Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

OK

Krebsrisiko für Kinder durch Flammschutzmittel in Schaumstoffen

23. April 2018 | Chemie

Die in Polyurethan-Schaumstoffen enthaltenen Flammschutzmittel TCEP, TCPP und TDCP (sog. Organophosphate) stellen nach einem jüngst veröffentlichten Untersuchungsbericht der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein Gesundheitsrisiko für Kinder dar. Die ECHA ist zuständig für die Umsetzung der EU-Chemikalienverordnung REACH.

In Schlafmatratzen für Kinder können gefährliche Stoffe stecken.  (Kikovic / iStock.com)

Als Referenzprodukte für die Untersuchung dienten Schlafmatratzen für Babys, Sicherheitssitze, Babytragen und Sofas. Die betreffenden Flammschutzmittel können auch in anderen Produkten enthalten sein; darunter Kinderwagen, Babytragetaschen, Kindersitze oder Wickelmatratzen.

Das erhöhte Krebsrisiko für Kinder, die solchen Produkten ausgesetzt sind, gilt dem ECHA-Bericht zufolge für alle drei Flammschutzmittel. TCEP und TCPP seien zudem schädlich für die Fortpflanzung.

Die ECHA hat deshalb empfohlen, so genannte "Beschränkungsdossiers" für eine striktere gesetzliche Regulierung dieser drei Organophosphat-Verbindungen zu erstellen. Lediglich TCEP wurde bereits in die REACH-Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen und fällt deshalb unter das Verbraucherauskunftsrecht. Seit August 2015 ist der Stoff zulassungspflichtig, darf also nur mit besonderer Genehmigung verwendet werden.

TCPP und TDCP stehen dagegen nicht auf der Kandidatenliste, obwohl sie eine chemisch verwandte Struktur haben und für ähnliche Zwecke eingesetzt werden wie TCEP. Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, von der Einzelstoffbewertung abzurücken und stattdessen ganze Chemikaliengruppen auf ihre potenziellen umwelt- und gesundheitsschädlichen Eigenschaften zu prüfen. Nur so wird sich in Zukunft vermeiden lassen, dass gefährliche Stoffe durch weniger untersuchte, aber ähnlich gefährliche Alternativen ersetzt werden.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb