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Weitsicht für die Nordsee. Trübe Aussichten – Nährstoffeinträge belasten unsere Gewässer

15. März 2017 | Meere, Landwirtschaft

Die Belastung durch hohe Nährstoffeinträge ist eines der größten Probleme der deutschen Nordsee. Aus diesem Grund luden das BUND-Meeresschutzbüro und der BUND Landesverband Niedersachsen, in enger Kooperation mit dem Stiftungsverbund der Heinrich-Böll-Stiftung am 7. Februar 2017 Vertreter*innen von Politik, Landwirtschaft und Naturschutz zu einem Regionalforum mit dem Titel "Weitsicht für die Nordsee. Trübe Aussichten – Nährstoffeinträge belasten unsere Gewässer" nach Oldenburg ein.

Die Referent*innen des Regionalforums "Weitsicht für die Nordsee. Trübe Aussichten – Nährstoffeinträge belasten unsere Gewässer".  (BUND)

In drei Fachvorträgen zum Meeresschutz und drei weiteren zur Landwirtschaft wurde das komplexe Thema vorgestellt. Zwar sind die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor für das Leben an Land und im Meer unbedingt erforderlich, zu viel davon führt jedoch zu Überdüngung und verursacht schwerwiegende Veränderungen des Ökosystems im Meer.

Hauptversucher der Überdüngung der Meere ist die intensive Tierhaltung und industrielle Landwirtschaft. Stickstoff wird durch Gülle und synthetischen Mineraldünger auf den Feldern ausgebracht, um das Wachstum von Pflanzen zu fördern. Gelangen Nährstoffe außerhalb der Wachstumszeit oder in zu großer Menge auf die Felder, können nicht alle Nährstoffe von den Pflanzen aufgenommen werden. Der Überschuss gelangt zum großen Teil ins Grundwasser, in angrenzende Gewässer, in die Atmosphäre und letztendlich ins Meer. Dies ist auch bei der intensiven Viehhaltung der Fall. In den Vorträgen und auch in der folgenden Podiumsdiskussion wurde klar, dass die massiven Belastungen der Gewässer zwar seit langem bekannt sind, dass aber in der Landwirtschaft bisher viel zu wenig unternommen wurde.

Wie entsteht eine Landwirtschaft, die mit der Natur zusammenarbeitet und nicht gegen sie?

Es ist wichtig, dass alle Akteur*innen erkennen, dass sie betroffen sind – bis hin zu den Verbraucher*innen, die durch die Nachfrage auch die Landwirtschaft beeinflussen können. Ein grundlegender gesellschaftlicher Wertewandel, der landwirtschaftlichen Produkten wieder ihren Wert (und damit Preis) gibt, ist notwendig. Noch fehlt jedoch der Konsens für eine gemeinsame Zielvorstellung in der Landwirtschaft. Es herrscht keine Einigkeit zwischen den verschiedenen Akteur*innen und die Debatte ist deshalb schwierig. Wie entsteht eine Landwirtschaft, die mit der Natur zusammenarbeitet und nicht gegen sie? Es geht nicht darum über "öko vs. konventionell" zu diskutieren, sondern herauszufinden, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft aussehen könnte.

Es ist Aufgabe des Staates die richtigen Leitplanken zu setzen und die Menschen im Umbruch zu begleiten und zu fördern. Es ist wichtig regional zu differenzieren und mit den lokal Beteiligten zu diskutieren. Eine Kombination von ordnungsrechtlichen Vorgaben (die auch vollzogen werden!) und freiwilligen Kooperationen könnte einen möglichen Weg darstellen.

Mehr Dialog zwischen Landwirtschaft und Gewässerschutz ist notwendig

Einigkeit herrscht darüber, dass der Dialog miteinander einer der wichtigsten Schritte nach vorne ist. Die Politik muss ressortübergreifend handeln, vollziehende Behörden müssen bei Novellierungen von Verordnungen mit am Tisch sitzen, Landwirte und Gewässerschützer müssen sich austauschen, differenziertes Hingucken ist notwendig, so wie die regionale Differenzierung bessere Erfolge bringt als pauschale Verordnungen. Es geht nicht ohne ehrliche Preise und es geht nur miteinander. Klar ist, die Zeit drängt, die Reaktionszeiten der Ökosysteme sind lang und es muss schnell und effektiv gehandelt werden, um einen guten Umweltzustand der Nordsee wiederherzustellen.

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