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Kommentar: Gewässer schützen – Artenvielfalt sichern

03. April 2018 | Flüsse & Gewässer, Meere

Zur Kleinen Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen zur Biodiversität in und an Flüssen erklärte Laura von Vittorelli, Expertin für Gewässerpolitik beim BUND:

BUND-Gewässerexpertin Laura von Vitorelli  (André Fischer)

"Die Antwort der Bundesregierung zum Zustand der Flüsse ist ein deutliches Alarmsignal. Damit stellt sich die Bundesregierung ein Armutszeugnis aus und dokumentiert die eigene Tatenlosigkeit. 18 Jahre nachdem die Wasserrahmenrichtlinie in Kraft getreten ist, geht es den Flüssen in Deutschland immer noch nicht gut."

"Nur sehr wenige Flüsse besitzen ein gesundes Ökosystem. Auch wenn die Flüsse sauberer aussehen als vor 40 Jahren: Lachs, Aal und Maifisch sind nur selten in den Gewässern anzutreffen."

"Deutschland gehört im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern im Gewässerschutz, laut Europäischer Kommission auf Platz 21 von 26. Die Bundesregierung und die Länder müssen endlich handeln. Es muss ein Sofortmaßnahmenprogramm zum Schutz unserer Gewässer aufgelegt werden. Dazu fehlt es aber derzeit noch an Geld, Personal und vor allem am politischen Willen, um unsere Flüsse und Gewässer für uns und kommende Generationen zu erhalten. Für den BUND steht fest: Pestizide und andere Schadstoffe gehören nicht ins Wasser. Der Eintrag von Nitrat, Pestiziden, Salz, Mikroplastik, Sulfat und Quecksilber ist mit verantwortlich für den schlechten Gewässerzustand. Landwirtschaft, Industrie und Kohleabbau dürfen nicht weiter unsere Gewässer verschmutzen."

"Auch müssen Gewässerrandstreifen flächendeckend eingeführt und ein effektives Rückbauprogramm für Querbauwerke aufgelegt werden. Ein weiterer unverzichtbarer Punkt für gesündere Flüsse ist die Renaturierung von Auen. Sie bieten nicht nur artenreichen Lebensraum, sondern schützen auch vor Hochwasser und halten Nitrat zurück. Bestehende Programme wie das Bundesprogramm Blaues Band und das nationale Hochwasserschutzprogramm müssen dafür genutzt werden."

"Jegliche Bestrebungen, Standards der europäischen Wasserrahmenrichtlinie aufzuweichen, müssen auch vor dem Hintergrund der aktuellen Ergebnisse vom Tisch. Der BUND fordert von Deutschland und der europäischen Kommission im anstehenden Überprüfungsprozess ein klares Bekenntnis zu den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie."

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