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Brunsbüttel & Co: Warum Zwischenlager nicht sicher sind

Der BUND fordert einen Neustart bei der Zwischenlagerung von hoch radioaktivem Atommüll.

AKW Brunsbüttel; Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG AKW Brunsbüttel  (Andreas Conradt / PubliXviewinG)

Bereits 2013 hatte das Oberverwaltungsgericht Schleswig geurteilt, dass das Zwischenlager Brunsbüttel nicht zur Lagerung von hoch radioaktivem Atommüll geeignet ist und ihm die Genehmigung entzogen. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte dieses Urteil zwei Jahre später: eine Zäsur für die gesamte Atomenergienutzung und Atommülllagerung in der Bundesrepublik.

Die Situation, dass die Lagerung von hoch radioaktivem Atommüll nur noch per Notverordnung weitergehen kann, zeigt, wie unverantwortlich der Betrieb von Atomkraftwerken ist, ohne dass es für die Lagerung des Atommülls eine wirkliche Lösung gibt. Der BUND fordert deshalb schon immer aus gutem Grund den sofortigen Ausstieg aus der unbeherrschbaren Atomenergie.

Infolge des Brunsbüttel-Urteils hatte der BUND die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und sieben für die Atomaufsicht jeweils zuständige Landesumweltminister*innen aufgefordert, an allen 14 weiteren in Deutschland vorhandenen Atommüllzwischenlagern unverzüglich Sicherheitsüberprüfungen vorzunehmen. Geschehen ist jedoch nichts.

BUND-Studie: Zwischenlager sind ein Sicherheitsrisiko

Deshalb hat der BUND selbst eine Studie in Auftrag gegeben. Die Atomsicherheitsexpertin Oda Becker kommt in ihrer Studie vom Oktober 2017 zu dem Ergebnis, dass die Sicherung und Sicherheit der Atommüllzwischenlager problematisch sind. Defizite bestehen unter anderem bei fehlenden Reparatur- und Inspektionsmöglichkeiten und bei dem unzureichenden Schutz gegen potenzielle Terroranschläge.

Außerdem werden die Zwischenlager deutlich länger als geplant und bisher genehmigt in Betrieb bleiben müssen, weil mit der Einlagerung des Atommülls in ein tiefengeologisches Lager erst ab 2050 oder deutlich später begonnen werden kann. Die Sicherheit der Castorbehälter in den Zwischenlagern ist jedoch nachweislich nur für 40 Jahre gegeben. Mögliche Alterungseffekte bei einer verlängerten Zwischenlagerung sind noch gar nicht untersucht worden. Hier ist Forschung dringend nötig! Zudem fehlen nach Stilllegung der Atomkraftwerke an allen Zwischenlagerstandorten Möglichkeiten zur Reparatur beschädigter Castorbehälter.

Probleme der Zwischenlagerung endlich benennen!

Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll stehen derzeit in den zentralen Zwischenlagern in Gorleben, Ahaus und Lubmin. Daneben gibt es zwölf weitere Standortzwischenlager bei den Atomkraftwerken und das Behälterlager in Jülich.

Der BUND fordert vom neuen Bundestag die längst überfällige öffentliche Debatte über die Atommüllzwischenlagerung zu starten. Wer Vertrauen in ein neues Suchverfahren für ein Atommüll-"Endlager" aufbauen will, der muss auch die derzeitigen Zwischenlagerprobleme offen diskutieren und unter Beteiligung der aktuell Betroffenen das Konzept der Atommüllzwischenlager überprüfen.

Als ersten wichtigen Schritt gilt es, die jetzt anstehenden Genehmigungsverfahren für die Aufnahme der Behälter aus der Wiederaufarbeitung in vier Standortzwischenlager mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen. 

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Ihr Ansprechpartner

Thorben Becker

Leiter Atompolitik
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