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Offiziell bestätigt: Bisphenol A ist hormonschädlich für den Menschen

16. Juni 2017 | BUND, Chemie

Endlich: Der Ausschuss der EU-Mitgliedstaaten bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat sich mit großer Mehrheit für die Einstufung von Bisphenol A (BPA) als "hormonschädlich für den Menschen" ausgesprochen.

Konservendosen enthalten Bisphenol A  (Geronimo / pitopia.de)

Der BUND wertet diese Entscheidung als längst überfälliges offizielles Eingeständnis und als großen Erfolg für den BUND sowie alle Umwelt- und Verbraucherschützer*innen, die seit vielen Jahren ein Verbot des Hormongiftes BPA in verbrauchernahen Produkten fordern.

Das Beispiel BPA zeigt aber auch, wie langwierig und ineffektiv die gesetzliche Regulierung solcher Risikostoffe nach wie vor ist.

  • Bereits im Oktober 2009 hatte eine BUND-Studie BPA in Schnullern nachgewiesen und immerhin einen freiwilligen Verzicht der Hersteller auf den Risikostoff erzwungen.
  • Im März 2011 folgte ein Verbot für BPA in Babyfläschchen.
  • 2016 wiesen BUND-Tests das Hormongift in Kassenzetteln nach. Noch im selben Jahr wurde in Brüssel ein Verbot der Substanz in Thermopapier beschlossen, das allerdings erst 2020 in Kraft treten soll.  

Es sind die bislang einzigen gesetzlichen Maßnahmen gegen BPA-haltige Erzeugnisse.

Hintergrund zu Bisphenol A

Bisphenol A imitiert das weibliche Sexualhormon Östrogen und kann in frühen Wachstumsphasen folgenschwere Fehlentwicklungen verursachen. Unfruchtbarkeit, Brust-, Hoden- und Prostatakrebs, Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern, Diabetes und Immunschwäche sind Erkrankungen, die in vielen Studien mit BPA und anderen endokrinen Schadstoffen (EDCs) in Verbindung gebracht werden.

Grenzwertregelungen wie bei herkömmlichen Giftstoffen machen wenig Sinn, weil EDCs bereits in kleinsten Dosierungen wirken können. BPA ist der Grundstoff für die Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat und von Epoxidharzen und findet sich zum Beispiel in mikrowellenfestem Geschirr oder Innenbeschichtungen von Konserven wieder. Von dort kann es in die Lebensmittel übergehen.

Die einheitliche gesetzliche Regelung von EDCs in der EU wird seit zehn Jahren hinausgezögert – nicht zuletzt auf Druck der Industrie, die sich massiv gegen Verbote von lukrativen Massenchemikalien wie BPA sträubt.

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