflanzen von Raupen des Kohlweißlings und Kartoffelpflanzen von Kartoffelkäfern zu befreien. Blattläuse werden einfach mit den Fingern von den Pflanzen abgestreift. Das Abschneiden von befallenen Pflanzenteilen dämmt eine Krankheit oft erfolgreich ein. Die kranken Blätter, Triebe, Äste oder die ganze Pflanze müssen vernichtet werden.

Pflanzenjauchen,- Tees und -Brühen

...sind schnell wirksam und ungiftig, vertreiben "Schädlinge" und stärken die Abwehrkräfte der Pflanzen. Die Wirkung von Pflanzen- extrakten, genau wie die von Mischkulturen, beruht auf der Fähigkeit vieler Pflanzen, Abwehrstoffe zum Schutz vor Insekten, Pilzen und anderen Organismen herzustellen. Zu den zum Teil hochgiftigen und sehr wirksamen Abwehrstoffen gehören etwa Koffein oder Nikotin. Auch Bitterstoffe, Gerbsäuren und stark riechende ätherische Öle verderben vielen "Pflanzenfeinden" den Appetit. Pflanzen sind also oft gar nicht so hilflos, wie es den Anschein hat. So bereiten Sie Pflanzenextrake zu.

Mechanische Maßnahmen

Durch feine Netze oder Vliese, die mit Drahtbögen hochgehalten werden, schützen wir Gemüsebeete vor unliebsamem Insektenbesuch. Schneckenzäune können das Eindringen der hungrigen Weichtiere verhindern. Höhere Zäune halten Kaninchen und Hasen fern. Um die Stengel von Kohlpflanzen gelegte Kohlkragen verhüten die Eiablage der Kohlfliegen. An den Stämmen von Obstbäumen angebrachte Fanggürtel dienen vielen Insekten im Herbst als Unterschlupf. Sie müssen immer wieder erneuert und vor ihrer Vernichtung auf "Nützlinge" (z. B. Marienkäfer, Ohrwürmer) kontrolliert werden. Vorsicht bei Leimringen! Mit Leim versehene Fanggürtel, die zur Bekämpfung des Frostspanners am Stamm angebracht werden, sind zwar wirkungsvoll, aber auch tödlich für viele "Nützlinge", zum Teil sogar für Vögel.

Biotechnische Verfahren

Duftstoffe, optische und akustische Reize können "Schädlinge" anlocken oder abschrecken. Diese Maßnahmen wirken meist gezielt und sind ungefährlich für die Umwelt. Pheromonfallen locken durch arttypische Sexualduftstoffe männliche Insekten in die Falle. Sie werden vor allem im Obstbau gegen Apfelwickler eingesetzt, verringern die Anzahl der "Schädlinge" aber nicht wesentlich. Zu den Fraßlockstoffallen gehört beispielsweise die "Bierfalle" zum Schneckenfang. Guten Erfolg bringen klebrige Gelbtafeln, die etwa Kirschfruchtfliege und Weiße Fliege auf den Leim locken. Aber Vorsicht, da auch "Nützlinge" gefangen werden! Knallgeräte oder Tonbandgeräte mit Warnrufen sind gegen fruchtfressende Vögel im Einsatz.

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