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Was würden sich Wildkatzen zu Weihnachten wünschen?

20. Dezember 2018 | Wildkatze, Wälder, Lebensräume

 (Michael Radloff)

Wenn sich die Europäischen Wildkatzen etwas zu Weihnachten wünschen dürften, dann wären es weite, ungestörte Wälder. Die Erfüllung dieses Wunsches ist ein Ziel des "Rettungsnetzes Wildkatze" des BUND. "Wir Menschen haben ihr den Lebensraum in den letzten 100 Jahren so stark beschnitten, dass sie auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft wird", betont Friederike Scholz, Wildkatzenexpertin des BUND. "Wir arbeiten deshalb seit vielen Jahren an einer Vernetzung der Wildkatzenwälder, damit die scheuen Tiere eine Chance haben, sich wieder auszubreiten."

Die Wildkatze wird auch Waldkatze genannt. Sie fühlt sich in "unaufgeräumten", naturnahen Laubmischwäldern mit vielen Versteckmöglichkeiten am wohlsten. "In diesem Jahr konnten wir die Wildkatze in weiteren Teilen des Hessischen Berglands und im Norden Niedersachsens nachweisen. Dort finden sie perfekte Lebensräume aus Wald und Offenland mit guten Jagdgründen und Bereichen zur Jungenaufzucht", berichtet Friederike Scholz. "Gleichzeitig arbeiten wir in Baden-Württemberg intensiv an einem weiteren 'grünen Korridor'. Er soll die Wildkatzenwälder der Naturparke Stromberg-Heuchelberg und Schwäbisch-Fränkischer Wald wieder miteinander verbinden."

Doch bundesweit bleibt trotz dieser Erfolge viel zu tun. Wildkatzen sind auf ein durchgängiges Netzwerk an Wäldern angewiesen. "Ein deutschlandweites Netz an Naturlebensräumen ist ein Ziel, für das es einen langen Atem braucht", betont Friederike Scholz. Flächen müssen langfristig für die Natur zu Verfügung gestellt, bepflanzt und gepflegt werden. Querungshilfen über Straßen müssen geplant und umgesetzt werden. "Doch die Arbeit lohnt sich. Die Wildkatze ist ein wertvolles Symbol für den Zustand unserer Natur", so Scholz. "Dass sie bei uns in Deutschland zu Hause ist, ist für uns ein echtes Geschenk, nicht nur zu Weihnachten."

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