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Hintergrund: Die Asse

Das um die Jahrhundertwende gebaute Salzbergwerk Asse wurde 1965 nach seiner Stilllegung zum weltweit ersten unterirdischen Lager für Atommüll umgebaut.

Arbeiter in der Asse; Foto: Stefan Brix / Wikimedia Commons Arbeiter in der Asse  (Stefan Brix / Wikimedia Commons )

In dem Forschungsbergwerk sollte erkundet werden, in welcher Form in Salzstein der hochgefährliche Müll eingelagert werden kann; die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen sollten später in Gorleben zur Anwendung kommen. Zwischen 1965 und 1978 wurden über 120.000 Fässer schwach- und mittelradioaktiven Atommülls, aus Forschungsanlagen, aber auch aus Atomkraftwerken, eingelagert.

Wurden die Fässer zu Beginn noch über- und nebeneinander aufgestellt, kippte man sie später einfach in die Einlagerungskammer. Dabei wurde leichtfertig in Kauf genommen, dass die Fässer beschädigt werden. Insgesamt liegen 25 Kilogramm Uran und 28 Kilogramm Plutonium im Bergwerk, wobei die Zahl wiederholt nach oben korrigiert werden musste. 2010 stellte sich bei einer Überprüfung des Inventars heraus, dass weitere knapp 15.000 undeklarierte Fässer eingelagert wurden.

Ein Salzbergwerk bleibt nicht ewig stabil

Seit 1988 ist bekannt, dass täglich etwa 12.000 Liter Grundwasser aus dem Deckgebirge in das Grubengebäude eindringen und eine gesättigte Salzlösung ("Lauge") bilden. Das Bergwerk mit dem Atommüll droht abzusaufen. Dringt die Salzlösung in die Einlagerungskammern, dann kann eine Kontamination des Grundwassers mit Radionukliden (Atome, deren Kerne zerfallen) langfristig nicht verhindert werden.

Mensch und Umwelt sind durch die in der Asse lagernden atomaren Abfälle bedroht. Die Asse war von Anfang an ungeeignet für eine dauerhafte Einlagerung von Atommüll. Bereits in den 1960 Jahren gab es seitens des damals zuständigen Oberbergamtes Bedenken wegen der Stabilität. Immer wieder gab es seit Beginn des 20. Jahrhunderts Wassereinbrüche. 2008 wurde bekannt, dass bereits seit Anfang der 1990er Jahre sich in der Asse auch radioaktive Lauge ansammelt – ein Hinweis auf undichte Fässer.

Die Asse als illegales Endlager

Das ehemalige Forschungsbergwerk Asse ist 2009 in die Zuständigkeit des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) übergegangen. Seitdem wurde in einem mehrstufigen Verfahren beraten, wie mit der Asse umgegangen werden soll. Nachdem verschiedene Methoden der Verfüllung und des sicheren Abschlusses ausgeschlossen wurden, wird die Asse in den kommenden zehn Jahren wieder geleert, das heißt, alle radioaktiven Substanzen werden aus der Asse rückgeholt. Wo diese bis zu 220.000 Kubikmeter Atommüll gelagert werden sollen, ist noch völlig unklar.

Die Kosten für diese "Umbettung" der Atomabfälle liegen bei zu zehn Milliarden Euro. Im Rahmen des Betreiberwechsels musste die Bundesforschungsministerin Annette Schavan nicht nur zugeben, dass das Endlager nach heutigem technischen Stand nicht mehr gebaut werden würde. Sie musste ebenso zugeben, dass die Asse nicht nur als Forschungsbergwerk, sondern als illegales Endlager genutzt wurde.

Endlagersuche muss neu beginnen

Das Beispiel Asse zeigt, dass die Endlager-Probleme der Atomindustrie alles andere als gelöst sind. Auch der Gorlebener Salzstock hat Kontakt zum Grundwasser und verfügt über kein geschlossenes Deckgebirge.

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Thorben Becker

Thorben Becker

Leiter Atompolitik
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