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Kommentar: Kniefall vor den Autolobby – Pläne der EU für CO2-Grenzwerte bei Neuwagen in 2025 und 2030 unzureichend

10. Januar 2018 | Klimawandel, Mobilität, Naturschutz

Zum Vorschlag der EU-Kommission zur Fortschreibung der CO2-Flottengrenzwerte bei Pkw und anlässlich der Veröffentlichung eines diesbezüglichen Papiers des International Council on Clean Transportation (ICCT) sagte der Verkehrsexperte des BUND, Jens Hilgenberg:

BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg  (Sebastian Hennigs)

"Im vorrauseilenden Gehorsam hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für CO2-Grenzwerte bei Pkw für die Jahre 2025 und 2030 so formuliert, dass die Autohersteller keine Anstrengungen unternehmen müssen. Anstatt ambitionierte Schritte hin zu einer ökologischen Verkehrswende einzuleiten und ein Umdenken in Richtung sparsamer Fahrzeuge zu beschleunigen, macht die Kommission einen Kniefall vor der Autolobby."

"Die vorgegebenen Minderungsvorgaben sind viel zu gering, um die Klimaziele zu erreichen. Sollte dieser Vorschlag umgesetzt werden, tragen neue Pkw einen zu geringen Teil zur Einhaltung der nationalen Klimaschutzziele bei. Die EU-Kommission verschenkt damit eine weitere Chance zur Reduktion des Energieverbrauchs im Verkehrssektor. Für eine neue Bundesregierung bedeuten diese Pläne, dass sie national eine Reihe von alternativen Maßnahmen ergreifen muss, um die im Klimaschutzplan 2050 für den Verkehrsbereich festgeschriebene Minderung von 40-42 Prozent CO2 bis 2030 im Vergleich zu 1990 dennoch zu erreichen."

"Dass die Anforderungen zur Verbrauchsreduktion nach dem Jahr 2021 sogar sinken sollen, ist ebenso wenig nachvollziehbar, wie die Begünstigung von  Hersteller von schwereren Fahrzeugen durch weniger ambitionierte Zielwerte. Weiterhin unrealistische Messmethoden und undurchsichtige Umrechnungsfaktoren werden zu neuen Schlupflöchern und Grauzonen führen, die von den Herstellern zu ihren Gunsten genutzt werden können. Für Klima, Umwelt und Verbraucher ist aber der reale Verbrauch und die damit zusammenhängende CO2-Ausstoß entscheidend."

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