Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Vom Schwimmen in Seen und Flüssen

01. Juni 2018 | Flüsse & Gewässer, Meere, Landwirtschaft, Lebensräume

Die Wasserqualität von Deutschlands Badegewässern gilt als gut. Doch kann man wirklich überall bedenkenlos schwimmen gehen?

Der Sprung ins kühle Nass ist nicht überall zu empfehlen.  (Tommaso Fornoni / unsplash.com)

An den Küsten, Seen und Flüssen in Deutschland gibt es rund 2.000 ausgewiesene Badestellen und Naturbäder. Hier ist das Baden überwiegend sicher: 2017 erfüllten 98 Prozent die Kriterien der EG-Badegewässerrichtlinie. Ist das Baden in deutschen Gewässern also grundsätzlich unproblematisch?

Leider nein. Denn betrachtet man die gesamte Gewässerlandschaft Deutschlands, handelt es sich bei den untersuchten Badegewässern nur um einen Bruchteil: Schätzungen gehen von allein 30.000 Seen in Deutschland aus. Und: Nur 32 der Badestellen liegen an Flüssen. Über die große Mehrzahl der Gewässer liegen deshalb keine Daten zur Wasserqualität für Badende vor.

Worauf werden Badegewässer untersucht – und worauf nicht?

Und auch die erhobenen Daten sind nicht so umfangreich, wie man vielleicht denkt. Bei Badegewässern wird lediglich regelmäßig untersucht, ob die Grenzwerte für bestimmte Krankheitserreger (Escheria coli und intestinale Enterokokken) eingehalten werden, die aus fäkalienbelasteten Abwässern stammen.

Was nach der EU-Badegewässerrichtlinie nicht relevant ist, aber das Badevergnügen doch deutlich trübt: "umgekippte Seen". Die dafür verantwortliche "Algenpest" entsteht zumeist, weil zu viele Nährstoffe aus der Landwirtschaft in die Seen gelangen. Die Badegewässerqualität sagt auch nichts darüber aus, ob es den Tieren und Pflanzen der Gewässer gut geht.

Letztlich erreichen nur acht Prozent der deutschen Gewässer einen "guten ökologischen Zustand". Als Faustregel gilt jedoch: Je besser es den Gewässern geht, also je mehr Gewässer in einen "guten Zustand" gebracht werden, desto mehr Gewässer würden sich auch als Badegewässer eignen.

Die Wasserrahmenrichtlinie bedeutet mehr Lebensqualität für alle. Für Tier- und Pflanzenarten, die wieder einen Lebensraum in unseren Flüssen finden würden, und auch für die Freizeitqualität von uns Menschen. Deshalb kämpft der BUND dafür, die Wasserrahmenrichtlinie zu erhalten statt sie zu verwässern.

Mitmachen bei der BUND-Kampagne: Rette unser Wasser!

Mehr Informationen

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb