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Schon wieder zwei Luchse im Bayerischen Wald überfahren

08. März 2018 | Lebensräume, Naturschutz, Wälder, Wildkatze

Luchse sind immer noch sehr selten in Deutschland. Nun wurden an nur einem Tag im Bayerischen Wald gleich zwei Luchse bei Verkehrsunfällen getötet. Das zeigt: Politik und Behörden müssen endlich wirksam gegen die Zerschneidung der Lebensräume von Wildtieren durch Straßen vorgehen.

Luchse sind in Deutschland weiterhin rar – und durch den Autoverkehr und Wilderei stark gefährdet.  (Alexander von Düren / fotolia.de)

Ganz langsam nur kehrt der Luchs in unsere Wälder zurück. Nennenswerte Bestände gibt es bislang nur im Harz und im Bayerischen Wald. Einzelne Tiere tauchen mittlerweile zwar auch in Nordhessen, Thüringen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und im Schwarzwald auf. Dennoch sind Luchse hierzulande immer noch so rar, dass jedes einzelne Tier von ganz besonderer Bedeutung ist.

Umso tragischer, dass jüngst im Bayerischen Wald erneut zwei der seltenen Katzen überfahren wurden: auf der Staatsstraße 2326 zwischen Arnbruck und Arrach und auf der B12 zwischen Philippsreut und Freyung.

Für den Luchsschutz im Bayerischen Wald ist der Verlust der beiden Tiere ein herber Rückschlag. Seit Jahren fällt es den Luchsen schwer, sich außerhalb des Nationalparks Bayerischer Wald dauerhaft anzusiedeln. Während sich die Bestände im Harz mittlerweile so gut entwickelt haben, dass Luchse auch angrenzende Waldgebiete bevölkern, werden sie im Bayerischen Wald immer wieder gewildert oder überfahren.

Mehr Schutz für den Luchs ist nötig

Der auf der B12 getötete Luchs ist bereits der fünfte, der in den vergangenen zwei Jahren auf genau diesem Streckenabschnitt dem Autoverkehr zum Opfer fiel. Der Bereich muss deshalb dringend entschärft werden. Dafür braucht es als Sofortmaßnahme ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern auf dem Streckenabschnitt.

Außerdem müssen wildtiergerechte Querungshilfen geschaffen werden, um der Zerschneidung des Lebensraums durch Straßen entgegen zu wirken. Und auch die Wilderei muss eingedämmt werden! Denn immer wieder werden Tiere im Bayerischen Wald außerhalb des Nationalparkgebiets einfach abgeschossen. Der BUND Naturschutz kämpft vor Ort seit Jahren dafür, den Luchs bei der Ausbreitung in Bayern gegen alle Widerstände zu unterstützen.

Und der BUND ist auch andernorts ganz konkret für den Luchsschutz aktiv: Ein neues Wiederansiedlungsprojekt, an dem der BUND beteiligt ist, soll den Luchs im Pfälzerwald wieder heimisch werden lassen. Die ersten Tiere wurden bereits ausgewildert, um den neuen Lebensraum zu erobern. Zudem spürt der BUND dem Luchs in Hessen und Thüringen mit Wildtierkameras nach und bringt den Menschen diese faszinierende Katze mit Informationskampagnen nahe.

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