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Pestizid-Zulassungsverfahren müssen verschärft werden

16. November 2018 | Umweltgifte, Landwirtschaft, Lebensräume, Naturschutz, Wildbienen, Schmetterlinge

Pestizide sind ein lukratives Geschäft: Geschätzt wird weltweit ein Umsatz von etwa 45 Milliarden Euro mit den Pflanzengiften erzielt. Das äußerst lukrative Geschäft teilen sich sechs Konzerne untereinander auf – darunter Bayer, BASF und Syngenta. Lücken im Zulassungsverfahren sorgen dafür, dass giftige Pestizide am Markt bleiben, wie ein neuer Fall beweist.

Das Zulassungsverfahren für Pestizide muss gründlich überprüft und verschärft werden.  (PublicDomainPictures / pixabay.com)

Gegenwärtig sind umwelt- und gesundheitsschädliche Pestizide am Markt, da die EU-Verordnung für Pestizide eine Ausnahmeregelung vorsieht. Der Genehmigungszeitraum eines Wirkstoffes darf nämlich verlängert werden, wenn Gründe vorliegen, die "der Antragsteller nicht zu vertreten hat". Diese liegen z.B. vor, wenn die Prüfung eines Stoffes zu lange dauert. Was lediglich als Ausnahme gedacht war, kommt inzwischen häufig vor.

Unter anderem wurde jetzt das Pestizid Chlorpyrifos weiter zugelassen, das für den Obst- oder Getreideanbau genutzt wird. Und das, obwohl angenommen wird, dass Studien, die für das Zulassungsverfahren relevant waren, fehlerhaft sind. Chlorpyrifos steht im Verdacht, die Gehirnentwicklung beim Menschen zu schädigen. 

Die Zulassung des möglicherweise gesundheitsschädigenden Pestizids Chlorpyrifos belegt einmal mehr ganz deutlich: Wir brauchen eine grundlegende Reform des Zulassungsverfahrens für Pestizide!

Die Zulassungsprüfung muss von unabhängigen Wissenschaftler*innen durchgeführt werden, alle eingereichten Studien müssen öffentlich zugänglich sein. Zudem müssen besonders gefährliche Pestizide EU-weit oder ggf. national verboten werden. Generell sollten alle Zulassungsverfahren gründlich überprüft und verschärft werden, um die Gesundheitsgefahren für Menschen sowie negative Umweltauswirkungen zu verringern.

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