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Unser Tipp im November: Wilde Früchte

01. November 2018 | Naturschutz, Lebensräume

Die Mispelfrucht ist sehr zuckerreich – und beliebt bei Vögeln und Eichhörnchen.  (ariesa66 / pixabay.com)

Der November mag für viele Menschen nicht der beliebteste Monat sein, doch eines kann ihn uns im wahrsten Sinne des Wortes versüßen: die Wildfrüchte, die jetzt geerntet werden können.

Die fruchtbehangenen Büsche verführen nicht nur Hobbyköch*innen zum Pflücken. Auch viele Vögel bedienen sich an der süßen Pracht.

So kann der November neben aller Düsternis ein Genuss für Genießer*innen, Vögel und Vogelfreund*innen sein.

Die genügsame Schlehe

Der Schlehenstrauch ist im Frühjahr mit zahlreichen weißen, nach Mandeln duftenden Blüten verziert, im Herbst dann mit blauschwarz bereiften Früchten behängt. Schlehenfrüchte werden am besten nach dem ersten Frost geerntet, da dann ein Teil der bitteren Gerbstoffe abgebaut ist. Etwa 20 Vogelarten verspeisen die Früchte gerne, zum Beispiel Meisen und Grasmücken. Die Schlehe bietet auch Lebensraum für den seltenen Neuntöter, der auf den Dornen seine Beute aufspießt. Beim Menschen sollen die Früchte vor allem bei Verdauungsproblemen hilfreich sein.

Der Schlehdorn ist oft an sonnigen Weg- und Waldrändern zu finden. Falls Sie besonders viele Schlehen vorfinden, dann wird es einen besonders strengen Winter geben – so jedenfalls sagt es der Volksglaube.

Kulinarisch können Sie sich vielseitig verwöhnen mit Schlehensirup, Schlehen-Chutney oder –  für besonders talentierte Zuckerbäcker*innen – mit Joghurt-Schlehen-Pralinen.

Mispel, Hundsärsch oder Arschperln

Die baum- oder strauchartige Mispel besitzt bräunliche Früchte mit einer aufklaffenden Fruchtspitze. Im Saarland hat ihnen dieses Erscheinungsbild den Namen "Hundsärsch" oder "Arschperln" eingetragen. Erst durch Frosteinwirkung wird das Fruchtfleisch weich und angenehm säuerlich.

Beliebt sind die Früchte bei Vögeln wie der Ringeltaube, dem Kernbeißer und der Amsel, aber auch Eichhörnchen fressen die zuckerreichen Früchte und verteilen die Samen. Wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung wurden die Früchte in der Volksmedizin zur Linderung von Nieren- und Harnwegentzündungen genutzt.

Die Mispel war daher früher als Obstbaum weit verbreitet. Heute ist sie nur noch vereinzelt an sonnigen und windgeschützten Standorten zu finden. Kulinarisch macht auch die Mispel viel her: Wer mag, kann sich z.B. am Mispel-Apfelmus mit Griessschnitten oder Mispeleis versuchen.

Die leuchtende Hagebutte

Die Hagebutte ist eine hochkarätige Vitaminspenderin zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte, sie ist besonders reich an natürlichem Vitamin C. Wer jetzt sammelt, kann sich seinen eigenen Anti-Erkältungs-Tee herstellen.

Mit Hagebutten kann man nichts falsch machen. Die roten Früchte, die sämtliche Rosengewächse im Herbst ausbilden, sind durch die Bank ungiftig. Dabei sind jedoch die Hagebutten von Wildrosen deutlich aromatischer als ihre gezüchteten Verwandten. Wer sehr motiviert ist, kann aus den Hagebuttenmarmelade kochen (das Vorbereiten der Früchte verlangt viel Geduld und Spucke). Wer es weniger aufwändig mag, kocht aus den getrockneten Früchten leckeren Hagebuttentee.

Wichtiger Hinweis

Pflücken Sie nur gesunde Früchte, die Sie sicher erkennen, fernab von Stellen mit hoher Verschmutzung oder Umweltbelastung. Verlesen Sie die Früchte noch einmal sorgfältig vor der Verarbeitung.

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin). 

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