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Zur Netto-Kennzeichnung für Fleisch: Echtes Tierwohl braucht Verbindlichkeit

02. Mai 2018 | Massentierhaltung, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit

Genau wie Lidl führt nun auch der Lebensmittelhändler Netto eine eigene Kennzeichnung für Fleisch ein. Beide Discounter-Kennzeichnungen sind jedoch unzureichend. Die Bundesregierung muss endlich Verbindlichkeit bei der Haltungskennzeichnung schaffen, damit kein Sammelsurium verschiedener Label entsteht.

Fleischprodukte sollten einheitlich gekennzeichnet sein, um die Verbraucher*innen über die Herkunft und Haltungsbedingungen zu informieren.  (Hans / pixabay.com)

Auch im Fall Netto gilt dasselbe wie bei Lidl: Zwar ist es begrüßenswert, dass der Handel bereits beginnt, was die Politik bislang verzögert hat.

Doch schafft das gegenwärtig entstehende Flickwerk keine ausreichende Klarheit beim Einkauf und ersetzt keine staatlich verpflichtende Kennzeichnung, deren Kriterien strenger sein müssen als die der Lebensmittelhändler.

So lesen Sie die Netto-Kennzeichnung

Der Lebensmittelhändler Netto nennt seine neue Kennzeichnung "Haltungszeugnis". Mit der ersten Stufe weist sie lediglich den gesetzlichen Standard aus. Bei der Stufe 2 ("Nachhaltige Stallhaltung") bedient sich Netto ebenso wie Lidl bei der Initiative Tierwohl, einer Initiative, die jedoch kaum mehr Tierwohl bietet, da die Tiere lediglich etwas mehr Platz und eine Beschäftigungsmöglichkeit haben.

Wirkliche nachhaltige Stallhaltung sieht anders aus und würde beim Schwein mindestens Stroh zum Wühlen bereithalten. Hinter Stufe 3 der Netto-Kennzeichnung steht das Label des Deutschen Tierschutzbundes und Stufe 4 ist für Biofleisch vorgesehen.

Gefordert: Staatliche Kennzeichnung nach Eier-Vorbild

Für richtiges Tierwohl sowie Klarheit für die Verbraucher*innen muss Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner jetzt handeln und für alle tierischen Produkte eine verbindliche Haltungskennzeichnung einführen, die sich an der Kennzeichnung für Eier orientiert.

Denn die bisher vom Handel gewählten Kennzeichnungen und Stufen weichen von der bereits erfolgreich etablierten Kennzeichnung für Eier ab – auch, wenn der Handel sie vergleicht. Bei den Eiern rangiert die Skala von 0 bis 3, bei Lidl und Netto von 1 bis 4. Bei den Eiern bildet die niedrigste Stufe 0 den höchsten Standard ab, bei Lidl und Netto ist es jedoch gegenläufig die Stufe 4.

Nur eine verbindliche staatliche Kennzeichnung nach Vorbild der Eierkennzeichnung bringt Verbraucher*innen wirklich Klarheit über die Haltungsbedingungen der Tiere. Mit Hilfe der verbindlichen staatlichen Kennzeichnung kann Deutschland europaweit Vorreiter in Sachen Transparenz und Tierwohl werden. 

Kein Ei mit der 3

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