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Verbindung zwischen Elbe und Aue sorgt für Fischreichtum

21. Juni 2018 | Flüsse & Gewässer

Welche Fischarten leben in den Gewässern im Elbvorland? Gibt es große Fische, die dort laichen? Und wie attraktiv sind Auengewässer für Angler*innen? Das BUND-Projekt "Lebendige Auen für die Elbe" untersucht unter anderem diese Fragen. Erstes Ergebnis: Renaturierte Auen kommen auch den Fischen zugute.

Stolzer Fund: Dieser Schuppenkarpfen war der bisher größte dokumentierte Fisch im Elbauen-Projekt.  (BUND)

Zusammen mit Wissenschaftler*innen vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) untersucht das BUND-Auenzentrum auf Burg Lenzen derzeit, wie sich die unterschiedliche Anbindung von Auengewässern an die Elbe auf die Fische auswirkt.

Dazu befischen die Wissenschaftler*innen des IGB verschiedene Auengewässer rund um die Hohe Garbe in Sachsen-Anhalt und im Gebiet der Deichrückverlegung nahe Lenzen in Brandenburg.

Die bisherigen Resultate sind spannend: So entdeckten die Forscher*innen in einigen Gewässern ein im Vergleich zum Vorjahr komplett anderes Artenspektrum.

Beispielsweise war das Moderlieschen anders als im Vorjahr sehr häufig vertreten und es konnten viele sehr vitale, junge Hechte nachgewiesen werden.

Ursache ist wahrscheinlich das Winterhochwasser der Elbe im Januar 2018, welches das Elbvorland überschwemmt und so die Gewässer der Aue an die Elbe angebunden hat.

Überflutungen sichern die Fischbestände

Diese Vernetzung zwischen Fluss und Aue ist ökologisch sehr wichtig. Denn der Wechsel der Wasserstände schafft verschiedene Lebensräume, die wertvolle Laich- und Aufwuchsgebiete für viele Fischarten sind. Oft weisen Gewässer, die regelmäßig von der Elbe durchströmt werden, auch eine hohe Fischdichte auf.

Und auch die Größe der Fische steigt, je häufiger ein Gewässer durchströmt wird. Zudem finden empfindliche, strömungsliebende Arten wie der Döbel in solchen Gewässern bessere Bedingungen vor, da mit dem Wasser auch Sauerstoff in die Gewässer gelangt. Regelmäßige Überflutungen können also die Fischbestände der Elbe sichern. Von einem breiten Artenspektrum profitieren letztlich auch die Angler*innen.

Insgesamt dokumentierte das IGB-Team fast 7.000 Fische aus 26 Arten, darunter zahlreiche Jungtiere. Am häufigsten vertreten waren Moderlieschen (1.784), Bleie (1.224) und Steinbeißer (866). Die größten Einzelexemplare waren ein Schuppenkarpfen mit 84 Zentimetern (siehe Foto), ein Hecht mit 83 Zentimetern und ein Aal mit 78,5 Zentimetern Länge. Eine weitere Besonderheit war, dass die seltenen Schlammpeitzger und Karausche nachgewiesen werden konnten.

Kein Fisch kommt zu Schaden!

Übrigens: Erfasst wurden die Tiere ausschließlich mittels Elektrobefischung. Dabei wird in einem abgegrenzten Bereich ein elektrisches Feld aufgebaut, wodurch die Fische kurzeitig betäubt sind und zur Bestimmung und Vermessung eingefangen werden können. Die Betäubung lässt nach kurzer Zeit nach und die Fische werden unbeschadet wieder zurück ins Wasser gesetzt.

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