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Unser Tipp im September: späte Blüte

03. September 2018 | Naturschutz, Lebensräume

Die röhrenartig verwachsenen Blütenhüllblätter der Herbstzeitlosen sind blassrosa bis violett gefärbt.  (marrakeshh / iStock.com)

"Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird." (Albert Camus)

Doch auch echte Blüten verschönern diese Jahreszeit. Auf Wiesen und Weiden und an Wegrändern kündigen farbige Boten den Herbst an. Doch wer blüht noch so spät? 

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Vom lateinischen Wort für Herbst, autumnus, leitet sich der Artname ab. Die röhrenartig verwachsenen Blütenhüllblätter sind blassrosa bis violett gefärbt. Auffällig ist das Fehlen von Blättern. Im Frühjahr zeigt die Herbstzeitlose ihre Blätter, doch keine Blüten; im Herbst sind nur die Blüten sichtbar, aber keine Blätter.

Alle Teile der Pflanze enthalten das giftige Alkaloid Colchicin, das nicht nur nutzbringend pharmazeutisch eingesetzt wird, sondern auch als Wirkstoff für Giftmorde missbraucht wurde. Den unterirdischen Pflanzenteilen schrieb man zur Zeit der Pest heilende Wirkung zu, so dass diese um den Hals getragen wurden – ohne Erfolg. Das herbstliche Liliengewächs ist vor allem auf nährstoffreichen und feuchten Wiesen zu finden.

Gewöhnliches Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)

Ihr Name beschreibt die Form der herzförmigen Schötchen der Pflanze, welche die Menschen früher an die Taschen von Hirten erinnerten. Das sehr häufige und bis in den Spätherbst blühende Wildkraut verbreitet sich durch Selbstausbreitung, aber auch durch Wind und Regen. Treffen Regentropfen auf die Schötchen, schnellt der Fruchtstiel zurück und die Samen werden regelrecht herausgeschleudert. Da die Samen außerdem recht klebrig sind, werden sie oft an Hufen, Fell oder auch Schuhen fortgetragen und dadurch über größere Distanzen verbreitet.

Die auch als Herzkraut bekannte Pflanze soll eine gewisse Heilwirkung haben, sie soll das Blut stillen und den Stoffwechsel regulieren. Zu finden ist das Hirtentäschel am Wegesrand und auf Böschungen, auf Brachen, Äckern und Wiesen.

Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)

Der Name ist bei dieser Pflanze Programm. Die weit verbreitete Schafgarbe kommt oft auf Schafweiden vor und wird von Schafen gern gefressen. Ihr Erscheinungsbild ist eher unscheinbar: Über zarten, gefiederten Blättern bildet sich eine Art Dolde aus weißen oder rosa Blüten.

Die Schafgarbe gilt als Bodenfestiger und Nährstoffanzeiger. Die auch als Bauchweh- und Blutstillkraut bezeichnete Pflanze ist eine traditionelle Heilpflanze vor allem für "Frauenleiden" sowie gegen Bakterien und Krämpfe. So dichtete der Volksmund: "Schafgarb im Leib tut wohl jedem Weib".

Die wundheilende und antiseptische Wirkung hat der Sage nach schon Achilles genutzt, um damit die Kriegswunden von Gefährten zu behandeln. So kam die Schafgarbe zu ihrem lateinischen Namen. Noch im ersten Weltkrieg wurde sie als Schnellverband für verwundete Soldaten genutzt. Das aromatisch duftende "Tausendblatt" ist auf besonnten Wiesen und auf Brachland ebenso wie an Wegrändern zu finden.

Alle Tipps zur Naturbeobachtung stammen von K. Schmiing (Diplombiologin). 

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