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Schneller Atomausstieg und echter Klimaschutz sind kein Widerspruch

25. Mai 2018 | Atomkraft, Kohle

Es geht beides: Der BUND zeigt mit seinem neuen Abschaltplan, dass die Stilllegung der klimaschädlichsten Kohlekraftwerke und eine deutliche Beschleunigung des Atomausstiegs in Deutschland möglich sind, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Der Umweltverband legt dafür in seiner Analyse eine konkrete Leistungsbilanz vor, nennt Kraftwerke sowie Jahreszahlen für die Abschaltung.

Die Versorgungssicherheit bleibt auch trotz schnellem Atom- und Kohleausstieg gewährleistet

Es können deutlich mehr Kohlekraftwerke kurzfristig vom Netz genommen werden als bisher diskutiert – und die gefährlichen Atomkraftwerke schneller abgeschaltet werden als bisher gesetzlich vorgesehen. Dies ist ohne Probleme für die Versorgungssicherheit möglich, so der BUND in seinem neuen Abschaltplan, wenn die Politik nicht weiter abwartet, sondern aktiv die Energiewende voranbringt.

Sie muss die Erneuerbaren Energien engagiert weiter auszubauen und gezielt die energiewirt­schaftlichen Rahmenbedingungen für eine Energiewende schaffen, die im Wesentlichen auf Windenergie und Photovoltaik basiert. Konkret bedeutet das, den Ausbau flexibler und dezentraler Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die Senkung des Stromverbrauchs und die Möglichkeiten zur Lastreduktion deutlich zu steigern.

Leistungsüberschuss trotz schnellem Kohle- und Atomausstieg

Bei den Atomkraftwerken fordert der BUND den sofortigen Ausstieg, mindestens aber die Be­schleunigung des Atomausstiegs durch das Verbot weiterer Strommengenübertragungen. Dadurch würde sich die Laufzeit der Atomkraftwerke (AKW) um insgesamt 10 Jahre reduzieren, was 300 Tonnen weniger atomaren Müll bedeutet.

Bis 2020 Leistung der Kohlekraftwerke auf 20GW senken

Bei den Kohlekraftwerken gilt es grundsätzlich zuerst die ältesten und am meisten CO2 und Schadstoffemissionen produzierenden stillzulegen. Damit das Klimaziel 2020 noch umgesetzt werden kann, müssen die Emissionen des Stromsektors rasch auf 200 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr gesenkt werden. Das gelingt, wenn die Leistung der Kohlekraftwerke am Strommarkt auf 20 Gigawatt (GW) bis 2020 reduziert wird. Zusätzlich braucht es bei einer raschen Abschaltung standortspezifische Konzepte, wenn Kraftwerke anteilig für die Wärmeversorgung laufen.

Versorgungssicherheit bleibt erhalten

Die BUND-Leistungsbilanz zeigt, dass selbst in Extremsituationen, in denen keine Sonne scheint, nur wenig Wind weht und thermische Kraftwerke teilweise in Revision sind, die Versorgungssicherheit gewährleistet bleibt. Der Leistungsüberschuss geht zwar zurück (siehe Grafik), aber es bleibt bei einem Überschuss. Um dies möglich zu machen schlägt der BUND die Einrichtung einer neuen Kohleausstiegs-Reserve vor. In Abschätzungen wird klar, dass mit dem unterstellten Kraftwerkspark auch eine ausreichende Stromversorgung möglich ist und die Klimaschutzziele erreicht werden können.

Die im Abschaltplan zusammengestellten Vorschläge erhöhen deutlich den politischen Spielraum für mehr Klimaschutz und Sicherheit vor den Gefahren der Atomkraft. Der BUND fordert die politisch Verantwortlichen auf, sich diesen Aufgaben ernsthaft zu stellen. Die Behauptung, das schnelle Abschalten der klimaschädlichsten Kohlekraftwerke und ein deutlich schnellerer Atomausstieg seien nicht versorgungssicher möglich, ist jedenfalls so nicht mehr zu halten.

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Informationen und Rückfragen bei:

Tina Löffelsend und Thorben Becker
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin
Tel. (030) 2 75 86-421
tina.loeffelsend(a)bund.net bzw. thorben.becker(at)bund.net

Bitte beachten Sie: Aufgrund eines Wasserschadens in der Bundesgeschäftsstelle des BUND ist zur Zeit die Kontaktaufnahme nur mobil möglich. Sie erreichen Thorben Becker unter. 01 73 / 6 07 16 03 und Tina Löffelsend unter: 01 76 / 20 06 70 99.

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