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Deutsche Atomkraftwerke stellen eine Gefahr für unsere Sicherheit dar

Eine BUND-Studie hat die Sicherheit von AKWs und Zwischenlagern in Deutschland untersucht. Ergebnis: Von ihnen gehen nach wie vor enorme Risiken aus. Deshalb muss der Atomausstieg vorgezogen werden.

Von Atomkraftwerken und Zwischenlagern in Deutschland gehen nach wie vor enorme Risiken aus. Dies belegt die Studie "Atomstrom 2016: sauber, sicher, alles im Griff?" des BUND, die von der unabhängigen Atomexpertin Oda Becker erstellt worden ist. Becker konnte mangelhafte Schutzstandards, Hochwasser-, Erdbeben- und Terrorgefahren sowie altersbedingte Ausfälle der Sicherheitssysteme nachweisen.

Mit der Stilllegung von inzwischen neun Atomreaktoren ist ein erster Schritt getan. Der Weiterbetrieb von acht Reaktoren in Gundremmingen, Philippsburg, Grohnde, Emsland, Isar, Brokdorf und Neckarwestheim birgt jedoch nach wie vor enorme Risiken. Auch in Deutschland ist jederzeit ein größerer Störfall oder ein Super-Gau wie in Fukushima möglich. Der BUND fordert die Energiekonzerne auf, sich schneller als vorgesehen von dieser Risikotechnologie zu verabschieden statt mit milliardenschweren Klagen gegen die Bundesregierung vorzugehen, weil nach Fukushima Atomkraftwerke abgeschaltet wurden.

Bildergalerie: Die acht deutschen Atommeiler

Dass in jedem deutschen Atomkraftwerk ein schwerer Unfall möglich ist, wird inzwischen auch von den Behörden so gesehen. Dafür erforderliche umfangreiche Katastrophenschutzpläne (beispielsweise zur Absicherung gegen Erdbeben oder Terroranschläge) sind aber nicht vorhanden. Auch eigentlich dringend nötige Nachrüstungen und Sicherheitsüberprüfungen werden mit Blick auf die verbleibenden Restlaufzeiten nicht mehr durchgeführt.

Schließlich enden die Risiken der Atomkraft in Deutschland noch lange nicht, selbst wenn sämtliche Atomkraftwerke abgeschaltet sind. Der hochradioaktive Atommüll muss dann für weitere Jahrzehnte in oberirdischen Zwischenlagern verbleiben, die etwa gegen Flugzeugabstürze und Terrorgefahren nur unzureichend geschützt sind. Begrenzte Nachrüstungen erfolgen zurzeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Wenn neben den Lagern schließlich die Atomkraftwerke rückgebaut werden, fehlt außerdem die Möglichkeit zur Reparatur von Castorbehältern. Und das, obwohl voraussichtlich noch sehr lange Zwischenlagerzeiträume notwendig sind.

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Thorben Becker

Leiter Atompolitik
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